In der Niederburg leben die Menschen den Sinn für Gemeinschaft: Auch in dieser Vorweihnachtszeit leuchten in den engen, verwinkelten Gassen und rund ums das Münster wieder 45 prächtige Weihnachtssterne. Strom erhalten die Dekorationen von den Menschen, die an den jeweiligen Standorten leben; die Stromkabel werden einfach durch Tür oder Fenster ins Innere der Häuser gelegt und dort in die Dose gesteckt.

Karl-Hein Nack beim Befestigen eines Weinachtssternes.
Karl-Hein Nack beim Befestigen eines Weinachtssternes. | Bild: Oliver Hanser

Als Dank gibt‘s eine Flasche Sekt

„Das ist wirklich fantastisch, dass die Bewohner da mitziehen“, freut sich Rolf Huesgen, Vorsitzender des verantwortlichen Vereins Niederburg Vital. Als Dankeschön gibt es für jeden Teilnehmer eine Flasche Sekt im Weinkeller von Andreas Fritz – in etwa der Gegenwert des Stroms, den ein Stern in den sechs Wochen bis Dreikönig verbraucht.

Sekt von Niederburg Vital: Das Dankeschön für die Bewohner der Niederburg, die die Weihnachtssterne sechs Wochen lang mit Strom versorgen.
Sekt von Niederburg Vital: Das Dankeschön für die Bewohner der Niederburg, die die Weihnachtssterne sechs Wochen lang mit Strom versorgen. | Bild: Oliver Hanser

Allerdings trägt der Verein das Risiko, falls es aufgrund der Kabel zu einem Brand kommen sollte. „Wir haften als Vereinsvorsitzende privat“, erklärt Rolf Huesgen. „Die Verantwortung ist also sehr hoch. Von daher würden wir uns freuen, wenn die Stadt uns da unterstützen würde.“

6000 Euro kostet die gesamte Aktion

Erst im nächsten Jahr, so hat er nach eigener Aussage von Marketing und Tourismus erfahren, wolle sich die Stadt bei der Dekoration der Niederburg beteiligen. Rathaussprecher Walter Rügert hat auf SÜDKURIER-Nachfrage geschrieben: „Die Stadt freut sich über das Engagement von Niederburg-Vital, die Niederburg für Einheimische und Gäste attraktiv zu gestalten. Sie hat den Verein dabei schon mehrfach unterstützt. Sie wird das Thema Weihnachtsbeleuchtung in der Niederburg aufgreifen und mit dem Verein nach Lösungen suchen.“ Rolf Huesgen freut sich darüber: „Das ist ja auch etwas schönes für die ganze Stadt“, sagt er, „letztlich profitieren alle davon.“ Er beziffert die Gesamtkosten auf rund 6000 Euro. Jeder einzelne Stern hat einen Paten, den er mit 100 Euro sponsert. „Nur so können wir die Aktion überhaupt stemmen.“

Karl-Heinz Nack und Rolf Huesgen vor dem Weihnachtsbaum auf dem Münsterplatz. Auch der Baum wurde vom Verein Niederburg Vital aufgestellt.
Karl-Heinz Nack und Rolf Huesgen vor dem Weihnachtsbaum auf dem Münsterplatz. Auch der Baum wurde vom Verein Niederburg Vital aufgestellt. | Bild: Oliver Hanser

Auch der Weihnachtsbaum auf dem Münsterplatz wurde vom Verein aufgestellt, er steht seit vergangenem Samstag. Bis Donnerstag erhalten Geschäfte und Gaststätten dazu noch kleine Weihnachtsbäume, die rechts und links vom Eingang aufgestellt werden.