Er soll zwischen 40 und 50 Jahre alt sein, anscheinend schlank und mit Vollbart im Gesicht. Doch wer ist der Mann, der in Kreuzlingen seit mehreren Tagen grundlos auf Frauen einschlägt?

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Mit der Faust auf den Kopf geschlagen

Anfang dieser Woche geschah es wieder, wie eine junge Frau der Schweizer Zeitung "20 Minuten" berichtet: Sie sei gemeinsam mit ihrer Tochter in einem Einkaufszentrum unweit der Grenze zu Konstanz unterwegs gewesen. Plötzlich sei ein ungepflegt wirkender Mann auf sie zugekommen und habe versucht, sie mit der flachen Hand zu schlagen, berichtet sie den Schweizer Medien. Als sie schließlich auswich, habe er ihr mit der Faust auf den Kopf geschlagen – ohne ein Wort zu sagen. Zu Hilfe sei der Frau niemand gekommen.

Am Mittwoch meldet sich bereits die vierte Frau in diesem Zusammenhang

Einen Tag später erstattete sie Anzeige bei der Thurgauer Kantonspolizei und gab dort an, der Mann habe eine schwarze Mütze, einen dunkelbrauen Parka und einen schwarzen Rucksack getragen. Dem Kreuzlinger Polizeirevier wurden darüber hinaus mehrere weitere Vorfälle gemeldet, wie ihr Sprecher Matthias Graf gegenüber dem SÜDKURIER sagt.

"Am Mittwochmorgen hat sich eine vierte Frau bei der Kantonspolizei gemeldet, die ebenfalls Anfang August attackiert worden sein soll", ergänzt er. Ob auch sie Anzeige erstatten werde, sei noch offen und werde sich erst in den kommenden Tagen klären, so Graf.

Der erste Vorfall geschah offenbar Anfang August

Bereits Anfang August habe sich eine Frau gemeldet, die in demselben Einkaufszentrum in der Kreuzlinger Hauptstraße angegriffen und geschlagen worden sei. Darauf rückte die Polizei "mit mehreren Patrouillen sofort aus", sagt Graf. Gefunden wurde der Tatverdächtige bislang nicht. Deshalb erklärt der Polizeisprecher: "In der alltäglichen Arbeit sind die Kolleginnen und Kollegen sensibilisiert, auf einen Mann zu achten, auf den die Beschreibung passt."

Konstanzer Polizei würde bei offiziellem Fahndungsaufruf Schweizer Kollegen unterstützen

Das Motiv sei unklar, allerdings deuten alle inzwischen vier gemeldeten Vorfälle auf denselben Mann hin. "Die Beschreibung des Täters sowie des Tathergangs gleichen sich", fasst Matthias Graf zusammen. Bei den angegriffenen Frauen soll es sich um Schweizerinnen handeln. Derzeit werde erwogen, ob es einen offiziellen Fahndungsaufruf seitens der Polizei in Kreuzlingen geben wird. Jede Meldung werde ernst genommen, niemand müsse sich sorgen, auf Misstrauen der Polizei zu stoßen, weil die Vorfälle nun öffentlich sind.

Eine offizielle Fahndung würde auch bedeuteten, dass auch die Polizei diesseits der Grenze unterstützend tätig werden, wie Markus Sauter, Leiter der Pressestelle des Konstanzer Polizeipräsidiums bestätigt: "Fahndungsaufrufe aus Kreuzlingen gehen auch an unser Lagezentrum, die Zusammenarbeit funktioniert seit Jahren unkompliziert."

Polizei warnt: Fahndung nicht auf eigene Faust in den sozialen Medien

Sich über Grenzen hinweg unterstützen, darauf setzen beide Polizeireviere. Wovon die Polizei generell, und in diesem Fall die Thurgauer im Speziellen, dringend abrät: Selbstständig via Facebook nach dem Tatverdächtigen zu suchen. "Wir bitten dringend, die Fahndung nach dem Tatverdächtigen der Polizei zu überlassen", erklärt Matthias Graf, nachdem in den sozialen Medien ein entsprechender Beitrag mit der Bitte um Bilder vom vermeintlichen Tatverdächtigen gebeten worden war.

"Das vermittelt einerseits Angst und Verunsicherung, weil – wie beim bereits getätigten Posting – der Nutzer die Rückfragen anderer Nutzer nicht beantworten konnte", erklärt der Polizeisprecher. Darüber hinaus bestehe mit der Veröffentlichung von Bildern möglicherweise unbeteiligter Personen die Gefahr, sich strafbar zu machen.