Nach dem Bericht über eine Flugblattaktion gegen einen Studenten an der Universität Konstanz meldet sich der Betroffene zu Wort. Er betont, dass er nicht Mitglied in einer Partei sei und "niemals Gewalt angewandt habe", um seine Standpunkte durchzusetzen, wie der Begriff "militant" impliziere.

Es waren "einige Antifaschist*innen", so die anonymen Unterzeichner, die mit einer öffentlichen Aktion den Studenten namentlich an den Pranger stellten. Wie der SÜDKURIER berichtete, warfen ihm die Verfasser der Flugblätter vor, Neonazi zu sein und an Pegida- und Naziaufmärschen teilgenommen zu haben. Zudem habe er sich in Singen eine Schlägerei mit Migranten geliefert. Zudem sei er im NPD-Kader und mit einschlägig bekannten Personen unterwegs. Die Universität hat die Flugblätter abhängen lassen, weil darauf kein Impressum vermerkt war. Nach dem Landespressegesetz müssen Verfasser genannt sein, damit diese jederzeit in Haftung genommen werden können.

Nachdem er an den Pranger gestellt worden war, sei ihm von anonymer Seite Gewalt angedroht worden. Er solle sich vorsehen und der Uni sowie der Stadt den Rücken kehren, gibt der Student in einem Schreiben an die Redaktion wieder. Er gibt zu, an Pegida- und "Merkel-muss-weg-Demos" teilgenommen zu haben, daher rühre seiner Ansicht nach der Hass auf ihn. Zudem liefert der Student eine Darstellung mit, weshalb er mit der Zuwanderungspolitik der Kanzlerin nicht zufrieden ist und er für einen Meinungsaustausch anstatt Denkverbot stehe.

Der SÜDKURIER hatte bereits in Vergangenheit erfolglos versucht, eine Stellungnahme des Studenten einzuholen, was er nun nachgeholt hat. Antworten auf schriftlich gestellte Fragen zur Flugblattaktion und weshalb diese anonym lief und Persönlichkeitsrechte grob vernachlässigt wurden, haben die Unterzeichner der Flugblätter bis heute nicht gegeben.