Hans Jürg Buff, der Hotelier aus St. Moritz und Eigentümer des Büdingen-Areals, will in den nächsten zwei Wochen bei der Stadt einen Bauantrag für das geplante Luxus-Gesundheitshotel stellen. Das kündigte er am Mittwoch auf Anfrage des SÜDKURIER an. Er werde die Unterlagen demnächst einreichen. Vier Wochen, nachdem der Gestaltungsbeirat im wesentlichen seine Zustimmung zu den Plänen signalisiert hatte, liegt der geforderte Grünflächenplan allerdings noch nicht vor. Buff sagte, der beauftragte Landschaftsarchitekt arbeite an dem Grünplan, und es würden verschiedene Alternativen geprüft. Das Ergebnis steht nach seinen Worten allerdings noch aus.

Sie wollen das in Konstanz bisher beispiellose Projekt verwirklichen: Bauherr Hans Jürg Buff aus St. Moritz (rechts) und sein Architekt Pablo Horvath aus Chur.
Sie wollen das in Konstanz bisher beispiellose Projekt verwirklichen: Bauherr Hans Jürg Buff aus St. Moritz (rechts) und sein Architekt Pablo Horvath aus Chur. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Ob Buff sein Konzept für die besonders heiß diskutierten Freiflächen sofort mit dem Bauantrag bei der Stadt abgibt, ließ er offen. Die Frage ist auch für die Fristen entscheidend, die dann im weiteren Verfahren gelten. Wenn das Baurechts- und Denkmalamt alle Unterlagen vollständig zur Prüfung hat, muss es den Bauantrag innerhalb von drei Monaten entscheiden. Nachdem bisher nichts eingegangen sei, ticke die Uhr noch nicht, teilte Amtsleiter Andreas Napel auf Anfrage mit. Grundsätzlich können Dokumente zu einem Bauantrag nachgereicht werden, allerdings kann dies die Entscheidung verzögern.

Investor spricht von viel Zustimmung aus Konstanz

Buff betonte, er wolle das Projekt wie beabsichtigt umsetzen. Bei der Gestaltung des Parks werde er sich an die Vorschriften zum Schutz der Natur und von Naturdenkmälern halten und auch die im Bebauungsplan vorgesehen Sichtachsen berücksichtigen. Den befürchteten Kahlschlag zugunsten von freier Seesicht aus den Zimmern des Hotels werde es nicht geben: "So lange ein Baum gesund ist und uns dient, werden wir ihn erhalten", so Buff. Zugleich zeigte er sich aber auch irritiert über die anhaltende Kritik in Konstanz. Hier spreche eine "laute Minderheit", erklärte Buff, "ich habe aber auch viele Mails bekommen, in denen ich ermutigt werde, das Projekt ja nicht fallen zu lassen."

Freie Grüne Liste fordert Antworten auf viele Fragen

Die Freie Grüne Liste allerdings bleibt gegenüber dem Vorhaben misstrauisch. In einem Antrag an die Verwaltung fordern Fraktionssprecher Stephan Kühnle und Stadtrat Peter Müller-Neff Aufklärung zu diversen Punkten. So wollen sie Informationen zur Baumasse, nachdem Buff in bisherigen Planungsschritten mehrfach das im Plan erlaubte Maß überschritten hatte. Auch zur Zufahrt in die Tiefgarage fordert die FGL Auskünfte. Weiter erinnert sie an die Zusage der Verwaltung vom 16. Mai, wonach öffentlich informiert werde, welche Bäume erhalten werden und welche nicht.

Zuletzt hatte der Bauherr sein Projekt wieder verkleinert

Ob die geforderten Informationen bereits in den nächsten Sitzung des Technischen und Umweltausschusses am Donnerstag, 21. Juni, vorliegen, ist noch ungewiss, da Buff ja noch keinen Bauantrag eingereicht hat. Bisher hatte Buff eine Bauvoranfrage gestellt, nach der das Hotel rund 70 000 Kubikmeter umfassen sollte. Erlaubt sind laut Bebauungsplan 53 000 Kubikmeter. Nach dem Verzicht auf Personalzimmer liegt das Vorhaben Informationen des SÜDKURIER zufolge nun bei etwa 59 000 Kubikmetern. Die Verwaltung könnte dies im Rahmen des Ermessens wohl genehmigen, allerdings haben Kritiker und Anwohner für den Fall einer Überschreitung von Baugrenzen bereits eine Klage angedroht.

Auf den Café-Pavillon würde der Investor auch verzichten

Überraschend kündigte Buff in einem Punkt Gesprächsbereitschaft an: Er wäre bereit, auf den öffentlich zugänglichen, wegen seiner Größe ebenfalls diskutierten Café-Pavillon direkt an der Seestraße zu verzichten, falls die Baumasse nochmals reduziert werden müsste. "Wir brauchen diesen Pavillon nicht unbedingt", so Buff. Allerdings würde ein Verzicht ihn nicht von der Verpflichtung entheben, wesentliche Teile des Parks für alle Interessierten zu öffnen: Diese Festlegung ist im Bebauungsplan klar verankert.

So soll das Gesundheitshotel auf dem Areal Büdingen an der Seestraße in Konstanz aussehen: Eine Computerdarstellung zum Projekt Sea Palace, wie es die Bauherren im März 2018 verteilt haben.
So soll das Gesundheitshotel auf dem Areal Büdingen an der Seestraße in Konstanz aussehen: Eine Computerdarstellung zum Projekt Sea Palace, wie es die Bauherren im März 2018 verteilt haben. | Bild: Sea Palace AG

Unter dem Titel Sea Palace plant Hans Jürg Buff ein Luxus-Gesundheitshotel auf dem Büdingen-Areal in bester Lage direkt an der Konstanzer Seestraße. Das Haus soll dort stehen, wo einst das Hotel "Konstanzer Hof" war. Weil es in den 1980er-Jahren für das Gelände schon einmal konkrete Baupläne gab, besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan sowie eine Baugenehmigung für ein dann nicht ausgeführtes Bauvorhaben. Die Investitionen sollen bei rund 70 Millionen Euro liegen.