Katerstimmung nach der Feier: Ob es nun wirklich eine "gute Nacht" war, darüber gehen die Meinungen auseinander. Einigermaßen heftig fällt die Kritik aus, die Partygäste nachträglich den Veranstaltern der GuteNacht-Party, die am 31. Oktober im Bodenseeforum stattfand, ins Stammbuch schrieben. Nicht so heftig fällt die Kritik an der einige Nächte zuvor veranstalteten Ersti-Party des AStA der Uni Konstanz aus.

Sie habe 30 Minuten an der Bar anstehen müssen, schreibt eine Besucherin der GuteNacht-Party auf Facebook, dann nicht das gewünschte Getränk bekommen, das auch noch falsch berechnet wurde. Ein anderer Nutzer schreibt, dass er am Eingang 20 Minuten anstehen musste und eine halbe Stunde an der Bar. Es habe zudem keine Sitzgelegenheiten gegeben. Weitere Nutzer melden ähnliche Wartezeiten, an den Toiletten hätten sich im Laufe des Abends lange Schlangen gebildet. "Trotz Ticket durfte man eine halbe Stunde warten, bis man eingelassen wurde. Die Bar, ganz gleich ob man ein Bier wollte, oder nur Pfand abgeben – ebenso die Toiletten – wiesen halbstündige Wartezeiten auf", schreibt ein Nutzer. Außerdem monieren einige Partygäste die relativ frühe Sperrstunde. Lob gibt es allerdings auch: Dieses bezieht sich auf die gute Musik.

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Claudia Brier, Projektleitung Kultur und Gesellschaft beim Bodenseeforum, weist darauf hin, dass es bei den Kontrollen strenge Auflagen seitens der Stadt gegeben habe. "Wir waren sehr bedacht, dass diese umgesetzt werden. Die Security war sorgfältig, vermutlich kam es auch deshalb zu Verzögerungen." Was die Toilettenanlagen betreffe, so sei das Bodenseeforum als Veranstaltungszentrum nicht in erster Linie für Partys gedacht. "Die Toilettenanlagen sind nicht beliebig erweiterbar." Nach den ersten Partys, die im Bodenseeforum veranstaltet wurden, werde man Optimierung anstreben.

Philipp Uricher, Mitveranstalter der GuteNacht-Party, kann so manches Ärgernis des Abends erklären: "Wir hatten dieselben Probleme wie die Ersti-Party des AStA", sagt er, der Außenbereich beim Bodenseeforum sei sehr begrenzt, man könne deshalb nicht viele Einlässe einrichten. Ein weiteres Problem sei, dass es wenig Platz für die Raucher gebe. "Bei solchen Feiern muss man aber mit etwa 800 Rauchern rechnen". Diese hätten sich im Außenbereich, wo sich auch der Einlass befand, gedrängt, keine gute Situation, findet Uricher. "Grundsätzlich gibt es eine Terrasse Richtung Seerhein, aber diese wird noch nicht genutzt."

Bei den Warteschlangen an den Bars widerspricht Uricher: Die Wartezeit sei selten länger als fünf bis zehn Minuten gewesen, stehe man allerdings seitlich an, werde man schnell abgedrängt. Auch am Einlass sei es immer wieder gelungen, die Schlange rasch zu verkürzen. Die Sperrstunde um 3 Uhr sei für die GuteNacht-Veranstalter selbst ungünstig gewesen: "Eine Stunde länger Ausschank tut der Kasse natürlich gut". Ein gutes Auskommen mit der Stadt sei ihnen aber wichtig, Uricher und sein Kollege wollen auch künftig in Konstanz Veranstaltungen organisieren.

Urichers Fazit fällt nicht negativ aus. Es gebe viele positive Rückmeldungen. "Beide Hauptacts waren zufrieden und hatten Spaß. Zeitweise waren 1500 Menschen auf dem Hauptfloor und es herrschte sehr gute Stimmung." Es habe keine Beschwerden von Anwohnern gegeben – und viele feiernde Gäste waren letztlich zufrieden.

Auch Werner Rietzschel und Xhavit Hyseni von Nachtschwärmer-kn und Mitveranstalter der AStA-Ersti-Party verweisen auf die fehlende Routine im neuen Veranstaltungshaus: Man könne kaum auf Erfahrungswerte zurückgreifen, schreiben sie. Auf einige der Kritikpunkte habe der Veranstalter keinen Einfluss. Als Reaktion intensivierten Hyseni und Rietzschel den Dialog mit dem Veranstaltungsmanagement des Bodenseeforums. Für die nächste Veranstaltung am 16. November seien bereits einige Anpassungen zugesagt worden.

Bodenseeforum

Das kürzlich eröffnete Bodenseeforum soll als Tagungs- und Veranstaltungszentrum genutzt werden. Auch Partyveranstalter sind grundsätzlich erwünscht. Laut Homepage ist im November eine weitere Party von Nachtschwärmer-kn geplant, an Silvester eine Party in der Regie der ehemaligen Betreiber der Blechnerei.