Der Andrang war enorm, das Interesse groß. Der Dingelsdorfer Ortsvorsteher Heiner Fuchs und Europa-Minister Peter Friedrich, Schirmherr der Präventionsveranstaltungen der Konstanzer Puppenbühne, staunten. Weit mehr als 300 Kinder und Erwachsene kamen zum Aktionstag „Pfoten weg!“.

„Prävention vor sexualisierter Gewalt gehört in den Alltag. Es ist wichtig, dass Kinder zu starken Persönlichkeiten werden“, sagte Irmi Wette von der Konstanzer Puppenbühne, die vor 13 Jahren in Kooperation mit der Polizeidirektion Konstanz das Präventionsprojekt „Pfoten weg!“ startete.

Das gleichnamige Puppentheaterstück, das Irmi Wette in der Thingolthalle spielte, sei lediglich impulsgebend. Die motorradfahrenden Wildschweine Sausi und Brausi, die Katzenkinder und die zauberhafte Katzenfee verdeutlichten den Zuschauern, dass Kinder nicht alles mit sich machen lassen und „Schlabberküsse“ nicht ertragen müssen, sondern auch Nein sagen dürfen, ja manchmal sogar müssen. Und genau dieses kraftvolle, überzeugende Nein sagen übten die jungen Zuschauer gemeinsam mit den Katzenkindern, so dass die Halle beinahe bebte. Gleichzeitig baute Irmi Wette Brücken und legte den Kindern ans Herz, dass sie immer einer Vertrauensperson sagen sollen, was sie bedrückt.

Ein Stück weit gestärkt und zu Selbstbewusstsein motiviert hat Karateka Tarek Amin seine Schüler. Sie führten den Kindern eindrucksvoll vor, wie man sich verhält, wenn man auf der Straße von Fremden angesprochen wird – und wie man sich schützen kann.

Präventionsspezialistin und Kriminalkommissarin Manuela Dirolf gab den interessierten Eltern darüber hinaus Tipps, wie sie ihre Kinder für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisieren können. Diese gehe zumeist von nahestehenden Personen aus. Dazu gehöre, das Selbstbewusstsein der Kinder aufzubauen. Darüber hinaus gelte es, das Vertrauen bei den Kindern, über alles sprechen zu können, nachhaltig zu fördern.