Die Regale sind leer, nur noch einige Reste künden davon, dass hier der Handel ein Stückweit neu erfunden werden sollte. Hier ein Paket Nudeln, da ein Pfund Kaffee, ein paar Schachteln Zigaretten sind auch noch da. Der Kühlraum ist ebenfalls weitgehend ausgeräumt, ein paar grüne Plastikboxen werden noch gepackt für die Ausverkaufs-Kunden. Mittendrin steht der Unternehmer Hauke Hansen, die Enttäuschung kann er nicht ganz verbergen. Der Online-Supermarkt Foodo, bei dem man Lebensmittel bestellen und nach Hause liefern lassen konnte, muss seinen Geschäftsbetrieb beenden.

Eine entsprechende Mitteilung an die Kunden bestätigte am Dienstag Gründer Hauke Hansen. Foodo hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, nur weitermachen zu können, wenn weitere Investoren in das junge Unternehmen einsteigen. Diese Geldgeber seien nicht im erforderlichen Umfang gewonnen worden, sagt Hansen. Auch seine eigenen Möglichkeiten seien nach der Aufbauphase und dreivierteljähriger Marktpräsenz erschöpft. Es hätte, sagt er, noch etliche Monate mit weiterhin stürmischem Wachstum gebraucht, bis die Firma kostendeckend gelaufen wäre. Dafür hatte Foodo Investoren gesucht, "lokal, national und international", wie Hansen betont.

"Es handelt sich nicht um eine Insolvenz"

Nun ist Schluss bei Foodo."Es handelt sich nicht um eine Insolvenz", sagt Gründer Hansen, "wir haben genug Geld, um unsere Verpflichtungen zu bedienen." Ob der Geschäftsbetrieb von der Zentrale in der Max-Stromeyer-Straße aus zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen wird oder das Foodo-Konzept womöglich in einer anderen Stadt eine neue Chance erhält, ließ er offen.


Die Idee, die Menschen vom Routine-Einkauf zu entlasten und "ein Stück Lebensqualität zu schaffen", sei nach wie vor gut, ist Hansen überzeugt: "Das ganze Team hat daran geglaubt, die Kunden waren zufrieden, die Sache war kaufmännisch solide."

Dass Foodo das Geld ausging, habe am schwachen Start gelegen, das ist Hansens Erklärung für das Aus. So habe es zuletzt zwar Wachstumsraten von 30 Prozent pro Monat gegeben, aber die Ausgangsbasis sei zu klein. Der harte Preiswettbewerb im Lebensmittelhandel habe sich dagegen nicht als Kernproblem erwiesen. Wer die Aufwendungen eines normalen Supermarkts nicht erwirtschaften müsse, könne "mit einer sehr guten Kostenstruktur" arbeiten. Dennoch überzeugte dieses Potenzial nicht genügend Geldgeber.

Zwölf Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze, die Hälfte von ihnen hat laut Hauke Hansen eine neue Stelle gefunden. Seinem Team dankt er zwischen den leeren Regalen: "Wir haben zusammen innerhalb kurzer Zeit etwas Außergewöhnliches auf die Beine gestellt. Schade, dass es nun vorbei ist."