Es sieht ganz danach aus, dass im Spätherbst die Bagger auffahren können: Das geplante Luxus-Gesundheitshotel Sea Palace kann voraussichtlich gebaut werden. Hans Jürg Buff aus St. Moritz, der auf dem Büdingen-Areal direkt an der Seestraße eine Unterkunft von bisher am Bodensee nicht dagewesenen Dimensionen errichten will, hat einen Bauantrag eingereicht. Und Andreas Napel, der Chef des Konstanzer Baurechts- und Denkmalamts will sich zwar juristisch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Aber er lässt durchblicken: Die Pläne, die Buff jetzt vorgelegt hat, haben eine echte Chance auf eine Genehmigung.

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Rund 59.000 Kubikmeter Baumasse soll das neue Hotel haben. Nachdem Buff zunächst 70.000 Kubikmeter gefordert hatte, nähert er sich mit der neuen Dimension jener Größe an, für die es bereits seit Jahrzehnten eine rechtskräftige, aber nie umgesetzte Genehmigung gibt. Sie sieht 53.000 Kubikmeter vor. Allerdings sind in dieser Zahl die Technik-Aufbauten, die das ursprünglich geplante Gebäude auf das Dach bekommen sollte, nicht enthalten. Die Stadtverwaltung habe Buff aber bereits verdeutlicht, dass er in der obersten Ebene auch Hotelzimmer errichten kann, wenn dann nichts mehr aufs Dach kommt und die ganze Technik im Keller des Gebäudes untergebracht wird, so Napel.

So soll das Gesundheitshotel auf dem Areal Büdingen an der Seestraße in Konstanz aussehen. Ob es überhaupt gebaut wird, ist nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg jetzt wieder völlig offen.
So soll das Gesundheitshotel auf dem Areal Büdingen an der Seestraße in Konstanz aussehen. Ob es überhaupt gebaut wird, ist nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg jetzt wieder völlig offen. | Bild: Sea Palace AG

Das Personal-Wohnen ist weggefallen, für die Gäste bleibt es bei 114 Zimmern

Das Gebäude sei deutlich schlanker geworden, sagt der Amtsleiter, dessen Unterschrift am Ende gegebenenfalls unter der Freigabe steht. So habe Buff auf alle Personalwohn-Zimmer verzichtet, wodurch das Gebäude zu den Nachbarn in der Glärnisch- und Säntisstraße deutlich schlanker werde. Dieses Detail ist wichtig, weil einige Anwohner bereits zu Beginn der Planungen mit einer Klage gedroht hatten. Inzwischen sei das Gebäude zwar teilweise höher als geplant, aber die Baulinie als Grenze einer zulässigen Bebauung sei "deutlich unterschritten", so Napel. Nach wie vor seien 114 Gästezimmer und 118 Autostellplätze in der Tiefgarage geplant.

Umstrittenes Vorhaben: Bei einem Ortstermin mit Bürgern Ende März stellten Konstanzer wie hier Felix Müller dem Investor Hans Jürg Buff (links) zahlreiche Fragen.
Umstrittenes Vorhaben: Bei einem Ortstermin mit Bürgern Ende März stellten Konstanzer wie hier Felix Müller dem Investor Hans Jürg Buff (links) zahlreiche Fragen. | Bild: Jörg-Peter Rau

Allerdings ist noch offen, wann die Frist abläuft, innerhalb derer die Stadt Konstanz den Bauantrag genehmigen oder zurückweisen muss. Denn weiterhin fehlen drei wichtige Bestandteile. Erstens der auch politisch besonders bedeutsame Freiflächenplan, in dem der Erhalt der geschützten Bäume und der Zugang der Öffentlichkeit zu dem bisher verriegelten Park dargestellt ist; zweitens das Brandschutzgutachten, das auf die Besonderheiten der überwiegend gewählten Bauweise in Holz eingeht; drittens das Artenschutzgutachten. Buff hatte gegenüber dem SÜDKURIER bereits angekündigt, er werde den Freiflächenplan wie gefordert im Gestaltungsbeirat am Mittwoch, 25. Juli, vorstellen. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 13.45 Uhr.

Noch fehlen Unterlagen, dann tickt für die Stadtverwaltung die Uhr

Im Technischen und Umweltausschuss wollte sich Andreas Napel nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Es gebe in seiner Behörde eine "vorläufige Einschätzung der Rechtslage", dass das jetzt eingereichte Projekt "in Ordnung sei". Klar könne er aber sagen, dass die Drei-Monats-Frist für die Stadtverwaltung erst beginne, wenn alle erforderlichen Unterlagen zum Bauantrag eingegangen seien. Buff hatte angekündigt, im Herbst 2018 mit dem Bau beginnen und das Hotel Anfang 2021 eröffnen zu wollen. Die Investitionssumme gibt Buff mit rund 70 Millionen Euro an.