Leandra Ruof und Katharina Killic sind bester Laune. Die beiden Schülerinnen in der Altenpflege feiern mit Kolleginnen am Grillplatz am Wasserwerk. Sie stoßen auf den Abend an. Die Frage, was sie denn machen, wenn sie mal müssen, verblüfft die beiden jungen Frauen.

„Da haben wir uns noch keine Gedanken gemacht.“ Es müssten dann wahrscheinlich die Büsche herhalten. So wie bei vielen, die an diesem Platz feiern. Alle paar Minuten ist jemand bei einem Abstecher hinter einen Baum zu sehen. Durch die Büsche leuchten Papiere.

Manchmal sollen die Hinterlassenschaften sogar zu riechen sein, sagen Menschen, die gern zwischen Wasserwerk und Hörlepark spazieren gehen. Dabei gebe es zeitweise sogar drei Möglichkeiten, sich auf einem richtigen WC zu erleichtern, nur fehlen vor Ort jegliche Hinweise darauf.

Immer wieder Klopapierreste und Menschen, die sich ins Gebüsch schlagen. Es gibt zwar Toiletten an der Uferlinie, aber kaum Hinweise auf sie. Manche halten es für notwendig, dass der Grillplatz am Wasserwerk einen eigenen Toilettenwagen bekommt.
Immer wieder Klopapierreste und Menschen, die sich ins Gebüsch schlagen. Es gibt zwar Toiletten an der Uferlinie, aber kaum Hinweise auf sie. Manche halten es für notwendig, dass der Grillplatz am Wasserwerk einen eigenen Toilettenwagen bekommt. | Bild: Claudia Rindt

Mehrere Toiletten – keine Hinweise

Sven Martin von der Bürgergemeinschaft Allmannsdorf-Staad kennt das Klagen über die Wildpinkler. Viele forderten, den beliebten Grillplatz Wasserwerk während der Sommermonate mit einer mobilen Toilette auszustatten. So weit würde er gar nicht gehen. Es fehlten vor allem Hinweisschilder auf die bestehenden Toiletten im Freibad Horn und am Hörlepark.

Zusätzlich würde es zu bestimmten Zeiten sogar eine Toilette direkt ums Eck geben, nämlich an der Segel- und Surfschule Tom's Aqua Club neben dem Wassersportclub Konstanzer Trichter (ehemals Windsurfclub). Diese Toilette habe die Stadt gebaut, wie Stadtsprecher Ulrich Hilser auf Nachfragen bestätigt. Die WC-Anlage diene der Segel- und Surfschule, es sei aber mit dem Mieter vereinbart, dass diese bei Bedarf und während der Öffnungszeiten der Schule auch öffentlich genutzt werden könne. Schulbetreiber Thomas Lichtwer macht darauf aufmerksam, dass das WC geschlossen sei, wenn das Team mit  Schülern auf dem Wasser sei, und ebenso nach Geschäftsschluss ab 16.30 Uhr. Es komme deshalb wohl kaum für viele Feiernde in Frage. Doch, selbst, wer sich dort gut auskennt, ahnt nicht, dass es halböffentliche Toiletten gibt. Vom Seeufer ist kein Hinweis auf die Toilette zu erkennen. So verhält es sich auch mit der Toilette am Hörlepark, die etwas zurückgesetzt ziemlich versteckt in den Büschen steht.

Sven Martin würde eine deutliche Ausschilderung direkt am Grillplatz Wasserwerk und an anderen Stellen des Seeufers begrüßen. Ob diese von der Stadt überhaupt erwünscht ist, bleibt offen. Denn bei der Pressestelle der Stadt gibt es dazu unterschiedliche Informationen.

Auf zwei verschiedene Anfragen in Sachen Toiletten heißt es einmal, Reparaturen oder Verbesserungen an der Beschilderung seien in Arbeit, aktuell auch am Hörlepark. Ein anderes Mal heißt es aber: Beschilderungen seien nicht zeitgemäß. Jeder könne sich über den Stadtplan der städtischen Internetseite konstanz.de über den Standort öffentlicher Toiletten informieren.

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Nicht jeder Grillplatz ist versorgt

Klar jedenfalls ist die zwei Mal übereinstimmende Auskunft: Die Stadt plane derzeit keine weiteren öffentlichen Toiletten, denn in den vergangenen Jahren sei die Infrastruktur durch mobile Container-Toiletten bereits ausgebaut worden. Es werde nicht neben jedem der 15 öffentlichen Grillplätze eine Toilette aufgebaut. Neu entstanden waren zuletzt WCs an der Schänzlehalle, am Herosépark und am Bodenseeforum.

Auch der Zustand des Grünstreifens am Seeuferweg zwischen Wasserwerk und Hörlepark ist einigen ein Dorn im Auge. Es gibt Sitzbänke, über die Gräser wuchern. Wer sich dort niederlässt, sieht nicht etwa den See, sondern auf Buschwerk. Auf den Wiesen entlang des Wegs stehen die Gräser hoch. Bei der Pressestelle der Stadt Konstanz heißt es dazu: Die dortigen städtischen Grünflächen und Wegstreifen würden im Jahreslauf gepflegt, aber nicht so intensiv wie auf einer Liegewiese oder einem Schwimmbad. Generell organisiere die Grünpflege bei den Technischen Betrieben Konstanz (TBK) ihre Einsätze auch nach Kriterien wie Verkehrssicherheit. In nächster Zeit würden die TBK an diesem Uferstück tätig werden.

Bank mit Buschsicht: So richtig gepflegt erscheint der Uferstreifen an manchen Stellen nicht. Bild:
Bank mit Buschsicht: So richtig gepflegt erscheint der Uferstreifen an manchen Stellen nicht. | Bild: Claudia Rindt