Mitten im Sonnentauweg liegt ein Schlaraffenland für Tiere wie Zaunkönig, Ringelnatter, Kröte und Libelle. Denn hier finden sie Aufenthalts- und Unterschlupfmöglichkeiten und ganz viel Nahrung.

Manche Gärten seien prachtvoll anzusehen, doch für Insekten böten sie aufgrund der Pflanzen keine Nahrung – wie etwa die gelb blühende, ursprünglich aus China stammenden Forsythie.

Die übliche Gartensorte, eine Kreuzung aus zwei Arten, habe für Bienen überhaupt keinen Nährwert. Anders verhält es sich mit der Kornelkirsche mit den ebenfalls gelben Blüten.

Sie macht einheimische Insekten satt. Wie wertvoll eine einzige gut ausgewählte Pflanze sein kann, macht Birgit Auer am Beispiel des schwarzen Holunders deutlich. Der Busch könne 80 Arten ernähren von der Wurzel bis zur Blattspitze.

Birgit Auer hat sich im Rahmen ihres Einsatzes beim Naturschutzbund für den Schutz von Arten und vor allem der Mauersegler mit solchen Zusammenhängen beschäftigt und bei der Gestaltung ihres Gartens reagiert.

Je mehr Insekten der Garten ernährt, desto mehr Vögel und Fledermäuse zieht er an.

Und weil Birgit Auer auch ein kleines Wasserbiotop geschaffen hat, ebenso Trockenmauern aus Natursteinen, Zäune aus Naturhecken und Häufen mit einheimischen Hölzern, die dort verrotten dürfen, fühlen sich hier auch Blindschleichen, Kröten und Igel wohl.

Bild: Claudia Rindt

Auer spricht von einer „Lebensgemeinschaft“, die sie aus der ursprünglichen Grasöde mit Betonbecken geschaffen habe. Sei sei erfreut, wenn sie Bienen mit voll gepackten Pollensäcken fortfliegen sehe.

„Ich habe Freude, mit den Tieren zusammen zu leben.“

Sie würde sich auch freuen, wenn sich viele Nachahmer fänden. Denn die Artenvielfalt in der Natur nehme ab. Intensivlandwirtschaft und Siedlungsdruck hätten unter anderem dafür gesorgt. Naturoasen in der Stadt bekämen so eine immer größere Bedeutung.

Der Verein Naturgarten nennt es ein Netzwerk für Leben. Wer selbst keinen Garten hat, könne auch einfach einen Kasten mit Blumen anpflanzen, die Bienen ernähren, schlägt Birgit Auer vor.

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Entsprechende Mischungen seien inzwischen im Handel gut zu bekommen. Aber: Es bedürfe einer Vorab-Information, und die Naturecke sei noch nicht überall üblich, berichtet Birgit Auer.

Sie würde sich wünschen, dass alle Garten- und Balkonbesitzer sowie öffentlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen ein Bewusstsein für eine naturnahe Bepflanzung bekommen.

Beim Blick auf einen Garten einer örtlichen Baugenossenschaft in ihrer Umgebung sehe sie einen grünen Zaun aus immergrüner Lorbeerkirsche, die kaum einen Nährwert für Bienen habe. Da gebe es viel bessere Alternativen. Welche das sind, dazu gebe sie gerne Tipps, etwa auch bei den Tagen der offenen Gärten.

Um ihren vor Vielfalt mit einheimischen Arten strotzenden Garten zu pflegen, wende sie in der Woche vier bis fünf Stunden auf, sagt Birgit Auer.

In ihrem Garten finden sich verschiedene Biotopzonen von der Trockenmauer bis zum Teich.

Wer es einfacher haben wolle, setze auf Pflanzen in Kübeln oder Hochbeeten. Von den Pflanzen ihrer kleinen Grünoase profitiere auch sie. Birgit Auer ernte dort Zutaten für Kräuter und Tees, etwa Salbei, Odermennig oder Acker-Senf.