Konstanz Internationales Kulturfest in Litzelstetten: Einheimische und Flüchtlinge feiern gemeinsam

Mehr als 100 Geflüchtete und Einheimische haben beim ersten Internationalen Kulturfest in Litzelstetten gemeinsam gefeiert. Das Zusammenkommen und das gegenseitige Kennenlernen standen im Fokus, ebenso wie die Informationen aus erster Hand von „83 integriert“.

„Der Anlass war sensationell“, wertet Uwe Schuran vom Caritas-Verband und Koordinator des Café International in Dettingen. „Und mit welcher Euphorie die Geflüchteten mitgewirkt haben und Deutsch gesprochen haben. Das war beeindruckend“, fügt  Brigitte Fuchs vom Unterstützerkreis Konstanz-Litzelstetten (UKLi) hinzu.

"Zusammen kochen - zusammen essen" ist das Motto der nächsten Aktion vom UKLi-Team (von links) Clea Weiß, Klaus Döringer, Brigitte Fuchs, Daniela Winkler, Karin Müller und Brunhilde Wolff, um Einheimische und Geflüchtete in lockerer Atmosphäre zusammenzubringen.
"Zusammen kochen - zusammen essen" ist das Motto der nächsten Aktion vom UKLi-Team (von links) Clea Weiß, Klaus Döringer, Brigitte Fuchs, Daniela Winkler, Karin Müller und Brunhilde Wolff, um Einheimische und Geflüchtete in lockerer Atmosphäre zusammenzubringen. | Bild: Aurelia Scherrer

„Nach dem Fest wollte ich eigentlich Fegen. Aber ich bin gar nicht dazugekommen. Kaum hatte ich ein kleines Häufchen, schon war einer der Geflüchteten mit Schaufel und Besen zur Stelle“, freut sich Clea Weiß noch immer über diese Hilfsbereitschaft. Der positive Eindruck, den die Neubürger aus fernen zum Teil fremden Ländern hinterlassen haben, ist durchwegs positiv und nachhaltig.

„Sie waren glücklich, dass sie helfen konnten, haben es genossen, mitwirken zu dürfen, und wollten eigentlich gar nicht mehr gehen, so wohl haben sie sich gefühlt“, berichtet Daniela Winkler von „83 integriert“. „Sie sind hier, bemühen sich Deutsch zu sprechen, und freuen sich immer, wenn sie jemanden treffen.“ Die Außenkontakte zu den Einheimischen sind wichtig für die Geflüchteten.

„Keine Wohnung, keine Arbeit, kein Bescheid“

Uwe Schuran erzählt von einem eher schüchternen Iraker, von Beruf Ingenieur. „Keine Wohnung, keine Arbeit, kein Bescheid“, skizziert Schuran und fügt an: „Nur warten und keine Ablenkung: Das zermürbt. Das Fatale an dieser ewigen Mühle: Dann denkt man über die negativen Erlebnisse nach.“ Und deshalb werde jede Veranstaltung, jedes Angebot gerne angenommen.

Wohnraum für Flüchtlinge zu finden, ist das Ziel beider Initiativen - UKLi und „83 integriert“. Grundlage aber sei, erst einmal Vertrauen zu schaffen, findet Karin Müller. „Wir wollen Türöffner sein und Begegnungsmöglichkeiten schaffen“, so Klaus Döringer. „Wenn sie sich sympathisch finden, kann durchaus auch ein Wohnungsangebot folgen“, meint er.

„Wichtig ist ein offenes Miteinander“

Ziel des Festes war es nicht, lediglich ein Strohfeuer zu entzünden, sondern nachhaltig zu wirken. UKLi will deshalb im Litzelstetter Milchhäusle im Komturweg weitere Begegnungsmöglichkeiten schaffen. „Wichtig ist ein offenes Miteinander. Aktionen, bei denen man gemeinsam etwas macht. Wir bräuchten einen Aufhänger“, so Brigitte Fuchs.

„Gemeinsam kochen – gemeinsam essen“, wirft Klaus Döringer die Idee für eine gemeinschaftliche Kochaktion in die Runde. „Ein Spieleabend wäre doch auch etwas“, ergänzt Klaus Wagner. Das Motto könnte dann lauten: „Zusammen spielen – zusammen lachen.“ Brigitte Fuchs denkt auch an eine Beteiligung an der Adventsfenster-Aktion in dem Konstanzer Stadtteil. „Litzelstetter könnten dann gemeinsam mit Geflüchteten, ein Fenster dekorieren“, meint sie.

Besinnliche Zeit für Christen und Muslime

Islam und Christentum - ist das vereinbar? „Man muss halt erklären“, findet Daniela Winkler. „Etwas Besinnliches zu machen und unseren Brauch gemeinsam feiern“, findet sie eine gute Idee. Mit der in Deutschland verankerten Kultur vertraut zu machen, sei ebenfalls wichtig für Integration. Dazu gehöre auch die Fasnacht, so Fuchs.

Zwei Themen-Aktionen stehen deshalb schon fest, „damit wir auf leichte Art zusammenkommen“, stellt Brigitte Fuchs fest. Ende des Jahres will UKLi ein Resümee ziehen. „Dann werden wir besprechen, wie wir weitermachen, und welche Projekte sich herauskristallisieren“, so Fuchs.

Brigitte Fuchs hat übrigens beim Konstanzer Altstadtlauf Geflüchtete begleitet, die unbedingt daran teilnehmen wollten. Über die spontane Hilfsbereitschaft eines Konstanzers freute sich die Litzelstetterin besonders. Die Anekdote erzählt sie in diesem Video.

 

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