Am Donnerstag, so könnte man meinen, am Donnerstag erlebt Konstanz eine Revolution. "Endlich", heißt es in der Pressemeldung einer Drogeriekette, "endlich feiern wir Eröffnung auf der Markstätte." Endlich. Jetzt können wir endlich wieder Zahnpasta, Deodorant und Zahnstocher kaufen. Endlich. Drei Tage lang möchte das Unternehmen gemeinsam mit uns Konstanzern dieses historische Ereignis feiern. Zwei Stunden sollen lokale Promis an der Kasse sitzen und die Produkte für einen guten Zweck, begleitet von einem herzhaften Piep, über den Scanner schieben. Heißa, das wird ein Spaß! Endlich ein weiterer Drogeriemarkt in Konstanz?

Das klingt so, als würde ein Wüstenbewohner rufen: Sand in Sicht! Brauchen Inuits am Nordpol eigentlich Kühlschränke? Steigt der Bodenseepegel, wenn man ein Glas Wasser hineinkippt? Umgekehrt gefragt: Geht unserer Erde der Sauerstoff aus, wenn wir einen Atemzug pro Minute zusätzlich tätigen? Stirbt der Wald, wenn wir einen Zweig einer Tanne abknicken? Fragen über Fragen. Unsere Freunde und Nachbarn aus der Schweiz werden auch in diesen neuen Laden strömen. Nur verständlich. Wir gehen ja auch zum Tanken nach Kreuzlingen oder haben früher die Schoki dort gekauft, als sich das finanziell noch lohnte. Die Stadt Konstanz aber wird ab Donnerstag wieder ein Stückchen ihres Flairs verlieren.