Die Sorgen von Naturschützern über eine Fällung eines Großteils der Bäume auf dem Büdingen-Gelände scheinen weitgehend entkräftet. Unter anderem der Bund für Naturschutz und Umwelt und die Bürgerinitiative Pappelallee befürchtete, drei viertel der mehr als 300 dort stehenden Bäume müssten dem geplanten Hotelkomplex weichen.

Hans-Jürg Buff: Nur fünf bis sieben Prozent der Bäume werden gefällt

Der Schweizer Investor Hans-Jürg Buff sicherte laut Thorbecke telefonisch zu, dass nur fünf bis sieben Prozent der Bäume gefällt werden sollen. In einer nun veröffentlichten Mitteilung erklärt Buff: "Falsche Zahlen, unredliche Behauptungen und Angst vor einer Bausünde vermischen sich mit Halbwahrheiten und Lobbyismus zu einem dumpfen Grollen."

Mit Vertretern der Bürgerinitiative hat er das Gelände bereits Anfang dieser Woche besichtigt. Am Dienstag, 20. März, um 16 Uhr finde laut Buff ein weiterer öffentlicher Ortstermin auf dem Grundstück in der Seestraße statt. Hierzu seien auch alle Mitglieder des Gemeinderats eingeladen. Einen solchen Termin hatten zuvor die Fraktionen der Freien Grüne Liste und der SPD beantragt. Es soll unter anderem eine maßstabsgetreue 3D-Animation des geplanten Gesundheitshotels gezeigt werden.

Zehn Prozent des Gewinns sollen in Stiftung fließen

Buff wolle nach Kritik aus der Bevölkerung laut eigener Aussage "in die Offensive gehen" und kündigt an: "Zehn Prozent des Gewinns aus dem Gesundheitshotel gehen in eine Stiftung, aus deren Mitteln die Behandlungen von Einheimischen bezahlt werden, die diese sich sonst nicht leisten könnten."

Die Information, etwa 250 der 305 Bäume müssten weichen, gehe laut Christel Thorbecke auf einen Grünflächenplan aus dem Jahr 2011 zurück, dessen Baumbestand nicht mehr aktuell sei. Der von Buff beauftragte Architekt habe demnach diesen Plan übernommen. "Es soll nun, so erklärte uns Hans-Jürg Buff, ein neuer Plan erstellt werden", erklärt Christel Thorbecke. Dabei werde auch der aktuelle Baumbestand aufgenommen. Buff kündigte den Vertretern der Bürgerinitiative an, ein Großteil der Bäume sei ein wichtiger Teil seines Projekts.

Bürgerinitiative will weiter genau hinsehen

Fallen würden nur jene, die entweder nicht bruchsicher oder nicht mehr zu pflegen sind. In seiner Mitteilung betont Buff gleichzeitig, um den heutigen Anforderungen der Gäste gerecht zu werden, sei ein Gebäude mit ausreichender, moderner Infrastruktur nötig. Er sei überzeugt, dass Konstanz dank des Hotelprojekts zu einem Zentrum einer florierenden Dienstleistungsbranche wird, als die er die Wellness- und Gesundheits-Industrie bezeichnet.

Christel Thorbecke hofft im Namen der Bürgerinitiative Papelallee, dass "die befürchtete flächendeckende Fällung damit ad Acta gelegt wurde". Gleichwohl empfehlen die Baumschützer, einen neuen Grünflächenplan kritisch zu betrachten und notfalls einen eigens bestellen Baumpfleger zurate zu ziehen.