Wohin mit den Paketen in Petershausen? Und wo kann man Sendungen abholen, wenn der Bote vor verschlossener Tür stand? Wo im dicht bevölkerten rechtsrheinischen Gebiet gibt es künftig Bargeld für Kunden der Postbank und anderer Banken in der Cash Group wie der Commerzbank, der Deutschen Bank oder der Hypovereinsbank? Auch einen Monat, nachdem Post und Postbank die Schließung der Filiale in der Moltkestraße bestätigt haben, gibt es noch keine Antworten. Und das, obwohl der Protest zunimmt.

Unterschriftensammlung auf dem Markt und vor der Filiale

Jetzt hat sich neben OB Uli Burchardt auch die Bürgergemeinschaft Petershausen eingeschaltet. Sie sammelt am Samstag ab 10 Uhr Unterschriften auf dem Wochenmarkt an der Gebhardskirche wie auch vor der Postbank-Filiale selbst und fordert "dass die kundenfreundlich und barrierefrei eingerichtete Poststelle auf jeden Fall an diesem bisherigen Standort erhalten bleiben soll". 

Begehrte Dienstleistung: Die Schlangen sind oft lang und gehen bis vor die Tür. Dennoch woll die Postbank ihr Finanzcenter in Konstanz-Petershausen schließen.
Begehrte Dienstleistung: Die Schlangen sind oft lang und gehen bis vor die Tür. Dennoch woll die Postbank ihr Finanzcenter in Konstanz-Petershausen schließen. | Bild: Rolf Ditting

Unternehmenssprecher geben weiter keine Details preis

Unternehmenssprecher von Post und Postbank zeigen sich gegenüber dem SÜDKURIER wenig beeindruckt. Den Schließungstermin 31. August, den Kunden der Filiale dort selbst erfahren haben, wollen sie nicht bestätigen. Allerdings erklären die Pressestelle von Post und Postbank übereinstimmend, dass nach einer Alternative schon länger intensiv gesucht werde. Bisher ist dort die Postbank die Betreiberin, die für das komplett getrennte Unternehmen Deutsche Post AG und deren Kunden Dienstleistungen rund um Paket und Brief erbringt. Die Postbank strafft ihr Filialnetz, weil sie wie alle Banken unter großem Kostendruck steht. Am Freitag kündigte ein Sprecher eine umfassende Erklärung in den "nächsten ein bis zwei Wochen" an.

OB Burchardt hat noch kein Antwortschreiben auf Protestbrief

Während unter Kunden in der Filiale die Schließung immer wieder ein Thema beunruhigter Gespräche ist, hat OB Burchardt noch kein Antwortschreiben auf einen Brief erhalten, den er laut einer Pressemitteilung des Rathauses bereits am 9. Mai geschrieben hat. Dazu befragt, erklärte ein Sprecher der Deutschen Post AG, der OB erhalte in den nächsten Tagen eine Antwort. Wie es heißt, könnte diese bereits Details zum zukünftigen Angebot enthalten. Die Postbank als eigentliche Ansprechpartnerin für die Filiale in der Molkestraße hat nach eigenen Angaben von Burchardt keinen Brief erhalten.

Bürgergemeinschaft will für den Erhalt des Standorts kämpfen

Christian Millauer, Vorstandsmitglied bei der Bürgergemeinschaft Petershausen, hätte für eine Verschlechterung des Post-Angebots im größten Stadtteil kein Verständnis. Er sagte am Freitag dem SÜDKURIER: "Wir wollen auch mit der Unterschriftenaktion Druck aufbauen" und vor allem die Deutsche Post AG zum Einlenken bewegen. Er glaube aber nach wie vor an die Chance, dass die Filiale entweder in Eigenregie oder mit einem Partner am bewährten Standort weiterbetrieben werden könne: "Die Räume sind ideal für die Post, das müsste eigentlich auch der Eigentümer des Gebäudes sehen."