Ein Ölunfall am Donnerstagmittag hat zu einem Großeinsatz mehrerer Feuerwehren geführt. Beim Betanken eines Passagierschiffs am Wallhauser Hafen liefen rund hundert Liter Diesel in den See. Die Schiffsverbindung nach Überlingen musste eingestellt werden. Der Hafen wurde gesperrt.

Trinkwasserentnahme "in keiner Weise betroffen"

Die Trinkwasserentnahme in Sipplingen für die Bodenseewasserversorgung sei "in keiner Weise betroffen oder gefährdet", ließ Kreisbandmeister Carsten Sorg an den Bodenseekreis übermitteln. Auch Michael Losert von der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt sieht keine Umweltgefahren. "Das Öl schwimmt oberflächlich", erklärte er. Dass die ausgebrachten Ölsperren den Ölteppich gut umschlossen, stellte Einsatzleiter Klaus-Peter Wehner bei einem Flug im Polizeihubschrauber fest.

Bild: Feuerwehr Konstanz

Als wahrscheinliche Ursache benannte Stephan Bacher von der Wasserschutzpolizei einen technischen Defekt beim Tanken. "Die Staatanwältin hat das Tankfahrzeug beschlagnahmen lassen", berichtete er. Die Kosten für den Einsatz könnten sich durchaus auf einen sechsstelligen Betrag belaufen, erklärte Carsten Sorg. "Vor allem dann, wenn alle Boote gereinigt werden müssten." Diese Sorge trieb auch Chris Burkart um, der für vier Boote aus dem Familien- und Freundeskreis verantwortlich ist. Michael Losert konnte ihn da beruhigen. Das sei seiner Erfahrung nach noch nie nötig gewesen. Soweit er das bisher abschätzen könne, werde dies hier nicht anders sein.

Dieselteppich mehrere Fußallfelder groß

Gegen 12.30 Uhr war die Feuerwehr Konstanz vom Betankungsunfall benachrichtigt worden. Das Öl im Hafen und davor auf dem See breitete sich auf einer Fläche von etwa einhundert mal vierhundert Metern aus. Die Feuerwehren aus Überlingen und Radolfzell überstützten mit weiteren Sperren. Die Feuerwehr Kreuzlingen und die Seepolizei Thurgau brachten ihre Vorräte an Ölbindevlies. Mit diesem wurde der Diesel zwischen den im Hafen liegenden Booten aufgenommen. "Wir haben damit bei Einsätzen gute Erfahrungen gemacht", berichtete Marcel Kuhn von der Seepolizei.

Am frühen Abend konnte dann die äußere Sperre abgebaut werden. Ein selbstfahrendes Ölaufnahmegerät hatte den auf der Freifläche schwimmenden Dieselkraftstoff mittlerweile aufnehmen können. Wie lange der Hafen gesperrt bleibt, konnte Klaus-Peter Wehner noch nicht sagen. Am Freitagmorgen werde darüber beraten.

Feuerwehrpressesprecher Klaus Menge steht auf dem Steg, der zum Motoschiff Seegold führt. Rechts am Rand ist die Ölleitung zu erkennen. Um das Schiff herum ist bereits eine Sperre gelegt. Später kommt eine weitere auf dem See hinzu, die das weitere Abtreiben des Ölteppichs verhindert.
Feuerwehrpressesprecher Klaus Menge steht auf dem Steg, der zum Motoschiff Seegold führt. Rechts am Rand ist die Ölleitung zu erkennen. Um das Schiff herum ist bereits eine Sperre gelegt. Später kommt eine weitere auf dem See hinzu, die das weitere Abtreiben des Ölteppichs verhindert. | Bild: Nikolaj Schutzbach
Auf den beiden Trommeln befinden sich je ein Hundert Meter Ölsperren. Hier werden sie von Feuerwehrleuten vorbereitet um sie auf den See ziehen zu können.
Auf den beiden Trommeln befinden sich je Hundert Meter Ölsperren. Hier werden sie von Feuerwehrleuten vorbereitet um sie auf den See ziehen zu können. | Bild: Nikolaj Schutzbach
Das Konstanzer Feuerwehr-Arbeitsboot über nimmt das Ende einer Ölsperre und zieht sie auf den See.
Das Konstanzer Feuerwehr-Arbeitsboot übernimmt das Ende einer Ölsperre und zieht sie auf den See. | Bild: Nikolaj Schutzbach
Bild: Feuerwehr Konstanz