Der Segelsport schüttelt sein elitäres Image ab: Bei der Internationalen Bodenseewoche gehen die Organisatoren ihren Weg konsequent weiter, sie wollen eine Veranstaltung für die breite Masse bieten. Die siebte Auflage seit der Wiederaufnahme im Jahr 2009 wird eine Mischung aus Präsentation von Wassersport, Ausstellung und Messe – während sich die Skipper vor dem Konstanzer Hafen in den jeweiligen Bootsklassen im Wettkampf messen.

Bis zu 100 Anmeldungen für die Regatten hat Andreas Giger bereits vorliegen. Seit einer internen Umstrukturierung ist der Schweizer Chef des Organisationsteams. Wegen der Kapazitäten im Konstanzer Hafen „können es maximal 160 Boote werden“, sagte er während einer Pressekonferenz zu der Veranstaltung vom 19. bis 22. Mai. Mit dieser Höchstgrenze, wie sie im vergangenen Jahr erreicht wurde, zählt die Bodenseewoche zu den weithin großen Segelregatten. Klassische wie auch moderne Schiffe, von Mahagoni-Yachten wie 75er und 45er Nationale Kreuzer bis zu den offenen Klassen, werden dann vertreten sein. Zudem kämpfen Ruderer um Siege. Die Wettkämpfe, zeitversetzt übertragen auf eine Großleinwand im Hafen, sind die eine Seite; eine andere ist das Rahmenprogramm, das einem Schaulaufen des Wassersports auf dem Bodensee gleicht, und das Familien wie Liebhaber gleichermaßen ansprechen soll. So werden in diesem Jahr neben imposanten Yachten Dampfboote im Konstanzer Hafen liegen, im vergangenen Jahr waren es historische Segelyachten. Vereine werden ihre Sportarten vorstellen wie Stand-Up-Paddeling und Rudern, Modellsegler sind dabei, Polizei und Feuerwehr reisen mit ihren Einsatzbooten an, der Deutsch Schweizerische Motorbootclub bietet eine Wasserski-Show.

Der SÜDKURIER als Medienpartner wird mit einem eigenen Stand vor Ort sein, an dem die Besucher 360-Grad-Filme sehen können.

Bei der Veranstaltung liege die Betonung auf einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, sagte Ewald Weisschedel. Der Konstanzer ist Präsident des Vereins Internationale Bodenseewoche. Dieser versteht sich als Dachverein für 16 Segel-, Ruder- und Motorbootclubs aus Deutschland und der Schweiz. Sie richten die Veranstaltung gemeinsam aus. Das bedeutet, dass die 300 Mitglieder vor allem aus Konstanz und Kreuzlingen viel ehrenamtliche Arbeit investieren, um bei Bürgern das Interesse an Wassersport zu wecken. Ihren Anteil tragen auch alle anderen Vereine der beiden Städte bei, die Teil des Programms sind. War ein großes Festzelt in der Vergangenheit einer ausgewählten Personengruppe vorbehalten, stehe es dieses Jahr allen Besuchern offen. Das sei ebenfalls ein Zeichen dafür, dass der Segelsport kein elitäres Image pflegen will, erklärte Ewald Weisschedel.