Wenn alles glatt läuft, wäre das Mehrgenerationenhaus in der Dingelsdorfer Ortsmitte in drei Jahren beziehbar. Ein Jahr brauche es, bis Baurecht geschaffen ist, erklärt Mechthild Kreis vom Amt für Stadtplanung und Umwelt. „Wir benötigen zwei Jahre zum Bauen“, ergänzt Wobak-Geschäftsführer Jens-Uwe Götsch. Darauf freuen sich die Dingelsdorfer.

Bau auf 1600 Quadratmetern

Ortsvorsteher Heiner Fuchs und Wobak-Geschäftsführer Jens-Uwe Götsch fassten bei einer Informationsveranstaltung vor rund 100 Bürgern zusammen, was gebaut werden soll. Auf einem 1600 Quadratmeter großen Grundstück sollen drei Gebäude entstehen, vereinfacht Mehrgenerationenwohnen genannt.

Die Mietpreise sollen im mittleren Preissegment liegen. „Das sind derzeit 9,50 bis 13 Euro“, erläuterte Mechthild Kreis im katholischen Pfarrheim. „Unser Ziel ist es, den unteren Rand zu treffen“, verspricht Götsch. „Drei Baukörper, die maßstäblich in den Ort passen, mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss. So wie es hier gebaut wird“, berichtet Fuchs.

Bild: Kerstan, Stefanie

Wohnungen sind 42 bis 90 Quadratmeter groß

Die 20 barrierefreien Wohnungen sollen 42 bis 90 Quadratmeter groß sein und zwei bis vier Zimmer haben. „In bester Lage. Geeignet für Alleinstehende, Paare und Familien. Ein Haus mit vielen sozialen Kontakten nach innen und nach außen.

Einsamkeit gibt es auch in einem Dorf und nicht nur in einer Stadt. Mit einem tollen Gemeinschaftshof als Dorftreffpunkt. Das Grundstück wurde nicht ausgemostet, sondern die Bebauung auf ein vernünftiges und dörfliches Maß reduziert“, führte Heiner Fuchs weiter aus.

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Zufahrt am Milchhäusle vorbei

Die Zufahrt zur Tiefgarage mit je einem Autostellplatz pro Wohnung, Fahrradabstellmöglichkeiten und Kellerräumen erfolge nicht von der Thingoltstraße aus über eine Rampe, sondern von der Rückseite her am Milchhäusle vorbei. Eine Bürgerin mahnte in der Versammlung, Platz für Liegeräder und Rollatoren vorzusehen sowie Platz zum Bewegen mit Rollstühlen an Autostellplätzen.

„Das wird ein Kristallisationspunkt im Ort“, sind das Ehepaar Heidi und Günther Wagner überzeugt.
„Das wird ein Kristallisationspunkt im Ort“, sind das Ehepaar Heidi und Günther Wagner überzeugt. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Hoher Energiestandard

Nach einem Verweis auf den Klimanotstand aus dem Publikum, erwiderte Wobak-Bauleiter Hannes Mayer: „Wir sind durch den Gesetzgeber bereits gezwungen, hohe Standards zu erfüllen. Unser Hauptkonzept ist es, größere Wohnungen frei zu machen.“

Gebaut werde nach dem Energiestandard KfW 55, was bereits deutlich höher als verlangt sei, betonte Götsch. „Wichtig ist auch die Energieversorgung. Aber so weit sind wir mit der Planung noch nicht“, ergänzte er.

Ein großer Wunsch von Heiner Fuchs ist, dass Schule, Feuerwehr und Rathaus mit Fernwärme versorgt werden. Ein Besucher sprach vielen der Anwesenden aus dem Herzen. „Ein Lob an die Planer. Besonders gut gefällt mir der Innenbereich. Gratulation für das Konzept“, erklärte er. Dafür gab es Applaus aus dem Publikum.

Das sagen die Dingelsdorfer Bürger

„Das wird ein Kristallisationspunkt im Ort“, sagte Günther Wagner begeistert im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Wir wohnen in einer Doppelhaushälfte mit vier Stockwerken. Es ist die Frage, ob das altersgerecht ist. Das Angebot ist für uns mittelfristig interessant, denn unser Wunsch ist es, in dieser Lebensphase auch in Dingelsdorf zu leben. Unser Häusle könnten wir vermieten oder verkaufen“, ergänzte er. „Dann würde etwas für junge Leute frei werden. Letztes Jahr habe ich entsprechende Erfahrungen gemacht. Ich hatte mir den Knöchel gebrochen. Ich habe da gesehen, wie kompliziert es ist mit den Treppen und der Badewanne“, sagte Ehefrau Heidi.

Dieter Michel hilft bei der Suppenküche aus: „Derzeit sind wir in der Thingolthalle. Dort gibt es nur eine Behelfsküche. Daher ist es wichtig für uns, zu erfahren ob die neue Küche ergonomisch besser sein wird.“
Dieter Michel hilft bei der Suppenküche aus: „Derzeit sind wir in der Thingolthalle. Dort gibt es nur eine Behelfsküche. Daher ist es wichtig für uns, zu erfahren ob die neue Küche ergonomisch besser sein wird.“ | Bild: Nikolaj Schutzbach

Wunsch nach größerer Küche

Dieter Michel hilft bei der Suppenküche von „Dingelsdorf leben“ mit. Er wünscht sich, im künftigen Mehrgenerationenhaus eine Küche zu erhalten. „Die Zahl der Gäste steigt monatlich. Derzeit sind wir in der Thingolthalle. Dort gibt es nur eine Behelfsküche. Daher ist es wichtig für uns, zu erfahren ob die neue Küche ergonomisch besser sein wird“, erklärte er.

Verena Sulger ist eher dem mittleren Alter zuzuordnen. Das Projekt sei zukunftsweisend für den Ort. „Sehr schön umgesetzt. Wichtig ist, dass sich das Gesamte in die Umgebung einfügt“, sagte sie zufrieden.

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