Wer eine Veranstaltung im Konstanzer Bodenseeforum besucht, muss Handtasche oder Rucksack am Einlass abgeben. Darin enthaltene Wertgegenstände können nur in einer vom Veranstalter bereitgestellten Tasche mit in den Saal genommen werden. Was nach einer nüchternen Vorschrift klingt, hat in den vergangenen Tagen emotionale Reaktionen ausgelöst. So erreichte den SÜDKURIER eine Zuschrift, in der sich ein Gast des Wissensforums mit Referentin Claudia Kleinert darüber beklagte, dass die zur Verfügung gestellte Tasche durchsichtig gewesen sei. Wie auf einem Laufsteg habe er sich gefühlt. „Wie peinlich ist das denn!“

Auf Facebook schlugen die Emotionen rund um das Thema Handtaschenverbot am vergangenen Wochenende nach dem Auftritt von Wolfgang Ambros hoch. Auch wenn das Konzert des österreichischen Liedermachers von vielen Facebook-Nutzern ausdrücklich gelobt wurde, machten einige ihrem Unmut über die Einlasskontrollen Luft. „Ich vermisste eigentlich nur eine Röntgenanlage, wir fühlten uns nicht als Gäste, sondern mehr als gnädig geduldete potenzielle Ärgernisse“, so die Einschätzung eines besonders erbosten Konzertbesuchers.

Die Handtasche als Stolperfalle

Interims-Geschäftsführerin Ruth Bader ist es wichtig, zu vermitteln, dass die kritisierten Sicherheitsvorkehrungen nicht aus der Luft gegriffen sind. Die Bestimmungen entsprächen den Vorgaben der Versammlungsstättenverordnung, sagt sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Sie sind für alle Gäste von Nutzen.“ Warum? Bei enger Bestuhlung könnten mitgebrachte Jacken und größere Taschen schnell zur Stolperfalle werden – etwas, das es gerade im Hinblick auf eine Notfallsituation unbedingt zu vermeiden gelte.

„Wenn ich in einen Club gehe, der nicht bestuhlt ist, kann ich meine Handtasche natürlich mitnehmen,“ erklärt Ruth Bader den Unterschied zum Bodenseeforum. Um den Besuchern entgegenzukommen, stellen wir kleinere Taschen zur Verfügung, in denen sich Handy, Autoschlüssel und andere persönliche Besitztümer verstauen lassen“, erklärt die Geschäftsführerin. Ein weiteres Entgegenkommen des Veranstalters: Die Nutzung der Garderobe ist im Bodenseeforum kostenfrei.

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Ruth Bader betont, dass der überwiegende Teil der 460 Besucher des Ambros-Konzerts mit Verständnis auf die Vorschrift reagiert hätten. „Dass sich einige wenige echauffiert haben, zeigt uns aber, dass es uns in der Kommunikation noch nicht gelingt zu vermitteln, dass die Bestimmungen für alle von Nutzen sind.“ Den Vorwurf, dass man die Besucher im Vorfeld nicht entsprechend vorbereitet habe, will sie sich allerdings nicht gefallen lassen. Gerade auf Facebook habe man auf die Sicherheitsbestimmungen hingewiesen, zudem gebe es entsprechende schriftliche Hinweise am Veranstaltungsort. „Unsere Securities weisen dann nochmal am Einlass darauf hin. Und auch wir als Veranstalter sind genau aus solchen Gründen vor Ort“, sagt Ruth Bader. „Wer eine Frage zu dem Sicherheitskonzept hat, kann sich gerne direkt an uns wenden.“