Petershausen, heißt es, ist der aufstrebende Stadtteil von Konstanz. Neue Geschäfte, Quartiere und Aufenthaltsplätze entstehen, der rechtsrheinische Teil der Stadt bekommt nach und nach ein neues Gesicht. Jetzt gibt es das nächste Bauprojekt an prominenter und vor allem stark frequentierter Stelle. An der Spanierstraße am Sternenplatz baut der Ruderverein Neptun eine neue Bootshalle und verlagert den Eingang zu den Vereinsräumen und dem Restaurant zur Straße hin.

"Die Ecke hier ist ja auch ein bisschen der Eingang zur Stadt. Und der präsentiert sich momentan in wenig attraktiver Form", sagt Stephanie Peters, als sie an der Gebäuderückseite zur Spanierstraße hin steht. Die Neptun-Vorsitzende hat sich über vier Jahre mit dem Bauprojekt beschäftigt, jetzt haben sich die Mitglieder bei einer außerordentlichen Versammlung für den Entwurf entschieden, der aus einem vereinsinternen Architektenwettbewerb hervorging. Dieser sieht vor, auf dem jetzigen Parkplatz eine zusätzliche Bootshalle zu bauen und den Altbau zu erneuern.

Alt: das Gebäude von der Spanierstraße aus gesehen. "Das Gebäude bekommt durch den Bau eine neue Adresse und die Stadt einen attraktiveren Eingang", sagt Neptun-Vorsitzende Stephanie Peters.
Alt: das Gebäude von der Spanierstraße aus gesehen. "Das Gebäude bekommt durch den Bau eine neue Adresse und die Stadt einen attraktiveren Eingang", sagt Neptun-Vorsitzende Stephanie Peters. | Bild: Oliver Hanser

Neu: In diesem Gebäude zur Straßenseite wird der neue Eingang zu den Vereinsräumen und dem griechischen Restaurant sein. Unten werden die Boote gelagert und eine Werkstatt eingerichtet, oben gibt es einen Multifunktionsraum für Gymnastik, Jugend, Wanderruder-Gäste, Schulungen und Veranstaltungen. <em>Entwurf: Neptun</em>
Neu: In diesem Gebäude zur Straßenseite wird der neue Eingang zu den Vereinsräumen und dem griechischen Restaurant sein. Unten werden die Boote gelagert und eine Werkstatt eingerichtet, oben gibt es einen Multifunktionsraum für Gymnastik, Jugend, Wanderruder-Gäste, Schulungen und Veranstaltungen. Entwurf: Neptun | Bild: Verein Neptun

Baubeginn im Herbst 2017

Die Stadt sieht die Entscheidung auch als städtebauliches Projekt, für den Verein wurde es vor allem notwendig, weil der Platz zu eng und die Holzhalle für die Boote marode und undicht wurde. Rund 500 Mitglieder hat Neptun aktuell, und immer wieder müssten Interessierte hingehalten werden, erklärt Peters. "Wir wollen nicht, dass es heißt: Bei Neptun kommt man nicht rein."

Von der zusätzlichen Lagerhalle für die Boote erhofft sich der Vorstand, den Bedarf für rund 15 bis 20 Prozent mehr Mitglieder decken zu können – und sich auch bessere finanzielle Möglichkeiten zu schaffen. Zum Beispiel, um mehr Trainer zu beschäftigen, für den Breiten-, wie den Leistungssport. "Wir wollen zukunftsfähig sein", sagt Peters. Baubeginn ist am Ende der nächsten Rudersaison im September oder Oktober 2017, die Fertigstellung ist für April 2018 geplant. Das Angebot für die Mitglieder wird in dieser Zeit reduzierter sein, aber der Betrieb aufrecht erhalten. Auch das griechische Restaurant, mit dessen Inhaber der Verein einen Pachtvertrag hat, bleibt geöffnet.

Rückbau bleibt Thema

Im Laufe des nächsten Jahres wird sich der Verein auch noch einmal mit der Frage beschäftigen müssen, wie es mit dem Gebäudeteil zur Rheinseite hin weitergehen wird. Denn das in den 50er Jahren erbaute Gebäude steht unter Denkmalschutz und das Denkmalamt Freiburg wünscht sich, die Architektur Hermann Blomeiers unter anderem an dieser Stelle wieder sichtbar zu machen. Das würde bedeuten, das Gebäude rückzubauen und die Restaurantterrasse an der Seite zum Wasser hin zu erweitern. Aus dem nachträglich geschlossenen Raum würde wieder ein offener Bereich werden wie zur Bauzeit.

Diese Idee hätte bereits jetzt Teil des Bauantrags sein sollen, Kritikpunkt innerhalb des Vereins war allerdings, dass es dadurch wieder weniger Platz in den Vereinsräumen im Obergeschoss gebe. "Das war eine starke Denkmalzielsetzung und weniger eine Vereinszielsetzung", so Peters. Die Baubehörde habe eingesehen, dass der Rückbau nicht an den jetzigen Bauantrag gekoppelt sein müsse. Der Verein will sich nun weiter um Fördergelder von Stiftungen bemühen, um den Rückbau irgendwann doch umzusetzen. Dann würde es noch einmal eine Mitgliederabstimmung geben, erklärt Peters.