Yasin kann der Krise auch etwas Gutes abgewinnen, sagt der Rapper aus Konstanz:

„Ich sehe es als Chance, dass mir die Zeit zuhause endlich mal wieder die Möglichkeit gibt, kreativ zu arbeiten. Ich sitze schon an neuen Lied-Skizzen und Ideen. Außerdem genieße ich die Ruhe, die damit einhergeht. Ich kann mich viel fokussierter meiner Musik widmen.“
„Ich sehe es als Chance, dass mir die Zeit zuhause endlich mal wieder die Möglichkeit gibt, kreativ zu arbeiten. Ich sitze schon an neuen Lied-Skizzen und Ideen. Außerdem genieße ich die Ruhe, die damit einhergeht. Ich kann mich viel fokussierter meiner Musik widmen.“ | Bild: Yasin music

Sein Lied schenkt Hoffnung und Zuversicht

Er sei dankbar, seit knapp fünf Jahren Musik machen zu können, aber auch froh, dass er derzeit finanziell nicht von ihr abhängig sei. Die Nachrichtenlage habe ihn „psychisch runtergezogen“, sag Yasin. Er versuche durch seine Lieder Hoffnung zu geben und Kraft zu schenken. Daher sei er auf die Idee gekommen, ein hoffnungsvolles Lied über die Corona-Zeit zu schreiben.

Video: Yasin

Pflegekräfte schöpfen durch das Lied wieder neue Energie

Die Reaktionen auf sein Video seien überwältigend. „Viele Leute erzählen, wie wichtig es für sie ist, wieder etwas Positives zu hören. Ich bekomme Nachrichten von Pflegekräften, denen mein Lied nach einer durchgearbeiteten Schicht wieder neue Energie gegeben hat“, sagt der Rapper erfreut.

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Wer positiv denke und glücklich sei, bleibe länger gesund, ist er sich sicher. Worin Yasin sich noch sicher ist: „Die Zeit nach Corona wird eine glückliche und wunderschöne Zeit.“

Konzert im Wohnzimmer

Bis es soweit ist, versucht das Konstanzer Duo „2 sam“, bestehend aus Susan Gönner und Simon Weiland, der Krise positiv zu begegnen. Sie nutzen ihr Wohnzimmer für Auftritte. Wie das funktioniert? Sie filmten ihr kleines Konzert mit der Kamera und stellten es online.

„Wir hatten gut geprobt und auf diese Weise fällt es nicht aus. Es ist eine schöne Kommunikation von Wohnzimmer zu Wohnzimmer“, sagt Simon Weiland.
„Wir hatten gut geprobt und auf diese Weise fällt es nicht aus. Es ist eine schöne Kommunikation von Wohnzimmer zu Wohnzimmer“, sagt Simon Weiland. | Bild: Hanser, Oliver

Der Wunsch nach mehr Solidarität und Verantwortung in der Gesellschaft

Da beide nicht hauptberuflich Künstler sind, treiben sie finanziell noch keine Sorgen um. Sorge habe er allerdings, „ob unsere Gesellschaft diese außergewöhnliche Situation verkraftet“, sagt Weiland. Doch er und Susan Gönner sehen wie Yasin auch Chancen dieser Krise. „In der Gesellschaft könnten sich einige Werte in Richtung Solidarität und Verantwortung verschieben“, meint der Musiker.

Video: Simon Weiland

Musikunterricht per Skype

Verantwortung. Das wünscht sich auch Jazz-Schlagzeuger Patrick Manzecchi. Sowohl von der Politik als auch von der Gesellschaft. Land und Bund seien bemüht, Selbstständige finanziell aufzufangen. „Das ist ein wichtiges Zeichen!“, sagt Manzecchi.

Patrick Manzecchi, Jazz-Musiker und Schlagzeuger aus Konstanz.
Patrick Manzecchi, Jazz-Musiker und Schlagzeuger aus Konstanz. | Bild: Helmut Oelke

Denn anders als Susan Gönner und Simon Weiland lebt er von seiner Musik. Anfragen für kommende Konzerte seien angesichts der aktuellen Lage eher dünn. Daher hat er sich etwas überlegt.

„Aktuell unterrichte ich beinahe täglich online via Skype für die Musikschulen in unserer Umgebung. Dies funktioniert ganz gut“, sagt Manzecchi.

Online-Unterricht wird auch in der Musikschule eingesetzt

Nicht nur Patrick Manzecchi nutzt die Möglichkeiten des Internets, um weiterhin Geld verdienen zu können. Der gebürtige Konstanzer Christian Haunz ist musikalischer Leiter der Popmusic School in Fellbach.

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Er bietet online Musikunterricht an, „um unseren Lehrern, die alle freiberufliche Musiker sind, weiterhin eine Einnahmequelle zu bieten“, sagt Haunz. Durch die Umstellung habe er derzeit überwiegend administrative Aufgaben.

Doch die Musik kommt nicht zu kurz. Wie die anderen Künstler nutzt er sie, um positive Stimmung zu verbreiten und Solidarität zu zeigen.

„Um mich am Wochenende selbst etwas aufzuheitern, habe ich versucht, die Situation in einem fröhlich untermalten Kontext zu verarbeiten“, sagt Christian Haunz.
„Um mich am Wochenende selbst etwas aufzuheitern, habe ich versucht, die Situation in einem fröhlich untermalten Kontext zu verarbeiten“, sagt Christian Haunz. | Bild: Tobias Lang

Er schrieb das kurze Lied „Ich bleib daheim“:

Video: Christian Haunz

Das Video verbreitete sich in den sozialen Netzwerken und auf Youtube. „Ich konnte damit einigen Leuten eine Freude machen“, stellt Haunz zufrieden fest.

Musik kann also helfen, um auf positive Gedanken zu kommen. Jazz-Schlagzeuger Patrick Manzecchi appelliert daher an alle freischaffenden Künstler in Konstanz:

„Jetzt heißt es: Durchhalten!“
„Jetzt heißt es: Durchhalten!“ | Bild: Christian Fluor