Konstanz Konstanzer Autorin Thurid Neumann: "Phantasie macht das Leben spannend"

Die Konstanzer Kinderbuchautorin Thurid Neumann veröffentlichte Anfang des Jahres ihr neues Buch. Die Schriftstellerin berichtet über ihre Kindheit, wie und wieso sie schreibt und warum im Kopf jung bleiben für sie das Wichtigste ist.

"Es war schon immer ein Traum von mir, mein eigenes Buch zu schreiben", sagt Thurid Neumann, während sie den Schauplatz ihres neuesten Werkes "Arcana. Rad des Schicksals in Konstanz" betrachtet. Diesen Traum hat sich die 1970 geborene Konstanzerin bereits erfüllt: Es ist schon ihr siebtes Kinderbuch, das es in den Bücherhandlungen zu kaufen gibt. Die Handlung des neuesten Buches, die sich um das jugendliche Mädchen Annabelle dreht, findet zu großen Teilen auf dem Gelände des Heinrich-Suso-Gymnasiums in Konstanz statt, die Schule, die auch ihre beiden Töchter besuchen. "Ich schreibe lieber über Orte, die ich gut kenne", erklärt Thurid Neumann ihre Wahl.

Schon in ihrer eigenen Schulzeit habe man oft ihre Geschichten vor der Klasse vorgelesen, auch wenn ihr das stets etwas peinlich war – "für mich war das immer etwas sehr Intimes." Auch in ihrem neuen Buch geht es um intime Dinge – alles dreht sich um die erste Liebe und vor allem um Geheimnisse. "Geheimnisse sind toll, nur kann ich sie schlecht für mich behalten", gibt die Schriftstellerin lachend zu. Wie Annabelle in ihrem Buch, die Geheimnisse liebt und sammelt, wollte auch eine ihrer Töchter mal eine "Geheimnis-Truhe" anlegen. Ob sie das mittlerweile getan habe? "Keine Ahnung", erwidert Thurid Neumann nachdenklich. Logisch, wäre ja auch geheim. Ihr eigenes Leben sei "eigentlich ziemlich langweilig", deswegen erfindet die Konstanzerin gerne aufregende Geschichten: "Phantasie macht das Leben spannender.

" Sie selbst liebt es, Krimis anzuschauen und sich vorzustellen, sie wäre Protagonistin in einer "Miss Marple"-Geschichte. Ein Bücherwurm sei sie hingegen nie gewesen, wie man vielleicht denken könne. Stattdessen hat sie ihre Kindheit hauptsächlich draußen an der frischen Luft verbracht, "kaum waren die Sonnenstrahlen draußen", ist auf Kirschbäume geklettert und hat Kirschen geklaut und sich mit Freunden die spannendsten Geschichten ausgedacht, gezeltet und Mitternachtsspaziergänge veranstaltet.

Außer "Miss Marple" hat sie auch Filme mit Pippi Langstrumpf stets geliebt – aber nicht die verrückte Pippi habe sie bewundert, sondern deren vernünftige Freundin Annika. "Ich wollte gerne so vernünftig sein. Wie Pippi, so war ich ja schon", sagt sie lachend. Auch heute noch hat sie sich ihr inneres Kind bewahrt und mache "viel Quatsch" mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern: "Bei uns Zuhause wird viel gelacht." Dabei ist es meistens die Mutter selbst, die die verrücktesten Einfälle hat, ihre Tochter mit Spaghetti-Eis besticht, damit sie mit ihr Geisterbahn fährt oder einen Filmdreh mit den Kindern vorschlägt. "Hauptsache nicht langweilig" ist ihr Motto. Der Gatte darf dann immerhin beim Zusammenschneiden der Filme helfen, denn Technik sei so gar nicht ihre Sache.

<p>Die Konstanzer Schriftstellerin Thurid Neumann vor dem Heinrich-Suso-Gymnasium, dem Schauplatz ihres neuesten Buches. Am liebsten schreibt die Autorin über Orte, die sie selbst gut kennt.</p>

Die Konstanzer Schriftstellerin Thurid Neumann vor dem Heinrich-Suso-Gymnasium, dem Schauplatz ihres neuesten Buches. Am liebsten schreibt die Autorin über Orte, die sie selbst gut kennt.

| Bild: Caroline Breitfelder

Trotz des ewigen Kampfes mit Computern, trotz ihres Berufslebens und den zwei Kindern schafft die studierte Juristin es, sich auch als Schriftstellerin einen Namen zu machen. Wie? "Das Schreiben plane ich nicht", erklärt sie. Man müsse warten, bis eine Idee "einen richtig packt". Bei der begeisterten Sportlerin, die auch Kinderturnen beim Turnverein Konstanz unterrichtet, sei dies zum Beispiel beim Walken im Wald. Dabei entwickelt sie ein Konzept und nutzt die Abende und die Morgen am Wochenende zum Schreiben. Nach dem Aufstehen macht sich die erklärte Schokoladenliebhaberin am liebsten ein Nutellabrot und tippt drauflos. Dabei sind ihre Kinder ebenso beste Kritiker wie größter Ansporn. "Sie fragen immer: Wann schreibst du das nächste Kapitel, Mama?" In ihrem Buch sei bis auf die Ortsbeschreibungen, die jedem Konstanzer bekannt vorkommen müssen, das meiste frei erfunden. Thurid Neumann mischt Kindheitserinnerungen, Erzählungen ihrer Kinder und heutige Eindrucke bunt zusammen, sodass eine spannende Geschichte entsteht, mit der sich Jugendliche und alle, die sich gerne an ihre Jugend erinnern, identifizieren können.

Den Traum des eigenen Buches hat Thurid Neumann sich also bereits erfüllt. "Es ist wichtig, dass man seine Träume verwirklicht – und für neue sorgt", sagt die Schreiberin. Davon hat sie bereits einige im Visier: Ein weiterer Filmdreh mit den Kindern ist geplant und vielleicht später mal ein eigenes kleines Café, natürlich mit viel Schokolade im Angebot. Ein neues Buch ist im Moment nicht geplant. Jedoch träumt Thurid Neumann vom Urlaub in einem schottischen "Spuk-Schloss" – wenn das mal keine Inspiration für eine neue Geschichte ist.

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