Konstanz Konstanzer Z-Brücke vielleicht erst 2018 fertig

Geplant war eine Eröffnung im Herbst: Bei der Z-Brücke in Petershausen gibt es weitere Verzögerungen. Möglicherweise können Fußgänger und Radfahrer sie erst im Jahr 2018 benutzen. Die Stadt sieht die Verantwortung bei Lieferanten.

Das Bauwerk, das Fußgängern und Radfahrern unabhängig von den oft geschlossenen Schranken einen sicheren und barrierefreien Weg über die Bahngleise bieten wird, ist möglicherweise erst im neuen Jahr fertiggestellt. Das bestätigte die Pressestelle der Stadt Konstanz auf Anfrage des SÜDKURIER. Noch bestehe Hoffnung auf eine Inbetriebnahme in diesem Jahr, erklärte Sprecher Walter Rügert. Allerdings hänge die Stadt bei dem bis zu 6,2 Millionen Euro teuren Bau von Lieferanten und Baufirmen, aber auch vom Wetter ab. Die Planungen reichen bis ins Jahr 2007 zurück und waren seither von mehreren massiven Kostensteigerungen überschattet.

Zuletzt war kaum ein Fortschritt zu sehen

Damit die Brücke, an der seit Wochen kaum mehr ein Baufortschritt mehr festzustellen ist, in Betrieb gehen kann, fehlen noch wichtige Details. Dazu gehören Teile der Aufzüge, einige Geländer und horizontale Absperrungen, die einen Berühren der mit 15 000 Volt geladenen Oberleitung der Bahn verhindern. Dieser Schutz solle kommende Woche montiert werden, so die Stadtverwaltung – und zwar nachts, weil dafür der Strom in den Oberleitungen abgeschaltet werden muss. Für die fehlenden Geländer gibt es den Angaben zufolge "noch keinen Liefer- und Einbautermin". Falls dies wegen Engpässen im Bau oder wegen schlechten Wetters dieses Jahr nicht mehr zu machen sei, "kann eine Eröffnung der Brücke aus sicherheitstechnischen Gründen in diesem Jahr nicht stattfinden und muss in das neue Jahr verschoben werden".

Endgültige Kosten weiter unklar

Noch unklar ist unterdessen, wie teuer die Brücke am Ende sein wird. Bei dem Vorhaben, das die Stadtverwaltung ursprünglich auf 2,6 Millionen Euro taxiert hatte, gab es mehrfach Kostensteigerungen. Zuletzt wurde bekannt, dass die Baufirma dutzende so genannter Nachträge geltend gemacht hat – das sind Posten, die bei der Planung falsch oder gar nicht vorgesehen waren oder die im Laufe des Baus noch aufgetaucht sind. Die Verwaltung hatte dazu auch angekündigt, strittige Punkte notfalls auch gerichtlich zu klären. Bisher, so Walter Rügert auf SÜDKURIER-Anfrage, seien aber noch keine Prozesse anhängig: "Derzeit wird noch gemeinsam verhandelt. Eine Klage ist im Augenblick nicht zielführend."

Um mehrere hunderttausend Euro gibt es Streit

Als der Gemeinderat 2016 das Projekt endgültig beschlossen hatte, waren Kosten von 4,9 Millionen Euro vorgesehen. Seither hat die Politik weitere 400 000 Euro bereitgestellt. Auf weitere 580 000 Euro kalkuliert die Verwaltung laut Vorlage strittige Nachträge, die in einem mittleren Szenario noch zu bezahlen wären. Im schlimmsten Fall (falls sich Baufirma und Planungsbüro in allen Punkten durchsetzen, so genanntes Worst-Case-Senzario) könnten nochmals 300 000 Euro dazukommen.

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