Die schlechte Nachricht zuerst: Die Hallenfasnacht in Litzelstetten findet im kommenden Jahr nicht statt. Das bedeutet aber nicht, dass die Fasnacht ausfällt. "Gar nichts machen wollen wir nicht", so Michael Niebling, Zunftmeister der Litzelstetter Kuckuck. Die Straßenfasnacht findet auf jeden Fall statt. Gleichzeitig überlegen die Narren, in welcher Form statt einer Hallenfasnacht gefeiert wird. Unter welchem Motto, das verrät das Litzelstetter Kuckucksballett am Samstag, 19. Mai, im Rahmen des "Starkbierfestes 6.0" um 17 Uhr am Milchhäusle.

Die Entscheidung, die traditionelle Hallenfasnacht für 2019 abzusagen, fiel den Kuckuck nicht leicht. Aber: "Die Halle ist für uns erst einmal tabu. An der desolaten Halle ist noch immer nichts gemacht", stellt Michael Niebling fest. Aufgrund eines beträchtlichen Wasserschadens mussten die Kuckuck in der vergangenen Fasnachtssaison schon mächtig improvisieren, eine Interimsbühne aufbauen und in jede Menge Technik investieren. "Es war ein beträchtlicher Mehraufwand – auch finanziell", so Niebling. Den gestiegenen Kosten steht eine geringere Nachfrage gegenüber. "Nur an einem Abend war die Halle voll", erinnert der Zunftmeister; dafür rentiere sich der Aufwand nicht. "Deshalb machen wir ein Jahr Pause." In der Zwischenzeit werde sich die Narrenschar nach anderen Möglichkeiten umsehen und überlegen, mit welchen neuen Konzepten das Publikum begeistert werden könne, denn: "Im Jahr 2020 wollen wir wieder voll durchstarten."

Die Absage betrifft ausschließlich das Programm in der Seeblickhalle. Straßenfasnacht ebenso wie die Aktionen in den Kindergärten und der Schule werden wie gewohnt stattfinden. Gleichzeitig gebe es Überlegungen, am Schmotzigen Dunschtig am Milchhäusle zu feiern. Das ist auch ganz im Sinne des Kuckucksballetts, denn die ambitionierten, begeisterten Tänzerinnen und Tänzer wollen schließlich ihr Können einer breiten Öffentlichkeit zeigen. Natürlich sei es schade, dass keine Veranstaltungen in der Halle stattfinden werden; "es war immer cool, aber die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar", sagt Niels Huber vom Kuckucksballett, der gelassen meint: "Man wird sehen, wie es sich entwickelt." Zumal: Wenn das Kuckucks-Ballett tanzen will, "dann finden wir immer einen Platz", schmunzelt Huber.

Aber jetzt liegt der Fokus der insgesamt 19 Tänzerinnen und Tänzer im Alter zwischen 19 und 30 Jahren auf der Ausrichtung des mittlerweile sechsten Starkbierfestes, das dieses Mal wieder am Litzelstetter Milchhäusle im Komturweg stattfindet. "Unser kleines Fest kommt bei den Leuten sehr gut an. Es ist ein friedliches Fest für alle Generationen", freut sich Niels Huber. Denn das Ziel der jungen Veranstalter ist: "Jeder soll sich wohlfühlen." Die Tänzerinnen und Tänzer bieten den Gästen unter anderem Steaks, Grillwürste, Obazda und Kässpätzle und neben dem titelgebenden Starkbier gibt es eine reiche Getränkeauswahl.

Der Höhepunkt – die getanzte Fasnachtsmotto-Bekanntgabe – findet gegen 18 Uhr statt – und zwar jetzt erst recht, wenn im kommenden Jahr vor allem die Straßenfasnacht gepflegt werden soll. Das Motto ist wie üblich streng geheim. Niels Huber lässt nur folgende Stichworte fallen: "Es ist allgegenwärtig in der Region Konstanz, dem Wandel der Zeit unterworfen, ist irgendwie auch tierisch cool und vor allem bietet es sehr viele Möglichkeiten, sich zu verkleiden." Ab etwa 19 Uhr spielt dann noch die junge Dingelsdorfer Band "Seerausch". Das Ballett jedenfalls ist begeistert. Tänzer Markus Niebling wertet: "Seerausch spielt zwar Blasmusik, aber moderner. Auch Charts und Schlager hauen die Musiker raus."

Das Starkbierfest

Das 6. Starkbierfest des gemischten Kuckucks-Balletts findet am Samstag, 19. Mai, ab 17 Uhr am Litzelstetter Milchhäusle im Komturweg statt. Um 18 Uhr wird der Fassanstich zelebriert und das Fasnachtsmotto 2019 auf tänzerische Weise verkündet. Im Anschluss spielt die Dingelsdorfer Band „Seerausch“. (as)