Das ist sie also, die Niederburg. Sie trägt längst einen hübschen Mädchennamen, Lisa heißt sie. Ein bisschen anders – silbern lackiert und mit Ausstieg am Bug – sieht es aus, das einstige Konstanzer Rheinfährle, das zwischen Pulverturm und Rheinstrandbad pendelte.

Bild: Michael Gormann/ Facebook

Bis ihr Konstanz' heutiges liebstes Kind – die Fahrradbrücke – Anfang der 90er-Jahre endgültig den Garaus machte. Für ein Zehnerle, wie man in ihrer alten Heimat sagte, ging es damals von der Altstadt nach Petershausen.

Das könnte Sie auch interessieren

Inzwischen schippert sie auf Usedom herum, ganz im Nordosten Deutschlands verbindet sie zwischen Peenestrom und Stettiner Haff das Festland mit der Insel. Aber nicht mehr für ein Zehnerle, auch nicht für n' Appel und n' Ei, wie man ihrer neuen Heimat sagen würde: 9,50 Euro kostet der Spaß, wenn man sein Fahrrad mitnimmt – Hunde kosten extra. Dafür gibt es laut des Betreibers "manchmal Gummibärchen".

Bild: Michael Gormann/ Facebook

Was haben die Konstanzer nicht für ein breiten Erinnerungskatalog an ihre Niederburg? Zur Schule hat sie das Schiffle gebracht, wenn der Bus aus dem Paradies mal wieder ausgefallen ist; zum Baden, wenn die Hitze auf die Kernstadt gedrückt hat und die Lust aufs Schwimmen über den Rhein begrenzt war; oder einfach ins damals noch sehr von Industrieschornsteinen geprägte Petershausen zur Arbeit.