Das Thema Wohnen bleibt auch im Jahr 2017 das bestimmende Thema der Stadtentwicklung. Oberbürgermeister Uli Burchardt formuliert es gerne so: Es müsse auch in kommenden Jahren möglich sein, dass die Arzthelferin ebenfalls in der Lage sei, ihre Wohnung in Konstanz zu bezahlen, nicht ausschließlich der Besserverdienende.

Das größte Entwicklungsprojekt, das ansteht, ist der neue Stadtteil Hafner. Die Entwicklungsfläche beträgt etwa 60 Hektar für Wohn- und Gewerbeflächen. Problematisch bisher: viele Flächen sind nach wie vor in Privatbesitz. Das Regierungspräsidium Freiburg hat in diesem Zusammenhang eine stä­­dtebauliche Entwicklungsmaßnahme vorgeschlagen. Eine solche Maßnahme muss im öffentlichen Interesse liegen. Ist dies gegeben, hat die Gemeinde weitgehende Rechte, beispielsweise ein Vorkaufsrecht und die Möglichkeit, im Zweifelsfall Grundstücksenteignungen vorzunehmen.

Ziel ist es, einen Stadtteil mit Infrastruktur, zu der Straßen, Plätze, Kindertagesstätten gehören, rasch zu realisieren, wie Marion Klose, Leiterin des Stadtplanungsamts, erläutert. Bei der Entwicklung des Stadtteils sollen Eigentümer auch umfassende Mitwirkungsrechte bekommen. Schon mit dem Beschluss zu den ersten Maßnahmen verpflichte sich die Stadt, die Grundstücksbesitzer, Pächter, Mieter und Bürger am Entwicklungsprozess zu beteiligen, schreibt Klose.

Der Hafner ist nicht das einzige Projekt, das 2017 vorangetrieben wird. Klein, aber beispielgebend, soll die Realisierung der Zukunftstadt auf den Christiani-Wiesen wirken. An der Entwicklung sind eine Forschungsgruppe und Bürger beteiligt. Angestrebt wird, den Pro-Kopf-Flächenverbrauch zu reduzieren. Gelingt die Realisierung, kann sich die Gestaltung von Quartieren künftig an dem Modellprojekt orientieren.

Diese Projekte werden ab 2017 wichtig

Der Döbele-Parkplatz.
Der Döbele-Parkplatz. | Bild: Oliver Hanser

<strong>Brückenkopf Nord:</strong> Hier soll ein Mobil- und Verkehrsknotenpunkt entstehen. Das Nutzungskonzept dazu will die Verwaltung im ersten Halbjahr 2017 planen. Der Park-and-Ride-Parkplatz wird bestehen bleiben, hinzu kommt ein Haltepunkt für Fernbusse. Auf dem Seerhein entsteht unter Umständen ein Wasserverkehrsweg, der lange gewünschte Wasserbus. Ziel ist es, den Verkehr an dieser Stelle, vor den Toren der Stadt, abzufangen. Durch das Bodenseeforum ist das Areal aufgewertet worden. "Wir haben hier eine strategisch wichtige Stelle", erläutert Marion Klose. Geplant ist auch, dass sich hier Dienstleistungsbetriebe ansiedeln. Bild: Oliver Hanser
Brückenkopf Nord: Hier soll ein Mobil- und Verkehrsknotenpunkt entstehen. Das Nutzungskonzept dazu will die Verwaltung im ersten Halbjahr 2017 planen. Der Park-and-Ride-Parkplatz wird bestehen bleiben, hinzu kommt ein Haltepunkt für Fernbusse. Auf dem Seerhein entsteht unter Umständen ein Wasserverkehrsweg, der lange gewünschte Wasserbus. Ziel ist es, den Verkehr an dieser Stelle, vor den Toren der Stadt, abzufangen. Durch das Bodenseeforum ist das Areal aufgewertet worden. "Wir haben hier eine strategisch wichtige Stelle", erläutert Marion Klose. Geplant ist auch, dass sich hier Dienstleistungsbetriebe ansiedeln. Bild: Oliver Hanser

<strong>Christiani-Wiesen:</strong> In der zweiten Phase des Projekts Zukunftsstadt soll das Gebiet Christiani-Wiesen als Modellquartier entwickelt werden. Das zwei Hektar große Areal soll Impulsgeber für kommende Quartiersentwicklungen werden. Eine Forschungsgruppe, Bürger und Verwaltung entwickeln einen Werkzeugkasten zur Planung von nachhaltigen Stadtquartieren. Eines der wichtigsten Ziele ist, die Pro-Kopf-Wohnfläche zu reduzieren. Unter Leitung der Forschungsgruppe Zukunftsstadt werden 2017 zwei große Symposien stattfinden. Bürger können sich intensiv in den Planungsprozess einbringen. <em>Bild: Oliver Hanser</em>
Christiani-Wiesen: In der zweiten Phase des Projekts Zukunftsstadt soll das Gebiet Christiani-Wiesen als Modellquartier entwickelt werden. Das zwei Hektar große Areal soll Impulsgeber für kommende Quartiersentwicklungen werden. Eine Forschungsgruppe, Bürger und Verwaltung entwickeln einen Werkzeugkasten zur Planung von nachhaltigen Stadtquartieren. Eines der wichtigsten Ziele ist, die Pro-Kopf-Wohnfläche zu reduzieren. Unter Leitung der Forschungsgruppe Zukunftsstadt werden 2017 zwei große Symposien stattfinden. Bürger können sich intensiv in den Planungsprozess einbringen. Bild: Oliver Hanser

<b>Zähringer Hof:</b> Das ehemalige Betriebsgelände von Gohm und Graf Hardenberg wurde nach dem Umzug des Autohauses endgültig von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobak übernommen. Auf dem Gelände sollen nun etwa 80 Mietwohnungen entstehen. Bebaut wird eine Fläche von etwa 6800 Quadratmetern, geplant sind Wohnungen für Alleinstehende und Familien. Umgesetzt werden die Entwürfe des Architekturbüros Florian Krieger aus Darmstadt, das den Architektenwettbewerb gewann. Die Wobak investiert in das Bauprojekt etwa 17 Millionen Euro. Der Bau hat bereits begonnen.
Zähringer Hof: Das ehemalige Betriebsgelände von Gohm und Graf Hardenberg wurde nach dem Umzug des Autohauses endgültig von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobak übernommen. Auf dem Gelände sollen nun etwa 80 Mietwohnungen entstehen. Bebaut wird eine Fläche von etwa 6800 Quadratmetern, geplant sind Wohnungen für Alleinstehende und Familien. Umgesetzt werden die Entwürfe des Architekturbüros Florian Krieger aus Darmstadt, das den Architektenwettbewerb gewann. Die Wobak investiert in das Bauprojekt etwa 17 Millionen Euro. Der Bau hat bereits begonnen.

Bild: Gerhard Plessing

<strong>Jungerhalde Nord:</strong> Hier soll eine in Pflegefamilien gegliederte Altenpflegeeinrichtung für 60 Personen entstehen als Baustein in der Bereitstellung von Pflegeplätzen. Im Vorfeld fand ein Architektenwettbewerb statt. Der erste Preis ging an das Architekturbüro Johannes Kaufmann aus Dornbirn. Der Entwurf führe großzügige Freiräume an die Wohnbebauung heran, er überzeugte vor allem durch die Gestaltung mit viel Licht. Das Bebauungsplanverfahren laufe bereits und werde 2017 abgeschlossen, so Marion Klose. Im ersten Schritt soll das Altenpflegeheim realisiert werden, danach soll ein Kindergartenbau folgen.
Jungerhalde Nord: Hier soll eine in Pflegefamilien gegliederte Altenpflegeeinrichtung für 60 Personen entstehen als Baustein in der Bereitstellung von Pflegeplätzen. Im Vorfeld fand ein Architektenwettbewerb statt. Der erste Preis ging an das Architekturbüro Johannes Kaufmann aus Dornbirn. Der Entwurf führe großzügige Freiräume an die Wohnbebauung heran, er überzeugte vor allem durch die Gestaltung mit viel Licht. Das Bebauungsplanverfahren laufe bereits und werde 2017 abgeschlossen, so Marion Klose. Im ersten Schritt soll das Altenpflegeheim realisiert werden, danach soll ein Kindergartenbau folgen.

 

Rückblick: Welche Projekte im Jahr 2016 vorankamen und welche stagnierten

<b>Sanierung der Marktstätte:</b> An erster Stelle steht die Neugestaltung der Unterführung. 2,4 Millionen Euro für deren Umbau sind im Haushalt 2017/18 eingeplant. 2016 kam das Tiefbauamt nicht wie gewünscht voran. Die Ausschreibung für die Arbeiten wurde aufgehoben, weil keine Firma ein wirtschaftliches Angebot abgab, so Wolfgang Seez, Leiter des Tiefbauamts. Nun prüfe er, ob man den Bauablauf zugunsten der Firmen ändern könne.
Sanierung der Marktstätte: An erster Stelle steht die Neugestaltung der Unterführung. 2,4 Millionen Euro für deren Umbau sind im Haushalt 2017/18 eingeplant. 2016 kam das Tiefbauamt nicht wie gewünscht voran. Die Ausschreibung für die Arbeiten wurde aufgehoben, weil keine Firma ein wirtschaftliches Angebot abgab, so Wolfgang Seez, Leiter des Tiefbauamts. Nun prüfe er, ob man den Bauablauf zugunsten der Firmen ändern könne.

<b>Schwaketenwald:</b> Von der Rodung eines Teils des Schwaketenwalds ist zum Jahreswechsel 2016/17 keine Rede mehr. Eine Anfrage beim Regierungspräsidium brachte Klarheit: Vorrang habe die Entwicklung des Stadtteils Hafner. Im Norden von Wollmatingen sollen dort bis zu 4000 Menschen wohnen. Zunächst wird die Stadt in Dialog mit den Grundstückseigentümern treten, um die benötigten Flächen zu erwerben und zu entwickeln.
Schwaketenwald: Von der Rodung eines Teils des Schwaketenwalds ist zum Jahreswechsel 2016/17 keine Rede mehr. Eine Anfrage beim Regierungspräsidium brachte Klarheit: Vorrang habe die Entwicklung des Stadtteils Hafner. Im Norden von Wollmatingen sollen dort bis zu 4000 Menschen wohnen. Zunächst wird die Stadt in Dialog mit den Grundstückseigentümern treten, um die benötigten Flächen zu erwerben und zu entwickeln.

<b>Siemens:</b> Die Firma ist mit ihrer Logistiksparte SPPAL und 600 Mitarbeitern inzwischen auf das Campus-Areal umgezogen. In der Fertigungshalle werden Briefsortieranlagen und Fördereinrichtungen für Fluggepäck gefertigt. Unklar ist noch, wie es mit dem ehemaligen Siemensareal weiter geht. Die Stadt hat zwar ein Vorkaufsrecht auf das Gebiet, allerdings wurde man sich über den Preis nicht einig, das Areal bleibt in Privatbesitz.
Siemens: Die Firma ist mit ihrer Logistiksparte SPPAL und 600 Mitarbeitern inzwischen auf das Campus-Areal umgezogen. In der Fertigungshalle werden Briefsortieranlagen und Fördereinrichtungen für Fluggepäck gefertigt. Unklar ist noch, wie es mit dem ehemaligen Siemensareal weiter geht. Die Stadt hat zwar ein Vorkaufsrecht auf das Gebiet, allerdings wurde man sich über den Preis nicht einig, das Areal bleibt in Privatbesitz.

Das Vince: Bald wird dieses Gebäude Geschichte sein.
Das Vince: Bald wird dieses Gebäude Geschichte sein. | Bild: Aurelia Scherrer

Serie Jahresausblick

Was wird 2017 von Bedeutung sein? Wo und wie wird sich Konstanz verändern? Diesen Fragen geht die Lokalredaktion Konstanz in einer vierteiligen Serie nach:

Heute: Stadtentwicklung

4 Januar: Kultur und Unterhaltung

5. Januar: Wirtschaft und Verkehr

7 Januar: Bildung und Soziales