Sie heißen Marion, Saskia, Sascha, Funda, Steffi, Anja. Sie haben einen wunderbaren Job, denn sie gehen den ganzen Tag mit Kindern um. Und sie machen einen wunderbaren Job. Denn sie bringen den Kleinen fürs Leben grundlegende Dinge bei. Sie verdienen Respekt, für solch ein Gehalt diese wichtigen Aufgaben zu übernehmen.

Es geht allein in Konstanz um 800 Personen

53 Tageseinrichtungen für die Kinderbetreuung gibt es in Konstanz, rund 800 Personen arbeiten in diesen mit unterschiedlichen Stellenanteilen. Den Großteil machen natürlich die Erzieherinnen und Erzieher aus. Sie nehmen morgens die Kinder in Empfang, essen mit ihnen, legen sie zum Mittagsschlaf hin, verabschieden sie, wenn die Eltern sie wieder abholen.

Aber mehr noch: Sie trösten die Kleinen, sie lachen mit ihnen; sie bauen zeitlich begrenzte Beziehungen auf und sind neben den Eltern für die Kinder oft die wichtigsten Vertrauens- und Bezugspersonen. Die Erzieher vermitteln ihren Schützlingen Werte, Moral, Anstand.

Unbestritten, den Grundstein hierfür müssen die Eltern legen. Allerdings beschleunigt und festigt der Kita-Alltag in der Gruppe den Lernprozess. Und das Kind macht bereitwilliger mit, weil in der Kita klare Regeln herrschen, an die sich eben alle anderen halten. Gruppendynamik.

Wer die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher beobachtet, muss sich die Frage stellen: Warum bekommen sie so viel weniger Gehalt als Lehrer?

Die ersten zwei Jahre in der dreijährigen Ausbildung erhält der angehende Erzieher kein Geld, später steigt er je nach Bundesland mit etwa 2600 Euro ein. Brutto. Ein Grundschullehrer hat netto mehr, von Pädagogen an Gymnasien ganz zu schweigen.

Es geht nicht darum, eine Neid-Diskussion zu starten. Es geht um einen besseren Verdienst von Erziehern. Insofern ist der Vorstoß von Familienministerin Franziska Giffey nur unterstützenwert, die eine Bezahlung wie bei Pädagogen fordert. Das sollte noch weitergehen. Erzieher leisten einen ebenso wichtigen Beitrag in der Bildung wie Lehrer.

Vielleicht muss es nicht das gleiche Gehaltsniveau sein. Aber warum nicht auch für Erzieher einen Beamtenstatus, zumindest an kommunalen Einrichtungen? Weil Lehrer andere Voraussetzungen mitbringen und ein langes Studium absolvieren müssen, das viel Geld kostet? Sicherlich. Das ist nach ein paar Jahren durch das bessere Gehalt aber vergessen. Allerspätestens mit Beginn der gut ausgestatteten Pension – wovon Erzieherinnen und Erzieher nur träumen können.

Philipp Zieger ist Redakteur in der Lokalredaktion und Vater einer dreijährigen Tochter. Sie besucht das Kinderhaus am Salzberg.