Konstanz Insolvenz durchstanden: So geht es mit dem Bio-Essen von Vida in Konstanz weiter

Die Bio-Gastronomen von Vida wagen nach der dreimonatigen Insolvenz den zweiten Anlauf. Seiner Philosophie will das Jungunternehmen treu bleiben, aber die organisatorischen Strukturen werden sich ändern.

Alles und nichts soll sich ändern bei Vida. Das kündigen die Geschäftsführer Sanya Zillich und Timo Schneeweis an, jetzt starten die Bio-Gastronomen nach dreimonatiger Insolvenz neu. Auch im Laden in der Neugasse geht es weiter. Parallel dazu soll der Catering-Service ausgebaut werden. Nichts ändern heißt: Die Bio-Gastronomen setzen weiterhin auf Nachhaltigkeit und gesundes Essen. Alles ändern heißt: Die Strukturen werden auf neue Beine gestellt. "Jungunternehmer tendieren dazu, alles selbst machen zu wollen", sagt Zillich. Auch er erkenne sich darin wieder. Nun wird die Geschäftsführung aufgeteilt. Zillich übernimmt den operativen Teil, den kaufmännischen Bereich leitet der Konstanzer Timo Schneeweis. Der 31-jährige Gründer Torben Götz bleibt an Bord.

Ein Jahr lang habe Vida Zeit, sich auf dem Markt zu festigen, schätzt Schneeweis und ergänzt: "Baustellen wird es aber auch danach geben, ein Unternehmen ist eine Lebensaufgabe." Freundschaftlich aber streng geht der Blick zu Sanya Zillich. Die Trennung zwischen dem Mann für die Zahlen und dem fürs Tagesgeschäft – hier wird sie sichtbar. Möglich gemacht hat den Neustart eine Investition eines ehemaligen Unternehmensberaters. Genannt werden will er auf eigenen Wunsch nicht, nur so viel darf Zillich verraten: "Er stammt aus dem weiteren Umfeld der Region und setzt sich für nachhaltiges Leben ein." Damit passe er zum Grundgedanken von Vida.

Der soll künftig noch etwas stärker in den Vordergrund gerückt werden. Die Mitgründerin und Ernährungsberaterin Maria Cervantes wird regelmäßig live per Video im sozialen Netzwerk Facebook Fragen zu Unverträglichkeiten und gesunder Lebensweise beantworten. "Vielleicht waren wir in Sachen öffentliche Wahrnehmung nicht laut genug", räumt Zillich Nachholbedarf ein. Die Videos seien ein Schritt in diese Richtung. Bei den Gerichten wird es kleine Ergänzungen geben: Veganes Sushi kommt dazu, aber auch klassische Lieblingsgerichte wie Pasta. Das Preisniveau bleibt dasselbe. Kritik, dass es im Vergleich zu gewöhnlichen Schnellimbissen zu hoch sei, räumt Sanya Zillich aus: "Bioprodukte sind einfach deutlich teurer als konventionelle." Für die Kunden zahle sich der ein oder andere Euro mehr aus.

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