Sie heißen Apartments Constance, Symphonie-Villa am See oder Seesterne Comfort: Eine Ferienwohnung in Konstanz zu vermieten, ist lukrativ. Eine 41 Quadratmeter-Wohnung in der Altstadt gibt es beispielsweise für drei Personen und eine Woche für 930 Euro. Für die Anbieter lohnenswert – für Wohnungssuchende frustrierend. Denn das Ausmaß, wie viele Wohnungen so dem Markt entzogen werden, ist unklar. Die Freie Grüne Liste will nun Klarheit schaffen und fordert ein offizielles und freizugängliches Register für alle in Konstanz angebotenen Ferienwohnungen.

142.000 Übernachtungen in privaten Unterkünften

Die offiziellen Zahlen der Marketing und Tourismus GmbH für 2017 zeigen: Von den 1,04 Millionen Übernachtungen wurden 895.864 in gewerblichen Betrieben (plus 3,4 Prozent gegenüber 2016) und rund 142.000 in privaten Unterkünften getätigt, wobei letztere Zahl aus der Kurtaxe ermittelt wird. Gerade aber Ferienwohnungen beispielsweise, die über das Portal Airbnb angeboten werden, seien in der Regel nicht als Gewerbe angemeldet. "Für die Feriengäste wird auch keine Kurtaxe entrichtet", so Mühlhäußer. Wie viele Ferienwohnungen unter dem Radar laufen, ist also unklar – zumal die Wohnungen teilweise auch nicht das ganze Jahr an Touristen vermietet werden.

Airbnb soll Daten herausgeben

In Konstanz gilt ohnehin bereits das Zweckentfremdungsverbot. Reguläre Wohnungen dürfen nur noch für sechs Wochen im Jahr an Feriengäste vermietet werden. Doch halten sich daran alle Anbieter? Daran gibt es Zweifel. Auch andere bei Touristen beliebte Städte stehen vor dieser Frage.

Zuletzt ist deshalb die Stadt München gerichtlich gegen die Plattform Airbnb vorgegangen – mit Erfolg. Das Unternehmen muss der Stadt Daten zu Ferienwohnungen preisgeben, beispielsweise welche Anbieter auf dem Online-Portal Wohnungen mehr als acht Wochen im Jahr als Ferienwohnung anbieten.

Was stellt sich die Freie Grüne Liste vor?

"Um auch in Konstanz das illegale Vermieten von Wohnungen als Ferienwohnungen zu verhindern, müsste die Stadt die Herausgabe der Daten bei Airbnb beantragen", so Stadträtin Anne Mühlhäußer. So könne man kontrollieren, ob alle Ferienwohnungen als Gewerbe angemeldet sind und die Kurtaxe an die Stadt entrichtet wird – beziehungsweise welche Wohnungen länger als sechs Wochen im Jahr ohne Genehmigung als Ferienwohnung vermietet werden.

Darüber hinaus sollen nach der Vorstellung der Freien Grünen Liste all jene bereits registrierten Ferienwohnungen in einer Liste gesammelt und öffentlich gemacht werden. "Das schafft zum einen die dringend gebotene Transparenz und zum anderen Sicherheit vor allem für Vermieter, die ihre Ferienwohnung korrekt angemeldet haben", so die Fraktionssprecherin Gisela Kusche.