Die Pfingstferien begannen in Litzelstetten wenig friedvoll. In zwei Nächten zogen randalierende Personen durch die Straßen des Konstanzer Vororts und ließen ihrer Zerstörungswut freien Lauf: Unbekannte demolierten Motorroller und Fahrräder, schmissen Fenster ein und besprühten Wände. Zumindest der Vandalismus gegen die Roller scheint nun aufgeklärt. Der Leitende Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth möchte auf SÜDKURIER-Anfrage nur so viel sagen: "Sämtliche Roller sind wieder dort, wo sie hingehören." Mehr verrät er mit dem Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht. Nach SÜDKURIER-Informationen handelt es sich bei den Tatverdächtigen um minderjährige Personen aus Litzelstetten. Menschen vor Vollendung des 14. Lebensjahres sind als Kinder strafunmündig. Für Erwachsene gilt das allgemeine Strafrecht. Für die Übergangszeit gilt das Jugendgerichtsgesetz. Es ist uneingeschränkt anwendbar für Jugendliche, die zur Tatzeit im Alter von 14 bis 17 Jahren waren.

Heinz Schulze gehörte einer der demolierten Roller. "Ich verstehe nicht, was in den Köpfen dieser Täter vorgeht", sagt der Pensionär. Als er im Juni bemerkte, dass das vor seinem Wohnhaus abgestellte Zweirad nicht mehr da war, rief er die Polizei, die ihm sofort sagen konnte, wo der Roller war: nämlich im Bauhof von Litelstetten. "Hier haben wir die gefundenen und zum Teil zerstörten Motorräder hingebracht", erzählt Klaus Frommer, Verwaltungsleiter Ortsverwaltung Litzelstetten. "Wieso macht jemand so etwas? Da ging es nur darum, etwas kaputt zu machen." Heinz Schulze kündigt an, dass er eine Zivilklage gegen die Täter anstrebt: "So eine Dummheit gehört bestraft. Ich möchte den Roller außerdem komplett ersetzt haben."

Kurze Zeit nach den Randaletouren verschärfte die Ortsverwaltung die Regularien für die Nutzung des Jugendcontainers am Entengraben. Seither müssen die Jugendlichen den Schlüssel persönlich abholen und wieder zurückbringen sowie eine Verständniserklärung unterschreiben. Der Genuss von Alkohol ist streng reglementiert. "Es ist mittlerweile Ruhe eingekehrt", sagt Klaus Frommer. Von April bis Mitte Juni war die Anlage komplett geschlossen. Der ausschlaggebende Grund war eine ausufernde Party, der 18. Geburtstag eines jungen Mannes. Der Ruf der Litzelstetter Jugend litt gewaltig: Immer mehr Graffiti verunstalteten das Ortsbild, Sachbeschädigungen nahmen zu. Einige der demolierten Roller wurden in den Wiesen hinter der Skaterrampe abgelegt, die Tischtennisplatte des Jugendtreffs wurde ebenfalls demoliert.

Jugendtreff Entengraben

Der Jugendcontainer steht beim Sportplatz an der Skateanlage. Der Raum ist etwa 30 Quadratmeter groß und wird mit einer Eckbank, Tisch und Stühlen sowie einer kleinen Küchenzeile ausgestattet. Die Kosten für den Jugendtreff wurden bei der Eröffnung im Jahr 2014 auf rund 28 000 Euro beziffert.