Konstanz / Engen Klinik-Schließung in Engen bleibt umstritten

Die Stadt Engen hat sich noch lange nicht mit der Schließung ihres Krankenhauses abgefunden Das wurde beim Treffen der Bürgermeister aus dem Landkreis am Mittwochabend in Konstanz deutlich. Bürgermeister Johannes Moser kritisierte in ungewöhnlicher Schärfe, dass der Gesundheitsverbund dem Spital nicht einmal eine Schutzfrist von drei Jahren gewährt habe.

Moser machte vor der sonst so harmonischen Runde die Geschäftsführung des Gesundheitsverbundes Landkreis Konstanz (er ist der Träger aller öffentlichen Krankenhäuser im Kreis außer dem in Stockach) für den aus seiner Sicht falschen Schritt verantwortlich. So hätten die Ärzte am Engener Krankenhaus zuletzt teils weniger Möglichkeiten für Diagnose und Behandlung als ein niedergelassener Mediziner gehabt. Damit seien die Arbeitsplätze absichtlich unattraktiv gemacht worden. Mosers Fazit war zugleich ein Vorwurf an Landrat Frank Hämmerle als Aufsichtsratsvorsitzenden des Verbunds: „Das war politisch schlecht gemacht.“

Zuvor hatte Hämmerle betont, die Krankenhaus-Schließung in Engen sei nicht in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen vollzogen worden: „Wir haben den Standort Engen nicht geschlossen, weil wir dort kein Geld mehr verdienen, sondern weil wir kein Personal mehr gefunden haben.“ Für junge Ärzte seien Stellen in Engen nicht mehr attraktiv gewesen, weil sie dort für sich keine Karrierechance gesehen hätten. Sogar über Personalberatungsfirmen habe der Verbund versucht, Mitarbeiter für Engen zu gewinnen.

In der Summe zog Frank Hämmerle vor der Bürgermeisterrunde, die jährlich unter dem Titel „Konstanzer Felchen“ zusammenkommt, ein positives Fazit über die Klinikfusion. Zugleich schwor er auf einen immer schnelleren Wandel ein: „Man muss täglich neu aufstehen“, so der Appell des Landrats mit Verweis auf die Konkurrenz in Friedrichshafen oder Villingen-Schwenningen. Als weitere wichtige Themen im Landkreis im Jahr 2015 benannte er die Unterbringung weiterer Flüchtlinge und die weitere Planung für die beruflichen Schulen.

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