Ehrenamtlich Engagierte gibt es viele, doch nur wenige wollen auf längere Sicht Verantwortung übernehmen. Gerade Vereinen fällt es zunehmend schwer, Nachwuchs für Vorstandsposten zu finden. Nachvollziehbare Gründe gibt es viele. „Die Hemmschwelle ist für viele groß, weil sie nicht wissen, ob sie den Aufgaben und Anforderungen gewachsen sind“, weiß Dorothee Jacobs-Krahnen von der Volkshochschule. „Wir bieten einen Koffer voller Handwerkszeug“, sagt die Konstanzer Hauptamtsleiterin Christine Kullen und hält die neue Broschüre des Fortbildungsprogramms „Fit im Ehrenamt“ in die Höhe. „Mehr als 30 Veranstaltungen sind bis Juni geboten, damit sich Ehrenamtliche mit Führungsaufgaben und Engagierte, die sich dafür interessieren, fortbilden können“, so Kullen. Denn: „Qualifizierung gibt Sicherheit“, bestätigt Renate Sanders von der Tatenbörse.

Die Nachfrage nach bedarfsorientierten Weiterbildungsmöglichkeiten ist groß. Im vergangenen Jahr wurde das Programm „Fit im Ehrenamt“ auf Initiative von Martin Schröpel, dem städtischen Beauftragten für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement, in Kooperation mit der vhs erstmals aufgelegt. Die positive Resonanz überraschte die Verantwortlichen. An zwölf Veranstaltungen nahmen etwa 300 Ehrenamtliche teil. Jetzt wurde das Programm auf 33 Veranstaltungen ausgeweitet und die Städte Singen und Stockach einbezogen. Und schon jetzt sprechen die Initiatoren von der dritten Auflage. „Allein in Konstanz gibt es weit mehr als 450 Vereine und Initiativen“, so Martin Schröpel und Christine Kullen ergänzt: „Wir als Stadt schätzen das ehrenamtliche Engagement wert und wollen mit diesen Angeboten etwas zurückgeben.“

Mit Vorträgen, Seminaren und Workshops sollen die Ehrenamtlichen fit für ihre Aufgaben gemacht werden. Das fängt bei Tipps für Sitzungsleitung und Organisationsmanagement an und hört bei Öffentlichkeitsarbeit noch lange nicht auf, schließlich haben sich die Anforderungen im Laufe der Jahre stark gewandelt. Mittlerweile gibt es auch ganz neue Wege, damit Vereine und Initiativen auf sich aufmerksam machen können. Benjamin Paehlke vom Netzwerk Bürgerengagement führt mit Facebook und Flashmob nur zwei Beispiele an. Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen seien sehr kompliziert und der Aufklärungsbedarf enorm, so Schröpel. „Die Flüchtlingsarbeit beschäftigt alle zunehmend“, fügt Christine Kullen an und verweist auf einen Schwerpunkt zu diesem Thema..

„Mit diesem Kompendium wollen wir zur Qualifizierung von Leitungskräften beitragen“, stellt Christine Kullen fest. Darüber hinaus sollen die Veranstaltungen auch dem Wissenstransfer und dem Austausch unter den Ehrenamtlichen dienen.


Die Veranstaltungsreihe

Die Initiatoren: Das Fortbildungsprogramm „Fit im Ehrenamt“ wird von der Stadt Konstanz, dem Netzwerk Bürgerengagement und der vhs Konstanz-Singen initiiert und mit Unterstützung weiterer Kooperationspartner durchgeführt.

Die Reihe: Das Fortbildungsprogramm „Fit im Ehrenamt“ bietet 33 Veranstaltungen von Ende Februar bis Juni. Zielgruppe sind vor allem ehrenamtlich Engagierte von Vereinen, Initiativen und Organisationen, die Führungsaufgaben innehaben oder künftig solche übernehmen möchten. (as)

Die Broschüre: Das Programmheft liegt unter anderem bei den Ämtern der Stadt Konstanz, Kultureinrichtungen sowie bei der VHS aus. Ferner steht die Broschüre zum Herunterladen auf der Homepage zur Verfügung:www.konstanz.de/engagement