Die Enttäuschung bei dem Künstlerpaar Teresa Renn und Jan Behnstedt-Renn war groß, als die für Samstag, 14. März, geplante Freiluftveranstaltung der Lichtsinfonie einen Tag davor abgesagt wurde. Drei Jahre lang hatten sie, die bei diesem Projekt nicht nur Initiatoren, sondern auch Veranstalter waren, an dem Lichtkunst-Projekt gearbeitet. Aber immerhin: „Die Generalprobe am Freitag wurde nicht abgesagt“, so Teresa Renn.

„Ein Auf und Ab der Gefühle“

So steckten alle Mitwirkenden ihre Energie in die Generalprobe. „Es war ein ziemlicher Höllenritt in den vergangenen Tagen, ein Auf und Ab der Gefühle“, stellt Jan Behnstedt-Renn fest. Das mediale Interesse an dem außergewöhnlichen Lichtkunst-Projekt – die musiksynchrone Lichtinszenierung von Beethovens Schicksalssinfonie, live gespielt von der Südwestdeutschen Philharmonie, am Telekom-Hochhaus wuchs.

Die Veranstalter gingen davon aus, dass die Aufführung des Projekts durchgeführt werden könne, da es sich um eine Freiluftveranstaltung mit unter 1000 Besuchern handelte. „Je schärfer die politischen Maßnahmen wurden, desto mehr sind auch wir den Fokus gerückt“, so Behnstedt-Renn. Die Anspannung stieg von Stunde zu Stunde.

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Hoffen und Bangen

Regelmäßig tagt der städtische Krisenstab in Sachen Verbreitung des Coronavirus und des diesbezüglichen Vorgehens. Erst stand die Lichtsinfonie nicht in Frage. „Am Donnerstag hieß es: Ihr werdet besprochen“, erzählt Teresa Renn. Sie bekamen grünes Licht zur Durchführung, am Freitag jedoch kam die Absage.

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Für die Veranstalter war es eine Zeit des Hoffens und Bangens. „Die letzten Tage haben sich angefühlt wie Monate“, so Behnstedt-Renn. Er und seine Frau loben die Stadtverwaltung Konstanz. „Wir hatten eine unglaubliche Rückendeckung seitens der Stadt und wurden immer zeitnah informiert“, betont Jan Behnstedt-Renn.

Spielbetrieb nach Probe eingestellt

Die Absage kam einer Hiobsbotschaft gleich. Dennoch ließen sie sich nicht unterkriegen, denn die Generalprobe am Freitagabend konnte stattfinden. Das Künstlerpaar hätte theoretisch auf die Probe verzichten können, wenn schon die Aufführung abgesagt ist, aber: „Aufgeben war für uns keine Option“, stellt Teresa Renn fest.

Alle Mitwirkenden hielten den beiden Enthusiasten die Stange und waren mit von der Partie, auch die Musiker der Südwestdeutschen Philharmonie. „Nach unserer Probe hat die Philharmonie ihren Spielbetrieb eingestellt“, berichtet Teresa Renn, glücklich darüber, dass die Musikerinnen und Musiker die Probe nicht abgesagt, sondern noch ihr Bestes gegeben haben.

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Benjamin Lack springt kurzfristig ein

Allergrößten Respekt zollt Jan Behnstedt-Renn dem Dirigenten Benjamin Lack, der kurzfristig eingesprungen ist, denn am Donnerstagabend hatte, wie Behnstedt-Renn berichtet, der ursprüngliche Dirigent abgesagt.

„Das Projekt selbst ist schon komplex, aber punktgenau zur Animation nur anhand eines Monitors, wo die Taktangabe ersichtlich ist, die Sinfonie zu dirigieren, ist sehr schwer“, bestätigt Behnstedt-Renn, der mit Hochachtung von der Leistung des Dirigenten und des Orchesters schwärmt und begeistert von dem Engagement und dem Optimismus von Andrea Riegel und Andreas Reinl von der renommierten Konstanzer Medienagentur a2r:media, spricht.

Die Aufführung der Lichtsinfonie wurde wegen des Coronavirus abgesagt, aber die Generalprobe konnte stattfinden.
Die Aufführung der Lichtsinfonie wurde wegen des Coronavirus abgesagt, aber die Generalprobe konnte stattfinden. | Bild: Veranstalter

„Sie sind ein superstarker Partner und haben das Projekt miterarbeitet“, so Teresa Renn. Auch für die Agentur war es die letzte Veranstaltung in absehbarer Zeit. Ein harter Schlag für Andrea Riegel und Andreas Reinl. Die Firma sei jedoch breiter aufgestellt; Andrea Riegel hofft, mit dem Bereich Mediendesign die Firma während der schweren Zeit über Wasser halten zu können.

„Ein letztes Aufleuchten“

Die erfolgreiche Generalprobe gibt den Beteiligten Kraft. Teresa Renn erzählt von den Spontan-Zuschauern, die sich an der Lichtsinfonie erfreut hätten. „Ein Lichtschimmer am Horizont, ein letztes Aufleuchten“, fasst sie das Geschehen und die Emotionen in Worte. „Es tut uns nur leid für alle, die die Lichtsinfonie nicht live sehen konnten“, fügt Jan Behnstedt-Renn an.

Doch damit belässt es das Künstlerpaar nicht. „Wir sind froh, dankbar und erleichtert, dass der Sponsor BPD Immobilien, Eigentümer des Telekom-Areals, uns die Treue hält“, hebt Behnstedt-Renn hervor, schließlich hängen an dem Gesamtprojekt zahlreiche Existenzen.

Aus Dankbarkeit dem Sponsor gegenüber und um allen, die die Probe nicht gesehen haben, dennoch an dem Ereignis teilhaben zu lassen, haben die Veranstalter Videos von der Generalprobe sowie ein Making-of über die Entstehung des Lichtkunst-Projekts gedreht. Das Verschieben der Lichtsinfonie-Aufführung sei nicht möglich, da in Kürze mit den Bauarbeiten am Telekom-Hochhaus begonnen würde.

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