Für Eltern ist die Sache klar. Sie zahlen jeden Monat die Kita-Gebühren für ihre Kinder. Dass sie betreut sind und gefördert werden, dass sie fürs Leben lernen und unter Gleichaltrigen sind, dass die Eltern arbeiten gehen können. Eltern wissen, wann sie ihre Kinder bringen und holen, wie viele Stunden sie im Kindergarten oder in der Ganztagsbetreuung sind. Was aber für einen einzelnen Haushalt mit einem Blick auf den Kontoauszug feststeht, ist auf Ebene der gesamten Stadt offenbar viel schwieriger. Auch deshalb bleibt den Familien, die ein Kind in einer städtischen Kita haben, vorerst eine Gebührenerhöhung erspart.

Damit Vergleichbares vergleichbar wird

Denn einfache Fragen haben nicht immer einfache Antworten, das wurde schon aus den wenigen Sätzen klar, die Sozialbürgermeister Andreas Osner zu dem Thema im Gemeinderat verlor. Oberbürgermeister Uli Burchardt hatte den Punkt von der Tagesordnung genommen. Denn was gut zwei Wochen zuvor der Jugendhilfeausschuss beschlossen hatte, macht offenbar viel Arbeit. Die Stadt soll von allen Kitas ermitteln, wie viel genau 60 Minuten Kinderbetreuung kosten. So hatten es die Politiker in erster Lesung auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen.

Ergebnisse erst in einem Jahr?

Dafür, so Bürgermeister Osner, werde die Stadt "wahrscheinlich externe Hilfe brauchen", was inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden ist für: Gutachten. Die ganzen Zahlen zu erfassen und gegeneinander so zu verrechnen, dass Vergleichbares dann auch tatsächlich verglichen werden kann, sei ein langwieriger Prozess. Die Ergebnisse, so Osner weiter, könnten möglicherweise erst in einem Jahr vorliegen, er sprach von einer Beratung "im November 2018 im Jugendhilfeausschuss". Das wäre gerade noch rechtzeitig bis zu den politischen Beratungen um den stets auf ein Doppeljahr ausgelegten Etat der Stadt für 2019/20.

Was dagegen vorerst nicht mehr diskutiert wird, das ist eine Kindergartengebühr, die sich am Einkommen der Eltern orientiert. Zwar kamen im Gemeinderat nochmals Forderungen in diese Richtung auf, doch am Ende überzeugte der Verweis auf den Beschluss des Jugendhilfeausschusses. Der hatte das Thema bereits verworfen. Osner will es dennoch nicht aus den Augen verlieren und es "mituntersuchen lassen."

Kostenfreies letztes Jahr ist nicht vom Tisch

Wie teuer ein Gutachten zur Klärung der offenen Fragen sein könnte, blieb im Gemeinderat offen; auch die Grundsatzfrage, ob die Fakten nicht im Rathaus selbst erarbeitet werden können, stellte niemand. Eine Parallele bleibt aber dennoch zu all den privaten Haushalten mit Konstanzer Kita-Kindern, die Monat für Monat mit dem eben zur Verfügung stehenden Geld wirtschaften: In der Untersuchung wird es nicht nur um Aufgaben gehen, sondern auch um Einnahmen. Denn prüfen muss die Verwaltung auch, ob ein beitragsfreies letztes Kindergartenjahr möglich wäre – und was das kosten würde.