Wenn Weihnachtsmarktbesucher nichts mitbekommen von den Sicherheitsvorkehrungen, dann ist allen Beteiligten geholfen: Gästen, Veranstaltern, Standbetreibern und Stadt. Leider leben wir zu einer Zeit, in der wir mit Übergriffen oder Anschlägen rechnen müssen, auch in Konstanz.

Der Weihnachtsmarkt-Besucher zahlt selbst für seine Sicherheit

Umso wichtiger ist ein gutes Sicherheitskonzept. Veranstalter Levin Stracke hat dies mit einem Experten umgesetzt. Die Kosten in Höhe von 20.000 Euro wurden 2017 als Erhöhung der Gebühr auf die Standbetreiber umgelegt. Diese wiederum reichten sie zumindest teilweise an die Besucher weiter, durch Preiserhöhungen.

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Somit zahlt der Besucher indirekt für seine Sicherheit – und die Stadt ist fein raus. Sie möchte sich nämlich nicht an den Kosten beteiligen, weil (so die Begründung) dadurch auch Konstanzer Steuerzahler zur Kasse gebeten werden würden, die gar nicht selbst auf den Markt gehen.

Funktionieren so Solidarität und Gemeinschaft?

Ein anderes Beispiel zeigt, dass dieses Argument nicht sticht: Wenn Menschen bedroht werden, erhalten sie in Deutschland Personenschutz durch den Staat – was sie nicht bezahlen müssen. Die Allgemeinheit zahlt für ihre Sicherheit. Denn notwendige Sicherheitsmaßnahmen verursachen Kosten. Der Grundsatz gilt: Jeder Bürger muss sich auf öffentliche Sicherheit und Ordnung verlassen können, die von der Gesellschaft bezahlt wird.

Das Berliner Verwaltungsgericht hat vor einem Jahr entschieden, dass private Veranstalter nicht für erhöhte Sicherheitskosten aufkommen müssen.

Nur in Konstanz muss der Gast noch selbst bezahlen.