Sie sind rot, kommen von den Stadtwerken und sollen Konstanzer von A nach B bringen. Klare Sache für viele: Das ist der Rote Arnold, benannt nach Fritz Arnold, der als Baubürgermeister 1927 den ersten Stadtbus einweihte. 91 Jahre später stehen den Bürgern 150 neue rote Gefährte zur Verfügung und wieder erhalten sie einen Kosenamen: Konrad heißt das von vielen lang ersehnte Fahrrad-Leihsystem der Stadt, eine Wortschöpfung aus Konstanz und Rad. Ab Mittwoch, 11. April, sollen sie durch die Stadt rollen.

Wie viele Räder gibt es an wie vielen Stationen?

Insgesamt stellen die Stadtwerke in Kooperation mit der Stadt 150 Leihräder zur Verfügung, das Radmaß liegt einheitlich bei 20 Zoll. Betrieben wird das System vom Händler Fahrradspezialitäten, der seit mehreren Jahren auch die TINK-Lastenräder anbietet. Verteilt sind die 150 Konräder auf 15 Stationen mit Fahrradbügeln über die gesamte Stadt. Die Standorte werden erst zum Start nächste Woche bekannt gegeben.

Welche Fahrräder werden für Konrad genutzt?

Dominik Langer, Geschäftsführer von Fahrradspezialitäten, erklärt: "Im Grunde handelt es sich um eine Weiterentwicklung eines Lastenrads, vom Aufbau ähneln sie Rädern für Briefträger mit einem sehr stabilen Gepäckträger vorne." Für einen optimalen Service seien die Bordcomputer, wie sie bereits für TINK genutzt wurden, weiterentwickelt worden.

Hierfür arbeitet Fahrradspezialitäten mit einem neuen Mobilfunkanbieter zusammen, um Netzproblemen vorzubeugen. Bei den Rädern selbst handle es sich um eines der hochwertigsten Modelle Deutschlands: "Konstanzer sind aus der privaten Nutzung eine hohe Qualität gewohnt, mit schlechten Rädern würden wir sie abschrecken," sagt Langer.

Wie funktioniert die Leihe?

Die Fahrräder stehen rund um die Uhr bereit. Nutzer müssen sich einmalig registrieren, entweder mit der Smartphone-App "Mein Konstanz" oder ab 11. April im Internet unter konrad.tink-konstanz.de. Dort werden alle Stationen mit den aktuell verfügbaren Rädern angezeigt.

Die Anmietung ist außerdem auch per SMS oder per Chip am Bordcomputer möglich. Der Chip kostet fünf Euro Kaution und ist im Fahrradspezialitäten-Geschäft in der Schulthaißstraße und im Energiewürfel der Stadtwerke erhältlich. Abgegeben werden können die Konräder an jeder beliebigen Station.

Was kostet die Leihe?

Konrad wird pro halbe Stunde einen Euro kosten. Der Tagestarif liegt bei maximal neun Euro. Wer sein Rad außerhalb einer der vorgesehenen Stationen abgibt, wird laut Stadtwerke eine Servicegebühr zahlen müssen. Das Rad kann jedoch während der Mietzeit überall abgeschlossen werden, ohne sich auszuloggen.

Ersetzt Konrad künftig TINK?

Nein. Dominik Langer von Fahrradspezialitäten erhofft sich im Gegenteil eine Entspannung für die stark nachgefragten Lastenräder. "Viele haben TINK bisher auch für einfache Fahrten genutzt, weil es nur dieses eine System gab", sagt er. Ob TINK und Konrad irgendwann eins werden, sei noch offen, Langer hält die Idee allerdings für "gut vorstellbar". Bis es soweit ist, wird es auch nur drei gemeinsame Stationen für beide Systeme geben, am Haupt- und Petershauser Bahnhof und an der Laube, erklärt Langer.

Gibt es auch E-Konrads?

Wie Dominik Langer erklärt, wird es im Rahmen von Konrad voerst keine E-Bikes geben. Er gibt zu, dass ihn die Entwicklung eines Leihsystems für Räder mit Elektroantrieb reizt. Noch sei dies allerdings technisch nicht umsetzbar. Ein funktionierendes Modell sei ihm noch nicht untergekommen. "Das Problem ist noch das mobile Laden an den Stationen", erklärt Langer.