Ziffern können das heimtückische Gift des Misstrauens sein. Denn Zahlen, Maßeinheiten, Prozentwerte sind als abstrakte Basis für Vergleiche wichtig. Deren Ergebnisse sind aber nur so stichhaltig wie die gewählte Methode und die benutzte Datenbasis. Jeder Fehler in Erhebung oder Auslegung von Zahlen schwächt das Vertrauen in Methoden, Werte und Menschen. Das fordert Verantwortungsbewusstsein. 

Die Auseinandersetzung um die Polizeistatistik in Sachen Flüchtlinge zeigt das Dilemma beispielhaft. Da ist auf der einen Seite ein Polizeipräsident, dessen Integrität im Umgang mit Zahlen bisher nie in Frage stand. Er soll innerhalb von Minuten die so komplexe Kriminalitätsstatistik erklären und seine Analyse auf eine griffige Formel bringen. Auf der anderen Seite sind mündige Bürger, die diese Zahlen lesen, nachrechnen und auf Ungereimtheiten stoßen. 

Polizeichef Falk hat die Fragen aufgenommen und Erklärungen geliefert. Das verdient allen Respekt. Und der Vorgang sollte allen Beteiligten verdeutlichen: Im blinden Vertrauen in Zahlen liegt eine ebenso große Gefahr wie in pauschalem Misstrauen gegen jede Statistik - nicht nur, aber besonders beim so heiklen Thema Flüchtlingskriminalität.