Die Gemeinschaftsschule Konstanz ist erfolgsverwöhnt. Seit Jahren ist der Zulauf enorm, mehr als jeder vierte Viertklässler wollte dieses Jahr dorthin. Entsprechend groß waren die Erwartungen, dass sich dieser Erfolg auch in den Anmeldezahlen für die Oberstufe niederschlägt. Dass nun 50 statt 60 Schüler Abitur machen wollen, ist zwar angesichts der Beliebtheit der Schule etwas ernüchternd. Aber noch längst keine Krise, wie es so manche Kritiker der Gemeinschaftsschule sehen.

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Denn die Eltern, deren Kinder sich für die erste elfte Klasse angemeldet haben, mussten in den bildungspolitischen Wirren des Regierungswechsels die Zuversicht behalten, dass es am Ende auch wirklich eine Oberstufe gibt. Hinzu kommt, dass noch nicht einmal Räume für die künftigen Abiturienten existieren. Insofern ist es durchaus nachvollziehbar, dass Eltern erst einmal abwarten und den sicheren Weg beispielsweise über das berufliche Gymnasium wählen. Angesichts dieses Umstandes sind 50 angehende Abiturienten tatsächlich eine gute Quote.

Das Problem liegt an anderen Standorten

Ist die Oberstufe erst einmal etabliert, gibt es an der Konstanzer Gemeinschaftsschule die berechtigte Hoffnung, dass die Zahl der Abiturienten mit den Jahren wachsen wird. Denn in den jüngeren Jahrgängen sind es deutlich mehr Schüler als es einst in der Pionierklasse waren, die nun in die elfte Klasse kommt.

Das Problem liegt eher an anderen Standorten. Während in Konstanz gut ein Drittel der Kinder, die auf die Gemeinschaftsschule wollen, eine Empfehlung fürs Gymnasium haben, sind es landesweit nur gut acht Prozent. Auch den anderen Kindern den Weg zum Abitur zu ebnen, ist eine Idee der Gemeinschaftsschule – aber in der Praxis nicht einfach umzusetzen. Schon gar nicht an den kleinen Schulen im Ländle, die keine Leuchttürme sind.