Sebastian Dix, Pressesprecher der Katamaran-Reederei, erklärte, dass es jedoch möglich sei, dass die beiden Männer, die bis dato unfallfrei unterwegs waren, ein anderes Schiff auf dem Bodensee steuern. Denn die beiden Kapitäne seien nicht direkt bei der Katamaran-Reederei angestellt, sondern über einen Dienstleistungsvertrag mit den Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) für das Unternehmen tätig.
 

„Wir geben bei der BSB an, für wieviele Stunden wir in welchem Zeitraum Schiffsführer brauchen. Dabei muss es sich um vollqualifizierte Kapitäne handeln, die mindestens drei Jahre Erfahrung haben und unfallfrei sind – etwas anderes kommt nicht in Frage“, erklärt Christoph Witte, Geschäftsführer der Katamaran-Reederei, das Beschäftigungsverhältnis. Insgesamt gibt es bei der Reederei drei Festangestellte: zwei Personen in der Geschäftsführung sowie einen Zuständigen für den Schiffsbetrieb.

Dass man keine eigenen Kapitäne beschäftigt, habe betriebswirtschaftliche Gründe, erklärt die Reederei. Dies sei seit Einführung der Katamaran-Verbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen der Fall. „Bereits bei den Planungen zur Einrichtung waren sich die Städte darüber einig, dass bestehende Ressourcen bei der BSB und den Stadtwerken Konstanz im Bereich des Schiffsbetriebes, der Werft sowie im Bereich der Ausbildung von Schiffsführern genutzt werden“, erklärt Teresa Wolf, Pressesprecherin der Stadtwerke Konstanz. Angestellt sind die Kapitäne also bei BSB und den Stadtwerken.

Bei der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) kennt man solche Verträge nicht. „Bei uns gibt es ausschließlich feste Mitarbeiter, die direkt in unserem Betrieb angestellt sind“, erklärt Oberkapitän Erich Hefti, Leiter für Nautik und Werft bei der SBS. Auch bei der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URH) steuerten ausschließlich Festangestellte die Schiffe, erklärt Geschäftsführer Remo Rey. Bei den Nachbarn in Österreich gibt es für „fahrendes Personal“, das sich an Bord der Schiffe befindet, ebenfalls keine Dienstleistungsverträge, sagt Hans Wüstner, Betriebsleiter bei Vorarlberg Lines. Dies liege aber auch an der Struktur des Unternehmens, erklärt der ausgebildete Kapitän: „Hätten wir ähnliche Ressourcen, würden wir es vermutlich auch so machen. Die Struktur hat ja nichts mit der Qualifikation des Personals zu tun.“

Katamaran Constanze war am 12. August mit einem Segelschiff zusammengestoßen. Das Segelschiff brach in der Folge auseinander und ging unter. Die Besatzung wurde gerettet.