Ein Spielzeugladen. Kinder laufen umher, spielen mit den Sachen. Die Kamera zoomt auf einen kleinen Jungen, der sich mit grossen Augen umschaut. Er spielt mit einem Dinosaurier.

So beginnt der Film Speechless, der bei den 13. Konstanzer kurz.film.spielen gezeigt wird. Die Vorbereitungen für das Festival laufen seit März und werden von ehrenamtlichen Helfern betreut. Fast 600 Einsendungen aus 49 verschiedenen Nationen gab es. Sophie Rölle und ihre Mannschaft aus Studenten und Berufstätigen haben 49 Filme aus 24 Ländern ausgewählt. „Der schöne Sommer wird im Kino verbracht, um all das Material durchzuschauen. Jeder Film wurde angeschaut. Man kann ja nicht nach dem Namen oder der Filmlänge entscheiden,“ erklärt Rölle.

Die kurz.film.spiele haben Tradition in Konstanz. Bereits Ende der 1990er-Jahre gab es die Amateur.Film.Spiele. Aus ihnen entwickelten sich das heutige Filmfestival, die es jährlich an einem Wochenende im Oktober gibt. Letztes Jahr besuchten rund 400 Menschen das Filmfestival. Auch dieses Jahr ist der Verkauf der Karten gut angelaufen.

Durch die vielen verschiedenen Nationalitäten, die vertreten sind, ergebe sich ein breites Spektrum an Inhalten. „Es ist toll, dass ganz viele unterschiedliche Geschichten zusammenkommen,“ erklärt Mit-Organisator Ulrich von Varnbüler. So gibt es dieses Jahr viele Kooperationen bei den Kurzfilmen, beispielsweise ein Film mit holländischem Regisseur und einer internationalen Crew, der in Polen spielt. Durch das Internet sei es viel einfacher, seine Filme einzureichen und eine grenzübergreifende Mitwirkung möglich zu machen.

Beim Festival vergibt das Publikum einen Preis und eine Jury drei Preise. Viele bekannte Gesichter sind in der Jury zu finden: Andreas Schreitmüller, der bei ARTE für den Bereich Fernseh- und Spielfilm zuständig ist, vertritt den Kulturjournalismus. Als Schauspielerin ist Julia Becker in der Jury. Auch der Sieger des Vorjahres, Ayce Kartal, sollte dabei sein, doch ihm wurde die Ausreise aus der Türkei verweigert. Aus dem Bereich Filmvertrieb sitzt Andreas Heidenreich, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands kommunaler Filmarbeit, in der Jury. Auch ein Wissenschaftler ist vertreten: Martin Spöhrer. Er forscht an der Uni Konstanz in den Bereichen Film- und Medientheorie.

An zwei Tagen in jeweils vier Blöcken werden die Filme präsentiert. Pro Block steht ein Mitwirkender eines gezeigten Films dem Publikum für Fragen und Antworten zur Verfügung stehen. Drei Filme, die man unbedingt sehen sollte, sind laut Sophie Rölle und Ulrich von Varnbüler Mother(s), Under the Sun und Metube2. Mother(s) erzählt die Geschichte der achtjährigen Aida, deren Leben auf den Kopf gestellt wird, als ihr Vater mit einer zweiten Frau und einem Kind nach Hause kommt. Under the Sun beschäftigt sich mit dem Schicksal zweier Familien. Die Frage nach Schuld und Unschuld ist der Kern des Kurzfilms. Metube2 präsentiert den größten Opern-Flashmob der Geschichte. „Alle Filme sind Spiegel, um sich mit gesellschaftlichen Themen auch über Deutschland hinaus auseinanderzusetzen,“ sagt Sophie Rölle.

Neuer Veranstaltungsort

Die kurz.film.spiele finden am 22. und 23. Oktober zum ersten Mal im Stadttheater Konstanz statt. Mit dem Stadttheater vergrößert sich das Festival noch einmal. Letztes Jahr fand es im Bürgersaal statt. Doch der große Saal im Stadttheater bietet die Möglichkeit, dass noch mehr Besucher einen Platz finden. Das Festival findet am Samstag, 13 bis 22 Uhr, und Sonntag, 13 bis 21.30 Uhr, statt. Karten gibt es im Vorverkauf und an der Tageskasse, Karten für einen Tag kosten 17 Euro (ermäßigt 14 Euro), Karten für beide Tage 28 Euro (ermäßigt 23 Euro).