Das Wissen kommt aus Konstanz, das Produkt überwiegend aus der chinesischen Partnerstadt Suzhou: Die Solarfirma RCT Power hat ein neues Werk in Betrieb genommen. Das teilte Geschäftsführer Thomas Hauser mit und stellte klar: In Konstanz, wo die Firma ebenfalls Batterien zur Speicherung von Solarstrom herstellt, bleiben alle 14 Arbeitsplätze erhalten. "Wir gehen sogar eher von einem Personalaufbau aus, da der Markt sehr schnell wächst und wir Service, Entwicklung und Vertrieb tendenziell ausbauen müssen", sagte Hauser dem SÜDKURIER am Telefon. Denn zum Start der Produktion ist er selbst in Suzhou vor Ort.

Die Bauteile kommen ohnehin schon aus Fernost

Ein Grund für die Wahl des Standorts ist, dass die Speicherzellen, die in den RCT-Geräten eingesetzt werden, auch aus Fernost kommen. "Leider gibt es in Deutschland und Europa keinen Anbieter für das, was wir brauchen", erklärte Thomas Hauser. Insofern sei es naheliegend, auch die zusätzliche Produktion in China anzusiedeln.

Die Zellen beruhen auf einer Lithium-Eisen-Phosphat-Technologie, die RCT auch mit Blick auf Brände von Auto-Stromspeichern als "äußerst sicher" bezeichnet. Außerdem ziele RCT, wo frühere Sunways-Mitarbeiter und ein chinesischer Investor gemeinsam die Eigentümer sind, mittelfristig auch auf Absatzmärkte in Fernost.

Wer Sonnenstrom erzeugt, verbraucht im am besten selbst. Dabei hilft ein Speicher

Das Speichern von selbst erzeugtem Solarstrom wird zunehmend attraktiv, wie die gesetzlich garantierten Vergütungen für das Einspeisen ins öffentliche Stromnetz in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen sind. Wiederaufladbare Batterien für zuhause seien ein starker Wachstumsmarkt, begründete Thomas Hauser das neue Engagement in China. Dort sollen bis zu 18.000 Batterien im Jahr hergestellt werden – zusätzlich zu den Modulen aus Konstanz, deren Produktion am Bodensee weitergehen solle.

In China gebe es qualifizierte Arbeitskräfte, sagte der RCT-Power-Chef. Sie würden nach hohen Sozial-, Sicherheits- und Umweltstandards beschäftigt, erklärte Hauser auf Nachfrage und angesichts immer wiederkehrender Berichte über ausbeuterische und gefährliche Arbeitsbedingungen in China. In Suzhou mit seinen vielen Seen gälten sehr strenge Richtlinien; die derzeit zehn Mitarbeiter in der Produktion arbeiteten an fünf Tagen pro Woche jeweils 10,5 Stunden, die sechs Kräfte in der Verwaltung neun Stunden.

In Suzhou ist ein alter Hase aus der Konstanzer Solarszene schon länger aktiv

Für den neuen Standort Suzhou bei Shanghai hat Thomas Hauser übrigens nur Lob übrig. Die Millionenstadt, mit der Konstanz seit 2006 partnerschaftlich verbunden ist, entwickle sich sehr schnell und wirke gut organisiert, sauber und sicher. Die RCT-Gruppe ist dort übrigens schon länger ansässig: RCT Solutions, eine Schwesterfirma von RCT Power unter Leitung des Konstanzer Solar-Experten Peter Fath, engagiert sich seit einigen Jahren in Suzhou.

 

Akkus für Sonnenstrom

Der Bau von Speichern für Solarstrom ist anspruchsvoll: Die Fotovoltaik-Elemente erzeugen Gleichspannung, in dieser Form wird die Energie auch gespeichert. Im Haushalt benötigt wird dagegen Wechselspannung. Die zur Umwandlung erforderlichen Wechselrichter waren stets auch eine Spezialität der Konstanzer Solarfirma Sunways. Das Wissen konnten einige Sunways-Mitarbeiter über die Insolvenz hinweg retten. Die Geräte, die in Konstanz entwickelt und in Pfullingen hergestellt werden, hätten mit den Sunways-Produkten kaum mehr technische Gemeinsamkeiten, so RCT-Chef Thomas Hauser.