Konstanz Konstanz zeigte sich bei Friederike sturmfest: Auswirkungen vor allem für Katamaran und Bahn

Konstanz war gut vorbereitet: Feuerwehr und Technischen Betriebe hatten kaum zusätzliche Arbeit durch das Sturmtief Friederike. Doch nicht allen ging das so: Bahn und Katamaran wurden ausgebremst – erstere durch Bäume, letzterer durch Wellen. Doch die Reederei denkt über eine Lösung nach.

Das Sturmtief Burglind ist kaum verdaut, da hält Friederike Einzug: Die Katamarane blieben gestern den dritten Tag hintereinander im Hafen und auch beim Zugverkehr zwischen Radolfzell und Konstanz ging gestern ab 11 Uhr gar nichts mehr. Ein Baum war auf die Schienen gestürzt und hatte die Verbindung über Stunden hinweg lahmgelegt.

Katamarane haben seit Tagen Probleme

Drei außergewöhnliche Wochen waren es für den Katamaran: "Natürlich sind die Zahlen für die ersten 18 Tage des Jahres nicht aussagekräftig", sagt Sebastian Dix, Pressesprecher der Katamaran-Reederei. Aber: Zu den drei Tagen, die die Schnellverbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen in dieser Woche schon lahm lag, kommt noch ein weiterer kompletter Tag am 3. Januar hinzu und am 2. Januar fuhren die Katamarane erst ab 16 Uhr. "Das ist eine Situation, wie wir sie noch nie hatten", erklärt Dix.

Und wenn man den Wetterforschern glaubt, sei auch davon auszugehen, dass die Winterstürme am Bodensee zunehmen. "Natürlich machen wir uns Gedanken, denn wir sind uns bewusst, dass wir unseren Kunden nicht den Standard anbieten, den wir uns wünschen", sagt Dix. Schon im vergangenen Jahr war der Katamaran öfters ausgefallen. Zwar lag die Verfügbarkeit bei 96,7 Prozent. Doch wer eine der 315 Fahrten nutzen wollte, die nicht zustanden gekommen sind, dem hilft das wenig. Und schon mit dem vergangenen Jahr zeigt sich Dix wenig zufrieden.

Warum fällt der Katmaran eher aus als die Autofähre?

Deshalb zerbrechen sich die Ingenieure in der Katamaran-Reederei auch die Köpfe: Was kann gemacht werden, dass die leichten Schiffe bei hohen Wellen nicht mehr ausfallen. Doch einfach scheint die Lösung nicht. Denn der Katamaran wurde aus gutem Grund so leicht gebaut: Zum einen, um die Verbindung schneller zu machen und zum anderen, um einen geringen Spritverbrauch zu garantieren.

Und die Schiffe wurden speziell für den Bodensee gebaut – aber eben nicht für die Bedingungen, die durch die zunehmenden Stürme geschaffen werden. "Es ist nicht einfach damit getan, irgendwo ein Blech anzuschweißen", erklärt Dix. Die Lösung müsse sowohl aus betriebswirtschaftlicher, als auch aus technischer Sicht sinnvoll sein.

Bäume blockieren den Zugverkehr

Auch den Zugverkehr setzte Frederike schachmatt: Ab 11 Uhr war die Verbindung zwischen Konstanz und Radolfzell durch mehrere umgestürzte Bäume stillgelegt. So lief von 10.39 bis 12 Uhr beim Seehas in Fahrtrichtung Radolfzell nichts, in der Gegenrichtung wurde Langsamfahrt angeordnet.

"Wir haben dann die komplette Schwarzwaldbahn von Konstanz bis Offenburg eingestellt. Es bringt den Fahrgästen ja auch nichts, wenn sie irgendwo stranden. Um 15.40 Uhr verließ dann der erste Zug in Konstanz wieder den Bahnhof. Da allerdings durch den langen Ausfall nicht alle Züge an dem im Fahrplan vorgesehenen Ort standen, kam es noch zu weiteren Beeinträchtigungen der Verbindungen. okay. Jetzt sind auch die Zeiten klar: von 10.39 - 12 Uhr lief beim Seehas von KN nach Rado nichts, in der Gegenrichtung gab's Langsamfahrt.

Er muss im Hafen bleiben: Der Katamaran fällt den dritten Tag in Folge aus. In der Reederei wird auch schon über eine Lösung nachgedacht.
Er muss im Hafen bleiben: Der Katamaran fällt den dritten Tag in Folge aus. In der Reederei wird auch schon über eine Lösung nachgedacht.

Feuerwehr und Stadtwerke atmen auf

Ruhig ging es bei den Stadtwerken zu – keine besonderen Vorkommnisse. "Auch besondere Vorkehrungen mussten nicht getroffen werden", sagt Christopher Pape, Pressesprecher bei den Stadtwerken. Das gleiche Bild bei der Feuerwehr. Dort gab es in Anbetracht des Sturms verhältnismäßig wenig Einsätze: drei umgestürzte Bäume und zweimal herumfliegende Blechteile.

Laut Christopher Kutschker, Sprecher der Feuerwehr Konstanz, kann diese durchaus die unterschiedlichsten Gründe haben. Morsche Äste und nicht mehr standfeste Bäume könnten schon dem letzten Sturm vor gut zwei Woche zum Opfer gefallen sein. Und auch der Lernfaktor spielt durchaus eine Rolle. "Die Leute waren ja vorgewarnt und haben sich mutmaßlich auch besser vorbereitet", erklärt Kutschker.

Die Sturmeinsätze der Technischen Betriebe hielten sich ebenfalls in Grenzen: Denn auf den Plätzen und Straßen von Konstanz gab es sturmbedingt wenig aufzuräumen. Und die Bäume? "Wir kontrollieren laufend die Verkehrssicherheit der Bäume", erklärt der städtischer Pressesprecher Walter Rügert. Und so werde schon frühzeitig dort gefällt, bevor bei Sturm ein Ast herunterfallen oder Bäume umstürzen könnte.

Einsatz an der Pappel

Trotz des Sturms hatten die Mitarbeiter der Technischen Betriebe wenig zu tun. Einzig die Pappel am Wintersteig in Konstanz, in der Stadt auch als Turnschuhbaum und emotionales Diskussionsthema bekannt, forderte die Männer gestern. Doch nicht, weil der Beschluss, den der Technischen und Umweltausschuss am Dienstag getroffen hat, schon am Donnerstag in die Realität umgesetzt wurde. Nein, der Turnschuhbaum wurde nicht gefällt, sondern lediglich ein einziger Ast entfernt.

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