Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt fiel die Heizanlage eines Gebäudekomplexes in Dettingen über zehn Tage hinweg immer wieder aus. Die Bewohner aller zwölf Mietparteien waren davon betroffen. Einige von ihnen fühlten sich von ihrem Vermieter, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Konstanz (Wobak), in dieser Notsituation im Stich gelassen.

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Kaltmiete zurück, Blumen und Gutschein als Entschuldigung

Nun hat sich Geschäftsführer Jens-Uwe Götsch persönlich bei allen Bewohnern entschuldigt. Als Wiedergutmachung werde ihnen für die Zeit des Vorfalls die Kaltmiete erstattet, bestätigt die Wobak auf Nachfrage. Blumen und einen Gutschein gab es obendrein.

"Diese Geste ist mir wichtig", sagt Sebastian Schlag, der mit seiner Frau und seinen vier Kindern in dem betroffenen Wohnkomplex lebt. "Das schlechte Bauchgefühl, das ich über die vergangenen Tage und Wochen hinweg hatte, ist nun verschwunden", erzählt Schlag erleichtert. Der Familienvater hatte bereits unmittelbar nach dem Vorfall eine Mietminderung verlangt: "Nun haben wir mehr bekommen als erwartet – alle sind zufrieden."

"Wir müssen und können aus solchen Fehlern lernen"

Dass Konflikte zwischen Mietern und Vermietern nicht immer derart glimpflich ausgehen, zeigte sich zuletzt immer wieder in Verbindung mit dem Immobilienriesen Vonovia. Hier kam es in der jüngsten Vergangenheit auch in Konstanz zu rechtlichen Auseinandersetzungen.

"Das ist natürlich nicht unser Stil", macht Wobak-Geschäftsführer Jens-Uwe Götsch deutlich. Für ihn sei eine persönliche Entschuldigung in einem solchen Fall selbstverständlich. "Wir müssen und können aus solchen Fehlern lernen", sagt Götsch weiter. So habe die Wobak mittlerweile ihren Notfallplan bei Heizungsausfällen überarbeitet. "Wir wären natürlich auch so verfahren, wenn der Artikel über den Vorfall nicht im SÜDKURIER erschienen wäre", sagt Götsch.

Reparatur der Heizung dauert weiter an

Nach Problemen an der modernen Anlage, bei denen auch klassische Heizungsmonteure machtlos waren, wartet die Wobak weiterhin auf ein Ersatzteil, das Ende Januar geliefert werden soll. Bis dahin versorgt weiterhin eine mobile Heizeinheit die Wohnungen mit Wärme.