Das SÜDKURIER-Podium zur Kommunalwahl 2019 gab nicht nur den Kandidaten die Möglichkeit, Stellung zu beziehen – sondern auch den Bürgern. Wie Yann Montagnier. Er lebt seit 2003 in Konstanz und das sehr gerne, wie er sagt. Er ist sich aber nicht sicher, ob die Stadträte noch Politik für die Konstanzer Bürger machen – und meldete sich deshalb zu Wort.

„Wenn ein Hotel kommen soll, ein Drogeriemarkt, dann ist alles möglich. Herr Tscheulin, stehe ich noch in der Mitte Ihrer Politik?“

Bild: Pfanner, Sandra

Roger Tscheulin (CDU) antwortet: „Sie stehen immer im Fokus unserer Politik. Wir als CDU machen viel für Familien, das verstärkte Bauen ist der Weg dorthin. Und: Sie wohnen in einer wunderbaren Stadt.“

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Das Bodenseeforum ist nach wie vor immer für eine Kontroverse gut. Die radikalste Position vertritt die Linke Liste. Ihre Vertreter wollen das Tagungshaus zumachen.

Simon Pschorr (Linke Liste): „Das Bodenseeforum sollte man unbedingt zusperren. Wir wollen kein Millionengrab betreiben. Wie soll man dieses Haus betriebsfähig machen? Man sollte einen Schlussstrich ziehen und eine Lösung konstruktiv angehen.“

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Ewald Weisschedel (FW) sieht das völlig anders: „Seit Jahrzehnten brauchen wir einen Veranstaltungsraum. Die Defizite des Hauses waren uns zunächst positiver dargestellt worden. Aber man sieht jetzt schon eine Besserung. Es ist ein positives Haus, wird allerdings immer Zuschüsse brauchen.“

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Können sich Konstanzer Bürger das Leben in ihrer Stadt eigentlich noch leisten?, fragt Moderator Benjamin Brumm den FDP-Kandidaten auf dem Podium.

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„Wir müssen erreichen, dass es bezahlbaren Wohnraum gibt“, sagt Heinrich Everke (FDP). „Dirigistische Mittel werden dabei nichts nützen. Mehr zu bauen nützt aber. In Kreuzlingen kann man erkennen, dass dieser Ansatz aufgeht. Zum ersten Mal gibt es dort Leerstand bei Wohnraum. Bis wir dort sind, wird es aber dauern.“

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Auch im Zusammenleben kommt es in Konstanz zu Konflikten – wenn die einen feiern wollen und andere ihr Recht auf entspannte Nachtruhe fordern. Wie ist die Situation am Herosépark zu lösen?

„Es ist wichtig, dass es am Herosé ein Miteinander gibt“, findet Matthias Schäfer vom Jungen Forum, das sich für Freiräume für junge Konstanzer einsetzt. „Beide Seiten müssen sich bewegen. Es hat sich aber vieles verbessert. Es gibt dort Toiletten, eine Infrastruktur. Es muss Lärminseln geben dürfen, aber auch Ruhezonen. Das kann man steuern, etwa durch WLAN, die Menschen gehen nämlich dorthin, wo es WLAN gibt.“

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Ein anderes Thema wird an der Besetzung des Podiums deutlich. Dort sitzt eine einzige Frau. Ob das im neuen Stadtrat anders sein wird?

Gisela Kusche (FGL) ist überzeugt, dass Veränderung möglich ist: „Es ist nicht so einfach, Frauen für eine Kandidatur für den Gemeinderat zu gewinnen. Aber es ist uns gelungen. Aber das Thema geht auch ans Publikum: Wählen Sie die Frauen!“

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Die SPD hat sich in der vergangenen Haushaltsdebatte sehr skeptisch gegenüber den finanziellen Schwerpunkten der Verwaltung gegeben und den Haushalt als einzige Fraktion abgelehnt.

Jürgen Ruff (SPD): „Wir haben den Haushalt abgelehnt, weil er uns nicht nachhaltig schien. Uns fehlt deshalb das Geld für nötige Investitionen, auch zum Beispiel für den Klimaschutz.“

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