Stehst du noch oder fährst du schon?

Zugegeben, der abgewandelte Slogan des Möbelherstellers ist zugespitzt. Dennoch prägt – nach dem Wohnen – kein Thema Konstanz mehr als der Verkehr. Wir stellen die wichtigsten kommenden Verkehrsprojekte vor – und woran wir uns vom Verkehrs-Jahr 2018 erinnern werden.

C-Konzept und Bahnhofsplatz

Bild: Hanser, Oliver

Ab Herbst sollen nach sieben provisorischen Jahren Fakten geschaffen und der Bahnhofplatz zu einer autofreien Begegnungszone werden. Nach der Fertigstellung des Rheinsteigs wird die Straße im Rahmen des C-Konzepts zum Boulevard umgebaut. Derzeit fahren dort noch bis zu 10.000 Autos täglich. Um die Aufenthaltsqualität zu verbessern, plant das Tiefbauamt, das Bahnhofsgebäude freizustellen und um es herum rund 30 Sitzbänke und zwei Dutzend Bäume aufzustellen. Mittelfristig ist ein Parkhaus für mehrere hundert Fahrräder geplant.

Die Veränderung des gesamten Altstadtrings wird allerdings noch viele Jahre für Gesprächsstoff sorgen: 2022 und 2023 sollen der Bahnhofplatz und der Lago-Kreisel fertig sein. Es folgen: Konzilstraße, Alte Rheinbrücke, die Knotenpunkte Schnetztor und Obere Laube.

Gemeinschaftszoll

Bild: Rau, Jörg-Peter

Nachdem die Gemeinden Konstanz, Kreuzlingen und Tägerwilen im Herbst 2018 eine zweite Abfertigungsspur an der Gemeinschaftszollanlage forderten, ist das Schweizer Bundesamt für Straßen im Dezember in die Planungen eingestiegen.

Bislang werden Fahrzeuge auf jeweils einer Spur abgefertigt, obwohl es aus jeder Fahrtrichtung zwei gibt. Dies führt insbesondere an Montagen wegen wartender Lastwagen mitunter zu langen Staus. Die Schweizer Grenzwacht begründet die aktuelle Regelung unter anderem mit der Sicherheit für das Personal.

Busverkehr

Bild: Hanser

Ziel der Stadt ist es, den Anteil des öffentlichen Nahverkehrs von derzeit elf auf 17 Prozent zu erhöhen. Dieses Jahr soll deshalb das aktuelle ÖPNV-Netz geprüft werden. Vorrangige Frage der Stadtplaner: Auf welchen Wegen kommen Auto- und Nahverkehr-Nutzer nach Konstanz und wohin wollen sie?

Gleichzeitig starten die Stadtwerke ab Anfang des Jahres ein Kurzstreckenticket mit einem Grundtarif von voraussichtlich 1,20 Euro und anschließender Abrechnung nach zurückgelegter Luftlinien-Strecke. Das System soll in die Stadtwerke-App integriert werden.

Radverkehr

Bild: Veronika Eckhardt

Bis 2026 will die Stadt rund 20 Millionen Euro in die Fahrradinfrastruktur investieren. Sichtbarer Ausdruck: Fünf geplante Achsen, für die eine durchgängige, einheitliche und sichere Radverkehrsführung geschaffen werden sollen.

Auf der ersten zwischen Döbele und Universität wurde 2018 unter anderem der Abschnitt Ebertplatz bis Zähringerplatz zur Fahrradstraße umgewandelt. 2019 beginnt die Planung für die zweite Achse Hauptbahnhof bis Staad. Außerdem soll die viel von Radfahrern genutzte Eichhornstraße (Bild) im Frühjahr Schutzstreifen erhalten.

Fürstenbergstraße

Bild: Hanser

Rund 3,5 Millionen Euro kostet das große Straßenbauprojekt insgesamt. Auf 720 Metern wird die Fürstenbergstraße zwischen Siebenbürgerner Weg und Riedstraße ausgebaut. Im Frühjahr sollen die Arbeiten, die bis Ende 2020 dauern sollen, laut Tiefbauamt begonnen werden.

Die Fahrbahn für Autos wird auf ein Mindetsmaß von 4,50 Meter reduziert. Dafür erhalten Radfahrer und Fußgänger mehr Platz. Die Stadt verspricht sich hiervon eine optische Aufwertung und durch den Verzicht auf einen Mittelstreifen eine geschwindigkeitsreduzierende Wirkung.

Sternenplatz

Bild: Rindt Claudia

An einem der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt soll ab dem zweiten Quartal der Asphalt erneuert werden. Da es sich um einen Teil der Bundesstraße 33 handelt, werden die Kosten von etwa einer Million Euro vom Bund übernommen. Die Maßnahme soll circa vier Monate dauern, zeitgleich wird an der Bushaltestelle Sternenplatz Ost (Richtung Zähringerplatz) die Barrierefreiheit hergestellt. Die Kosten hierfür trägt ebenfalls der Bund.

Die Stadt will im Zuge der Arbeiten auch den Belag der Unterführung sanieren und plant dafür 1,2 Millionen Euro ein.

Wie weit werden die Konstanzer bereit sein, aufs Autofahren zu verzichten?

Parallel arbeitet die Stadt flächendeckend daran, dass die Bürger (Leih)Fahrrad, Bus oder Wasserbus dem eigenen Auto vorziehen. Auch die bisweilen als Jux-Projekt verschriene Seilbahn ist nicht zu den Akten gelegt, wird derzeit nur nicht mit Nachdruck verfolgt.

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In einem Jahrzehnt, das wird sich auch 2019 bezeugen lassen, soll das Straßenleben ein anderes sein, soll Konstanz ein Stück weit urbaner sein.

Rückblick: An diese Verkehrsprojekte aus dem Jahr 2018 werden wir uns erinnern

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