Manfred Schöpflin ist verärgert. Bei einem Spaziergang am Samstagvormittag auf dem Purren in Litzelstetten fand der 78-jährige Rentner erneut Reste einer Himmelslaterne in einem Obstbaum. Erst an Neujahr hatte er eine auf seinem Garagendach gefunden.

Überreste einer Himmelslaterne verfangen sich in den Ästen eines Obstbaumes auf dem Purren in Litzelstetten, keine hundert Meter vom Wald entfernt.
Überreste einer Himmelslaterne verfangen sich in den Ästen eines Obstbaumes auf dem Purren in Litzelstetten, keine hundert Meter vom Wald entfernt. | Bild: Manfred Schöpflin

„Papa, da liegt etwas Weißes“, sagte Manfred Schöpflins Tochter an Neujahr zu ihrem Vater. Sie entdeckte auf dem Garagendach im Haldenweg die Überreste einer abgebrannten Himmelslaterne.

Auf Manfred Schöpflins Garagendach blieb die Himmelslaterne liegen. Durch den Wind wurde sie in den Garten geweht.
Auf Manfred Schöpflins Garagendach blieb die Himmelslaterne liegen. Durch den Wind wurde sie in den Garten geweht. | Bild: Julia Leiber

Der Rentner untersuchte sie genauer in seinem Garten. Auf der Laterne hatte die Absenderin folgende Neujahrswünsche verfasst: „Ich wünsche mir Gesundheit, eine schöne Wohnung, Zufriedenheit, Glück, Freude, mehr Gelassenheit und ein Auto.“

Was nach dem Laternenflug übrig bleibt: Neujahrswünsche auf der abgebrannten Himmelslaterne.
Was nach dem Laternenflug übrig bleibt: Neujahrswünsche auf der abgebrannten Himmelslaterne. | Bild: Julia Leiber

Er sei erschrocken gewesen, dass er die Laterne zu einem Zeitpunkt fand, als alle Medien von der Katastrophe im Krefelder Zoo berichteten. Dort waren bei einem Brand in der Neujahrsnacht mehr als 30 Tiere gestorben. Inzwischen steht fest, dass Himmelslaternen den Brand auslösten.

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Nach seinen beiden Funden ist sich Schöpflin sicher: „Die gefährliche Unsitte scheint doch weiter verbreitet zu sein, als ich dachte.“

Seine Sorge ist nicht unberechtigt: Himmelslaternen bergen durch ihr offenes Feuer in der Luft einige Gefahren, da sie nicht kontrollierbar sind. Der Flugkörper kann bis zu einer Höhe von 400 Metern hoch steigen. Der Wind trägt sie mehrere Kilometer davon. Daher kann man nicht vorhersehen, wo diese landen. Kommt es durch den Laternenflug zu einem Brandunglück, kann dies als fahrlässige Brandstiftung geahndet werden, wenn dieser verboten oder nicht genehmigt ist.

Himmelslaternen sehen zwar stimmungsvoll aus, aber ihre Verwendung ist in Deutschland laut dem Rechtschutzanbieter ARAG verboten. Der Kauf sei zwar legal, das Fliegenlassen aber nicht. Nur in Sachsen-Anhalt, Hamburg und Nordrhein-Westfalen dürfen Himmelslaternen unter strengen Auflagen und Ausnahmeregelungen aufsteigen. Eine vorherige Genehmigung ist auch dann erforderlich.

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Auf Flugplätzen und einem Umkreis von 1,5 Kilometern dürfen laut deutscher Flugsicherung keine Himmelslaternen steigen gelassen werden. Das offene Feuer könnte Piloten irritieren.

Die Himmelslaternen kommen traditionell aus China. Hier werden sie in Thailand bei einem Fest angezündet, bevor sie in die Luft aufsteigen.
Die Himmelslaternen kommen traditionell aus China. Hier werden sie in Thailand bei einem Fest angezündet, bevor sie in die Luft aufsteigen. | Bild: Barbara Walton/dpa

Aufgrund der Gefahren würde Manfred Schöpflin den Absender gerne fragen: „Glauben Sie tatsächlich daran, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen, wenn Sie in der Nachbarschaft Häuser abfackeln?“

Daher wünscht er sich: „Erst nachdenken, dann handeln.“