Konstanz Kreisseniorenrat veranstaltet "Denkfabrik" zu Altersthemen

Der Konstanzer Kreisseniorenrat sieht eine alarmierende Altersarmut. Der Verband hat fünf Schwerpunktthemen im Blick: Altersmedizin, Mobilität, Pflege, Wohnen und Altersarmut.

Die "Denkfabrik" des Kreisseniorenrats will im kommenden Jahr auf Hochtouren zu den Themen Altersmedizin, Mobilität, Pflege, Wohnen und vor allem Altersarmut arbeiten. Die Vertretung der rund 66.000 Menschen im Landkreis, die 60 Jahre oder älter sind, betrachtet es als Alarmsignal, dass mehr als 30 Prozent der Bewohner von Pflegeheimen auf staatliche Unterstützungsgelder angewiesen sind, wie der Vorsitzende Bernd Eberwein sagt. Zu den Zielen der neu gewählten Mannschaft des geschäftsführenden Vorstands gehört es auch, den Aufbau von Netzwerken in den Stadtvierteln zu fördern, die es älteren Personen ermöglichen, lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Der Kreisseniorenrat sieht die dringende Notwendigkeit, in den Gemeinden hauptamtliche Quartiersmanager einzustellen, um Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit organisatorisch zu unterstützen.

Die Denkfabrik des Kreisseniorenrats, das sind fünf Arbeitskreise, die zu den genannten Schwerpunktthemen arbeiten. Deren Vertreter blicken ein Jahr nach der Gründung schon auf einige Erfolge, wie der bei der Jahresversammlung im Amt bestätigte Vorsitzende Bernd Eberwein sagt. So sei der Aufbau der Altersmedizin im Radolfzell, für die sich die Kreissenioren stark gemacht hatten, positiv zu bewerten. In den Kliniken des Gesundheitsverbunds sei zudem eine Verbesserung des Entlass-Managements zugesagt. Schon bei der Aufnahme solle geklärt werden, wie es nach dem Klinikaufenthalt weiter geht. Bei der Versorgung des ländlichen Raums mit Ärzten sei der Landkreis keinen Schritt vorangekommen, bedauert Eberwein. Auch bei der medizinischen Versorgung in den Pflegeheimen seien künftig Engpässe zu befürchten. Und die Bereitschaft der Ärzte zu Hausbesuchen schwinde.

Ein Brennpunktthema für den Kreisseniorenrat ist das Wohnen im Alter. Die Seniorenräte wollen Gespräche mit Gemeindeverwaltungen und Bürgermeistern zu den Strategien für eine seniorengerechte Entwicklung der Stadtviertel vornehmen. Sie halten den Einsatz hauptamtlicher Quartiersmanager, die zwischen ehrenamtlich Engagierten und Institutionen vermitteln, für unabdingbar. In den Kreisgemeinden spiele der Zuzug von Neubürgern eine große Rolle. Auf der anderen Seite stehen alte Menschen, denen es wegen körperlicher Einschränkungen an sozialen Kontakten mangele. Gemeinden seien gefragt, Quartiere zu entwickeln, die den Zusammenhalt fördern. Der Kreisseniorenrat ist dabei, gelungene Beispiele aus den Städten und Gemeinden im Landkreis zusammenzutragen.

Mit Sorge sieht der Kreisverband auf die Pflege in der Region. Es mangele sowohl an Pflegebetten als auch an Pflegekräften. Hoffnung mache die Planung neuer Heime und die Suche nach neuen Qualifizierungsmöglichkeiten, um Personal zu gewinnen. Der Kreisverband unterstützt mit einer Spende von 2000 Euro die Ausbildung von Alltagsbegleitern für pflegebedürftige Menschen durch eine gemeinnützige Organisation. Parteipolitisch ist der Kreisseniorenrat neutral, dennoch sind die Forderungen hochpolitisch, etwa wenn es um die künftige Rente geht. Die Arbeit der Seniorenvertretung bezeichnet Vorsitzender Bernd Eberwein als generationenübergreifend. "Die Jugendlichen von heute, das sind die Senioren von morgen."

Der Verband

Der Kreisseniorenrat vertritt die rund 66 000 über 60-Jährigen im Landkreis Konstanz. Mitglieder sind Seniorenräte oder Seniorenbeauftragte der Landkreisgemeinden. Auch Vertreter sozialer Organisationen mit aktiver Seniorenarbeit gehören dem Rat an. Bei der Jahresversammlung hat der Kreisseniorenrat einen neuen geschäftsführenden Vorstand gewählt. Vorsitzender bleibt Bernd Eberwein aus Gaienhofen, die stellvertretenden Vorsitzenden sind Evelin Steiger-Ott sowie Barbara Hanke-Hassel, die Schriftführung übernimmt Roswitha Willauer und die Kassenführung Ruth Hafner. (rin)

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