Zufriedene Besucher und erleichterte Einsatzkräfte: Das erste Seenachtfest mit den neuen Veranstaltern Full Moon Group aus Stuttgart ist in Konstanz gut verlaufen. Die Polizei gab die Besucherzahl am frühen Sonntagmorgen mit 35.000 an. Da entspricht in etwa dem Wert von 2017, aber nicht ganz den Erwartungen der Ausrichter. Sie hatten als Höchstzahl 51.000 ausgegeben. Denen, die kamen, machte es nichts aus: Viele lobten, dass es deutlich weniger Gedränge gab als früher schon.

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Von der zulässigen Maximal-Zahl von 51.000 Personen auf dem gesamten Festgelände sei man noch einiges entfernt, bestätigte der neue Seenachtfest-Veranstalter, die Stuttgarter Event-Agentur Full Moon "Wir liegen knapp unter 40 000 Besucher", sagte Pressesprecher Thilo Reutter in einer ersten Bilanz am Sonntag. Die finale Zahl liege erst am Montag vor, denn er habe nicht von allen Vorverkaufsstellen eine Rückmeldung erhalten.

"Das Wetter war optimal, und wir hätten Platz für 50 000 Besucher gehabt", stellt Thilo Reutter fest. Warum die Event-Agentur nicht mehr Besucher hatte anziehen können, ist ihm ein Rätsel. Zumal das Musik-Festival auf Klein Venedig mit namhaften Live-Bands weniger zog, als in den Vorjahren. "Es stellt sich die Frage, ob es Konkurrenzveranstaltungen gab", so Reutter. Fest steht lediglich: "Auch das wird Bestandteil unserer Analyse im Nachklang des Seenachtfestes sein. Aber wir sind zufrieden mit dem Verlauf, es hat funktioniert und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr."

Das Feuerwerk auf der Konstanzer Seite. Der neue Veranstalter, die Full Moon Group aus Stuttgart, hatte erneut den mehrfachen Weltmeister Joachim Berner engagiert. Bild: Jörg-Peter Rau
Das Feuerwerk auf der Konstanzer Seite. Der neue Veranstalter, die Full Moon Group aus Stuttgart, hatte erneut den mehrfachen Weltmeister Joachim Berner engagiert. | Bild: Jörg-Peter Rau

Viel Applaus gab es für das besonders prächtige Feuerwerk. Nach dem farbenfrohen Start auf der Kreuzlinger Seite zeigten die neuen Seenachtfest-Veranstalter mit der Pyrotechnik auf drei im Konstanzer Hafen liegenden Schiffen, dass sie es ernst meinen mit ihrem Engagement in Konstanz. Von Minute zu Minute steigerte sich der Eindruck. Im klaren Nachthimmel waren Blüten und Sterne, goldener Regen und gleißende Fontänen zu sehen.

Seenachtfest Konstanz und Fantastical Kreuzlingen 2018: Das gemeiname Finale beim Feuerwerk auf der Konstanzer und auf der Kreuzlinger Seite.
Seenachtfest Konstanz und Fantastical Kreuzlingen 2018: Das gemeiname Finale beim Feuerwerk auf der Konstanzer und auf der Kreuzlinger Seite. | Bild: Jörg-Peter Rau

Das Finale des zusammen 30-minütigen Feuerwerks – es wird zu den größten in ganz Europa gezählt – gestalteten die deutschen und Schweizer Partner wieder zusammen. Die Kreuzlinger ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, einen eigenen Schlusspunkt zu setzen und verlängerten die letzte Etappe mit einigen besonders prächtigen Bildern.

Gute Stimmung und ordentlicher Andrang im Stadtgarten.
Gute Stimmung und ordentlicher Andrang im Stadtgarten. | Bild: Scherrer, Aurelia

Für die Veranstalter steht fest, dass sie programmatisch zulegen wollen, gerade was die Kinder-Aktionen in der Seestraße anbelangt. Das Angebot hatte sich an etwas ältere Kinder gerichtet und die Kleinen etwas außen vor gelassen. Dieses Manko wolle der Veranstalter im kommenden Jahr ausgleichen, so Reutter. "Wir schauen, was wir optimieren können und legen frühzeitig los. Jetzt haben wir die Zeit, die wir dieses Mal nicht hatten."

Die Stadtverwaltung lässt Glückwünsche ausrichten

Nach der Ausschreibung der Stadt Konstanz hatte Full Moon erst im Februar dieses Jahres den Zuschlag bekommen und musste innerhalb dieser wenigen Monate nicht nur ein neues Sicherheitskonzept erarbeiten, sondern auch Künstler und Standbetreiber gewinnen. Frank Conze, stellvertretender Leiter des Bürgeramtes der Stadt Konstanz, ist hochzufrieden: "Von unserer Seite ein Glückwunsch an die neuen Veranstalter, dass sie das Seenachtfest in der kurzen Zeit so gut hinbekommen haben." Die Kooperation schildert er als ausgesprochen gut.

Ohne die Helfer der Blaulichtorganisationen und die vielen Ordner geht nichts beim Seenachtfest.
Ohne die Helfer der Blaulichtorganisationen und die vielen Ordner geht nichts beim Seenachtfest. | Bild: Claudia Rindt

Sicherheits- und Rettungskräfte waren im Großeinsatz

Die Sicherheitsbehörden zogen eine äußerst positive Bilanz. Weder beim Anreiseverkehr habe es nennenwerte Probleme gegeben noch beim Fest selbst, teilte das Konstanzer Präsidium der Landespolizei mit. Zahlreiche zusätzliche Streifen und eine punktuelle Videoüberwachung sowie die enge Kooperation mit der Kantonspolizei Thurgau und der Wasserschutzpolizei hätten zu einem friedlichen Fest beigetragen.

Nur wenige kleinere Zwischenfälle

In einigen wenigen Auseinandersetzungen mussten die Beamten eingreifen. Am Bodanplatz, außerhalb des Festgeländes, ermittelte die Polizei fünf Personen, die sich gegenüber den Einsatzkräften aggressiv zeigten. Sie mussten gefesselt zur Wache gebracht werden. Drei der fünf Personen, die sich wegen Sachbeschädigung und Beleidigung verantworten müssen, wurden zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen.

Ein Unbekannter warf an der Hafenstraße eine Glasflasche gegen ein Rettungsfahrzeug, das dabei beschädigt wurde. Zwei Platzverweise sprach die Polizei überdies aus. Wegen Körperverletzung lag zunächst keine einzige Anzeige vor, so die Polizei.

Ohne die Helfer der Blaulichtorganisationen und die vielen Ordnern geht nichts beim Seenachtfest.
Ohne die Helfer der Blaulichtorganisationen und die vielen Ordner geht nichts beim Seenachtfest. | Bild: Claudia Rindt

Auch die Bundespolizei ist laut einer Pressemitteilung mit dem Verlauf des Festes sehr zufrieden. Mit Schwerpunkt Bahnhof gewährleisteten die Beamten eine reibungslose An- und Abreise der Veranstaltungsbesucher. Es kam im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei zu keinen nennenswerten Vorfällen. Das Fazit der Bundespolizei: "Das Seenachtfest 2018 ist somit auch aus bundespolizeilicher Sicht – gemessen an der Besucherzahl – äußerst friedlich verlaufen."