• Doris Lotz: "Das Scala ist mein Jahrgang, 1938. Meinen ersten Film habe ich im Alter von vier Jahren dort gesehen, das war 'Hänsel und Gretel' und ich war vier Jahre alt. Ich erinnere mich noch, dass ich immer hinter die Leinwand gucken wollte, um zu sehen, was dort los ist. 1958 bin ich dann aus Konstanz weggezogen, seit ich 2011 wieder zurückgekehrt bin, war ich mindestens alle zwei Wochen im Scala. Ich bin echt traurig über die Schließung."
  • Angelika Bernecker: "Ich bin mit einer Gruppe von Freunden regelmäßig dienstags ins Scala gegangen. Bis zu deren Schließung 2004 waren wir in der Traumfabrik am Bodanplatz, dann haben wir das Kino gewechselt. Und in der Scala war es eigentlich immer ein besonderes Erlebnis: Man kommt rein und ist in einer ganz anderen Welt, sehr weit weg vom Alltag. Mein erster Film im Scala war 'Es war eine rauschende Ballnacht' mit Zarah Leander, den habe ich mit meiner Oma angeschaut. Darin hat Zarah Leander das Lied 'Ich weiß, es wird noch ein Wunder gescheh'n' gesungen. Auf dieses Wunder haben wir beim Scala leider vergeblich gewartet. Das Scala hat einen Bogen über die Generationen hinweg gespannt. Allerdings hätte der Betreiber den Anstand haben sollen, den treuen Besuchern seines Kinos einen schönen Abschied zu ermöglichen." Trotz des abrupten Endes dankt sie dem Scala-Team für "eine wunderschöne Zeit".
  • Anton Gögele: "In meiner Kindheit galt nur 'ora et labora'. Bis zum 15.
    Lebensjahr sah ich einen einzigen Film. Nachher kam viele Jahre fast ausschließlich 'labora'. Mein letzter Beruf hatte mir viele Tore zurück in die Vergangenheit geöffnet, das Scala-Kino öffnet mir heute noch viele. Die Schließung ist schade."
  • Sebastian Lentz: "Ich komme eigentlich aus München, wohne aber seit sechs Jahren in Tägerwilen. In dieser Zeit war ich im Durchschnitt einmal pro Woche im Scala. Auf der Münchner Filmhochschule habe ich noch das analoge Handwerk gelernt und als Produzent für Film und Fernsehen gearbeitet. Ein Programmkino wie das Scala hat auch eine soziale Funktion, man hat sich vorher oder hinterher noch getroffen. Und zu einem Klassiker von Buñuel gehört eben auch so ein altes Kino."
  • ShamilaLengsfeld: "Im Scala habe ich in den Jahren 2010 bis 2012 gearbeitet als Teilzeitkraft in der Projektion, damals noch mit analogen 35 Milimeter-Filmband. Als gebürtige Konstanzerin weiß man, dass das Scala schon immer etwas Königliches hatte. Eine bestimmte Magie die einen überwältigt, wenn man das Gebäude betritt. Vielleicht ist es der noch spürbare Glamour der 60er-Jahre oder die Hunderten wilden und fantastischen Geschichten, die in den Räumlichkeiten erzählt wurden. Scala war nicht nur Arbeit, auch in meiner Freizeit bin ich oft im Kino vorbeigekommen um die Kollegen zu besuchen und Filme zu schauen.
    Auch noch heute, wo ich selber Film Regisseurin bin und zwischen Köln und Los Angeles pendle, habe ich jede Gelegenheit genutzt um dem Scala und den Mitarbeitern, die es am Leben erhielten einen Besuch abzustatten. Ich erinnere mich an unser besonderes Weihnachtsritual. Wir dekorierten einen knallroten Hummer aus Plastik auf die Spitze des Weihnachtsbaumes im Foyer und wunderten uns jedes Jahr, wie wenig Gäste dies bemerkten."
  • Lutz Rauschnick, zeitweise treibende Kraft hinter der Bürgerinitiative "Rettet das Scala", hatte für den letzten Abend des Kinos schon einen Plan geschmiedet, der nun nicht umgesetzt werden konnte: "Aber heute nochmal ins Scala, „I, Daniel Blake“ von Ken Loach steht für mich zum Abschied an. Und dazu werde ich – in Erinnerung an Loach` großartige Komödie „Angels Share“ – ein kleines Fläschchen Islay Single Malt Whisky reinschmuggeln und im Dunklen einen Schluck auf viele Jahre wunderbares Kino im Scala trinken. Hoffentlich machen sie vorher nicht wieder Taschenkontrolle wie unlängst im Cineplex."
  • Jessica Bentsche, von Anfang an in der Bürgerinitiative dabei: "Ins Scala zu gehen mit seinen alten Lettern, das war eigentlich immer eine Begegnung mit einem Original. Ich hatte bei der Scala immer das Gefühl, dass es einem leicht gemacht wurde, ins Kino zu gehen. Zum Beispiel gab es dort Studentenrabatte. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an sehr entspannte Kinoabende im Scala. Dass es nun geschlossen wird, ist frustrierend – zumal ich in meiner Heimatstadt Horb am Neckar erlebt habe, wie eine Gruppe von Filmfans ein geschlossenes Kino weiter betrieben hat."