Die Dingelsdorfer Grundschule platzt seit Langem aus allen Nähten. Das Lehrerzimmer wurde bereits in das nebenliegende Rathaus ausquartiert. Auch ein Klassenzimmer ist ausgelagert und befindet sich im Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses.

In nicht allzu ferner Zukunft ergeben sich jetzt neue Chancen und Möglichkeiten. Denn: Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses steht an. „Voraussichtlich im Jahr 2024 soll es fertiggestellt werden“, sagt Ortsvorsteher Heinrich Fuchs. Das alte Gerätehaus würde dann leerstehen. „Ideal wäre, wenn die Grundschule die freiwerdenden Räumlichkeiten nutzen könnte“, meint Fuchs.

Die Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses in Dingelsdorf könnte relativ problemlos in ein Klassenzimmer umgebaut werden.
Die Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses in Dingelsdorf könnte relativ problemlos in ein Klassenzimmer umgebaut werden. | Bild: Scherrer, Aurelia

Die Erweiterung des Raumangebots für die Grundschule erachtet Fuchs als dringend notwendig. Er weist dabei auf das Neubaugebiet Steinrennen II hin, das voraussichtlich 2023/2024 realisiert und weitere Schüler bringen werde.

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In weiser Voraussicht bindet Fuchs schon jetzt die entsprechenden Fachämter der Stadtverwaltung Konstanz ein, um realisierbare Möglichkeiten zu finden, damit letztlich ein stimmiges Gesamtkonzept erarbeitet werden kann.

Lösung für drei Gebäude gesucht

„Ein sehr guter Moment“, wertete beispielsweise Thomas Stegmann, Leiter des Hochbauamtes, denn mit dem Feuerwehrgerätehaus-Neubau „kommt Bewegung in das Areal“. Die drei Gebäude – Schule, Rathaus und altes Feuerwehrgerätehaus – müssten als Ensemble in ihrer Gesamtheit gesehen und die Nutzungsmöglichkeiten eruiert werden.

Besichtigung des Dingelsdorfer Rathauses (von links): Hochbauamtsleiter Thomas Stegmann, Ortsvorsteher Heinrich Fuchs und Bauhofmitarbeiter Christoph Motz grübeln, ob der Keller mit seinem Naturboden sinnvoll genutzt werden könnte.
Besichtigung des Dingelsdorfer Rathauses (von links): Hochbauamtsleiter Thomas Stegmann, Ortsvorsteher Heinrich Fuchs und Bauhofmitarbeiter Christoph Motz grübeln, ob der Keller mit seinem Naturboden sinnvoll genutzt werden könnte. | Bild: Scherrer, Aurelia

Altes Feuerwehrhaus könnte mit wenig Aufwand umgebaut werden

Die Idee, das alte Gerätehaus für die Schulerweiterung zu nutzen, findet Stegmann gut. Mit minimalem Aufwand könnte es entsprechend umgebaut werden, da alle Funktionen bereits vorhanden seien – vorausgesetzt, dass Schulamt sei einverstanden. Die Schule sei der maßgebende Faktor, meint Stegmann, der allerdings auch das Rathaus nicht außer Acht lässt.

Eine Generalsanierung des etwa 300 Jahre alten Rathauses hatte Fuchs eigentlich als mittelfristiges Projekt avisiert. Gedanklich hat er sich schon mit dem Thema auseinandergesetzt, auch wenn er davon ausging, dass es nicht mehr zu seiner Dienstzeit aktuell werden würde.

Sanierung des Rathauses notwendig

Notwendig aber sei eine Sanierung, denn die „nicht vorhandene Barrierefreiheit ist zunehmend ein Problem“, so Fuchs, denn der Bürgersaal befindet sich im ersten Obergeschoss.

Den Gang in das vordere Kellerabteil versucht Fuchs zu meiden. „Den diesen historischen Treppenstufen traue ich nicht so ganz. Ich laufe immer ganz außen“, bekennt er offen. Thomas Stegmann konnte diesbezüglich den Ortsvorsteher beruhigen; auch wenn – oder gerade weil – sich die Stufen biegen, wären sie sicher.

Der Keller des Dingelsdorfer Rathauses ist bislang ungenutzt.
Der Keller des Dingelsdorfer Rathauses ist bislang ungenutzt. | Bild: Scherrer, Aurelia

Anders hingegen sieht es beim nicht ausgebauten Dachgeschoss aus, das zeitweise als Lagerraum diente. Die Decke des Sitzungssaals senkte sich bedenklich, sodass der Speicher umgehend fast komplett geräumt wurde. Neue Bretter im Dachboden weisen eindrucksvoll darauf hin, dass der Boden dem Gewicht eines Bauhofmitarbeiters nicht mehr standgehalten hat.

Auch der Speicher des Dingelsdorfer Rathauses bietet Möglichkeiten, finden Christoph Motz (links), Thomas Stegmann und Heinrich Fuchs.
Auch der Speicher des Dingelsdorfer Rathauses bietet Möglichkeiten, finden Christoph Motz (links), Thomas Stegmann und Heinrich Fuchs. | Bild: Scherrer, Aurelia

Speicher des Rathauses bietet Potenzial

Schade findet Fuchs, dass der geräumige Speicher nicht genutzt werden kann. Ihn auszubauen wäre durchaus reizvoll, „wenn man ihn einer sinnvollen Nutzung zuführt“, schränkt Fuchs ein.

Dachgeschoss als neuer Ort für das Pfahlbaumuseum

Vielleicht könnte im Dachgeschoss das Pfahlbaumuseum untergebracht werden, überlegt Fuchs. Der Förderverein ist sehr aktiv und bietet zahlreiche Workshops. Die Nachfrage nach den Angeboten im Bereich der experimentellen Archäologie sei so groß, dass sie gar nicht abgedeckt werden könne, berichten Herbert Gieß und Christoph Zorn von den Pfahlbauerlebern.

Thomas Stegmann findet allerdings den hinteren Keller mit seinem Naturboden für ein Pfahlbaumuseum noch reizvoller. Auch dieser Raum wird derzeit nicht genutzt, denn aufgrund des „gewachsenen Bodens“, wie Heinrich Fuchs sagt, sei der Keller lediglich ideal, um Kartoffeln zu lagern.

Erste Ideen für künftige Nutzungen gibt es also schon. Heinrich Fuchs will anhand eines Flächenlayouts erst einmal mit dem Ortschaftsrat mögliche Nutzungen besprechen „und den Prozess anschieben“.