Mit dem Bonus-Kärtle sollen Konstanzer Bürger Rabatte und eine Portion Wertschätzung bekommen. Die CDU-Fraktion hatte vor zwei Jahren die Idee zum Kärtle, um die Abwanderung von Einheimischen in andere Einkaufsstädte zu bremsen.

Wie so ein Kärtle aussehen könnte, darüber sollte sich die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Konstanzer Marketing und Tourismus GmbH (MTK) und den Stadtwerken Gedanken machen. So war dies im Mai 2017 im Haupt- und Finanzausschuss besprochen worden.

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Es ist nicht klar, wie weit das Projekt eigentlich vorangekommen ist

Es werde daran gearbeitet, habe es auf Nachfragen vonseiten der Stadt geheißen. Das sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Roger Tscheulin. Er erwarte aber eine "substanzielle Antwort".

Die bekam allerdings auch der SÜDKURIER nicht, als er zum Sachstand bei der MTK nachfragte. Das Thema steht am Donnerstag auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Vorab möchte MTK-Geschäftsführer Eric Thiel keine Stellung nehmen. Er bittet um Verständnis, dass dies erst in der Sitzung geschehe.

Die SPD möchte Sozialpass und Bonuskarte zusammenführen

Der Gemeinderat entscheidet dann auch über einen Antrag der SPD-Fraktion, die vorschlägt, den Sozialpass in die Bonuskarte zu integrieren, also in eine elektronische Nutzerkarte zusammenzuführen. Es wäre dann nicht erkennbar, ob jemand den Sozialpass oder die Bonuskarte nutzt. Nutzer könnten also nicht mehr stigmatisiert werden, argumentiert die SPD.

Der Sozialausschuss empfiehlt dem Gemeinderat, zu prüfen, ob sich eine Gesamtkarte umsetzen lässt.

Rückblick: Woher kommt eigentlich die Idee des Bonus-Kärtle?

Als die CDU in Sachen Bonus-Karte aktiv wurde, hatte Konstanz das Ausnahmejahr hinter sich, in dem das Währungsgefälle zwischen Euro und Franken für die Schweizer Kunden besonders günstig war, und die Stadt voll von Schweizer Kunden war.

Auch wenn sich die Lage etwas beruhigt hat, sieht Roger Tscheulin, Fraktionschef der CDU, nach wie vor Bedarf, den Konstanzern eine Form der Wertschätzung entgegen zu bringen und die Bindung an die Stadt zu fördern. Die CDU sieht mit Sorge Tendenzen, dass Konstanzer zum Einkaufen in andere Städte abwandern.

Vorbilder für ein Kärtle gibt es in Vorarlberg und Biberach

Laut CDU würden zwar Hürden, die Innenstadt aufzusuchen, durch das Kärtle nicht abgebaut, dieses könne aber einen Ausgleich schaffen. Mit der Karte sollen Konstanzer Rabatte bekommen, etwa im Bus, in Bädern oder in der Gastronomie. Die Idee hatte in der Fraktion die scheidende Stadträtin Sabine Feist vorangetrieben.

Andere Touristen-Regionen haben schon Bonuskarten für Einheimische. So können beispielsweise in Vorarlberg Familien einmal im Jahr kostenfrei Ski fahren, in Biberach sammeln Bürger Punkte, mit denen sie in Geschäften, beim Parken oder beim Besuch des Museums bezahlen können.